Last-Minute-Tore retten Spurs und Chelsea

Von Stefan Ahrens/Ruben Zimmermann
Donnerstag, 21.02.2013 | 23:48 Uhr
Falcao schoss Atletico zum Sieg bei Rubin Kasan, dennoch ist der Titelverteidiger schon draußen
© getty
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Tottenham Hotspur und der FC Chelsea buchen erst in letzter Minute ihr Ticket für die nächste Runde. Liverpool scheidet trotz großem Kampf gegen St. Petersburg aus. Rubin Kasan hat Titelverteidiger Atletico Madrid rausgeworfen. Steaua Bukarest eliminiert Ajax Amsterdam im Elfmeterschießen. Inter Mailand hat keine Probleme gegen Cluj und Neapel scheidet sang- und klanglos gegen Pilsen aus.

Olympique Lyon - Tottenham Hotspur 1:1 (1:0) / Hin: 1:2

Tore: 1:0 Gonalos (17.), 1:1 Dembele (90.)

Vor dem Rückspiel hatte Tottenham Hotspur die besseren Karten. Nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel reichte dem Team um Neuzugang Lewis Holtby ein Unentschieden. Lyon musste etwas tun und so schickte Trainer Remi Garde dieselbe Elf auf den Platz, die zuletzt Bordeaux in der Liga mit 4:0 besiegt hatte. Tottenham-Coach Andre Villas-Boas veränderte sein Team nur auf einer Position im Vergleich zum Hinspiel: Holtby stand für Clint Dempsey in der Startelf

Doch die ersten 45 Minuten waren für die Mannschaft aus der Premier League frustrierend: Die Spurs hatten deutlich mehr Ballbesitz, doch das Tor machte Lyon: Nach einem Foul von Kyle Walker in der 17. Minute brachte Clement Grenier einen Freistoß in den Strafraum. Olympique-Kapitän Maxime Gonalons entwischte seinem Bewacher und konnte unbedrängt einköpfen. Tottenham tat auch nach diesem Rückschlag mehr fürs Spiel, doch die Franzosen verteidigten clever, sodass Tottenhams Offensive - allen voran Lewis Holtby und Gareth Bale - ein ums andere Mal verzweifelte.

Kurz vor dem Pausenpfiff nochmal eine Schrecksekunde für Lyon, als Holtby einen Schuss abfeuerte, den der französische Keeper Remy Vercoutre gerade noch an den Pfosten lenken konnte. Nach der Pause dasselbe Bild: Tottenham machte das Spiel, Lyon stand hinten gut. Doch mit der Zeit erspielten sich die Engländer immer mehr Selbstvertrauen. Nach gut einer Stunde wurde es noch einmal hektisch als erst Lyons Lacazette, fast im direkten Gegenzug Tottenhams Lennon Strafstöße forderten. Der deutsche Schiedsrichter Wolfgang Stark ließ beide Szenen zu Recht weiterlaufen.

Erst als schon fast keiner mehr dran glaubte, wurden die Spurs schließlich für ihren hohen Aufwand belohnt: In der 90. Minute ließ die sonst so stabile Defensive von Lyon Moussa Dembele zu viel Platz, sodass der einen Distanzschuss im langen Eck unterbringen konnte. Nach dem Sieg im Hinspiel reicht Tottenham dieses 1:1 fürs Achtelfinale.

FC Chelsea - Sparta Prag 1:1 (0:1) / Hin: 1:0

Tore: 0:1 Lafata (17.), 1:1 Hazard (90.+2)

Mit dem 1:0 aus dem Hinspiel hat Chelsea in Prag zwar einen guten Grundstein gelegt, dennoch konnten sich die Blues darauf nicht ausruhen. Denn die Tschechen reisten selbstbewusst an, Trainer VitezslavLavicka hat sein Team nur auf einer Position verändert, Pikryl spielte für Husbauer, während Chelsea gleich mit fünf Neuen im Vergleich zum Pokal-Sieg gegen Brentford auflief: Torres, Bertrand, Ramires, Azpilicueta und Mikel rückten ins Team.

