Über Helsingborg aus der Auswärtskrise

SID
Mittwoch, 24.10.2012 | 15:04 Uhr
Mario Eggimann (l.) tippt auf einen 1:0-Auswärtssieg gegen Helsingborgs IF
© Getty
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Die Laune war bestens. Mario Eggimann scherzte, Lars Stindl lachte und auch Trainer Mirko Slomka verbreitete gute Stimmung. Von Symptomen einer Reisekrankheit war bei Hannover 96 am Mittwoch nichts zu spüren.

Frohen Mutes bestieg man das Flugzeug zum dritten Gruppenspiel der Europa League am Donnerstag (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) beim schwedischen Meister Helsingborgs IF. Keine Selbstverständlichkeit: Schließlich will bei den Niedersachsen auswärts schon seit Wochen nichts mehr zusammenlaufen.

In der Bundesliga verlor man auf fremdem Platz saisonübergreifend neun der vergangenen zehn Spiele. Der einzige Sieg gelang vor knapp zwei Monaten beim derzeitigen Tabellenletzten VfL Wolfsburg. Im Europapokal gewann Hannover in der laufenden Spielzeit zwar bei den irischen Halbprofis von St. Patrick's Athletic und beim polnischen Meister Slask Wroclaw - beide Gegner hatten jedoch bestenfalls Zweitliganiveau. "Trotzdem spielen wir in der Europa League auswärts wesentlich besser", sagt 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke. Eine Erkenntnis, aus der man auch vor dem Spiel in Helsingborg seine Zuversicht speist.

"Brauchen keinen Gegner zu fürchten"

"Wir müssen energischer in die Zweikämpfe gehen als zuletzt. Wir wollen in Schweden gewinnen", sagt Kapitän Steven Cherundolo. Eggimann ergänzt: "Ich tippe auf ein 1:0. Das Spiel ist eine super Chance, einen großen Schritt nach vorn zu machen." Bei einem Sieg hätte Slomkas Mannschaft sieben Punkte auf dem Konto und den Einzug in die Zwischenrunde schon nach den ersten drei Spielen in Reichweite. "Das ist unser Ziel. Wir brauchen keinen Gegner zu fürchten", sagt Hannovers Klubchef Martin Kind, der den Wettbewerb auch als "wirtschaftlich äußerst interessant" bezeichnet.

In der vergangenen Saison war der Bundesligist erst im Viertelfinale am späteren Cup-Gewinner Atletico Madrid gescheitert. Finanziell sorgte dies für ein Umsatzplus von 20 Millionen Euro und einen Gewinn von fünf Millionen Euro. Nur zu gern würde Kind auch nach der laufenden Saison ähnliche Zahlen präsentieren. Da soll Helsingborg, das derzeit den letzten Platz in der Gruppe L belegt, nicht zum Stolperstein werden. "Wir müssen viel Mut zeigen und ohne Nervosität spielen", fordert Schmadtke: "Das zeichnet uns aus."

Probleme in der Defensive - Qual der Wahl im Angriff

Tatsächlich scheint die Flucht nach vorn für Hannover am Donnerstag das beste Mittel. Während die Personallage in der Innenverteidigung nach den Ausfällen von Karim Haggui (Sperre) und Felipe (Verletzung an der Hüfte) angespannt ist, hat Slomka im Angriff die Qual der Wahl. In Didier Ya Konan, Artur Sobiech, Jan Schlaudraff, Mame Diouf und Mohammed Abdellaoue stehen fünf Top-Stürmer im Kader.

"Das gibt uns eine Menge Möglichkeiten. Auch von außen können wir immer mit großer Wucht wechseln", sagt Slomka. In den dann verbleibenden drei Gruppenspielen tritt Hannover noch zweimal im eigenen Stadion an. Da sollte der Einzug in die nächste Runde kein Problem darstellen. Zu Hause sind die "Roten" eine Macht. In der Bundesliga ist man daheim seit 22 Spielen ungeschlagen. Ein beachtliches Faustpfand, aber keine Garantie für weitere Erfolge. "Wir müssen auch auswärts mal wieder etwas holen", sagt Schmadtke.

Der Kader von Hannover 96

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