Und Chelsea zeigte sich beeindruckt vom Spiel der Prager, die das Team von Rafael Benitez immer wieder vor Probleme stellte. Fast logisch die Konsequenz, dass Sparta in Führung ging: Nach gutem Pass von Vaclav Kadlec verwandelte David Lafata in der 17. Minute aus kurzer Distanz. Abgesehen von Juan Mata, der hin und wieder sein Können aufblitzen ließ, blieb Chelsea auch im Rest der ersten Halbzeit blass. Die Chancen, die die Blues bekamen, vergaben sie.

Im zweiten Durchgang drehte Chelsea dann auf, erarbeitete sich mehr Chancen. Aber entweder scheiterten Torres und Co. am starken Prager Schlussmann Tomas Vaclik oder es fehlte die Genauigkeit im Abschluss.

Schließlich bewies Benitez ein glückliches Händchen. In der 68. Minute brachte er Eden Hazard für Oscar. Und eben Hazard war es, der 20 Sekunden vor dem Abpfiff und der drohenden Verlängerung das 1:1 machte. Damit schoss er Chelsea in die nächste Runde.

FC Liverpool - Zenit St. Petersburg 3:1 (2:1) / Hin: 0:2

Tore: 0:1 Hulk (19.), 1:1 Suarez (28.), 2:1 Allen (43.), 3:1 Suarez (59.)

Die Aufgabe, die der FC Liverpool im Rückspiel gegen St. Petersburg war nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel klar: Mindestens zwei Tore mussten her, um die Runde der letzten 16 zu erreichen.

Und die Reds gingen engagiert in die Partie. Das Team von Brendan Rodgers wirkte in der Anfangsphase gefährlicher, auch wenn zwingende Chancen noch fehlten. Von den Russen war bis dahin noch gar nichts zu sehen. Bis zur 19. Minute, als Zenit-Angreifer Hulk hellwach war, sich einen missglückten Rückpass von Carragher schnappte und ihn an Reina vorbei zum 0:1 einschob.

Für Liverpool war das ein Schock. Vier Tore brauchten sie jetzt zum Weiterkommen. Doch die Engländer gaben sich nicht auf, hatten weiter viel Ballbesitz. Nach knapp einer halben Stunde wurde Daniel Agger in der Nähe des Petersburger Strafraums zu Fall gebracht. Den fälligen Freistoß verwandelte Luis Suarez direkt.

Doch dieser Treffer brachte Liverpool nicht mehr Selbstvertrauen. Viele leichte Fehler schlichen sich ein. Gleich mehrfach hatte Zenit Chancen, wieder in Führung zu gehen. Zum Ende der ersten Halbzeit gelang es den Reds dann wieder besser, Zenit zu kontrollieren. Zur Belohnung gab's kurz vor der Pause das 2:1. Der russische Torwart Malafeev konnte den Kopfball von Joe Allen zwar noch halten, hatte bei Allens Nachsetzen aber das Nachsehen.

Und Liverpool setzte in der zweiten Halbzeit nach. St. Petersburg konnte kaum noch für Entlastung sorgen. Nach knapp einer Stunde war es dann erneut Suarez, der einen Freistoß, den er zuvor selbst rausgeholt hatte, direkt verwandelte! Jetzt fehlte den Reds nur noch ein Tor, um sich endgültig für die Aufholjagd zu belohnen.

Und St. Petersburg war verunsichert. So gab es immer wieder Chancen für Liverpool. Weil die Engländer allerdings unbedingt das vierte Tor wollten, hatten auch die Russen noch Möglichkeiten. Am Ende blieb es aber beim 3:1 und St. Petersburg ist dank des Auswärtstores im Achtelfinale.

 

Seite 2: Inter spaziert weiter - Ajax scheidet im Elfmeterschießen aus

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