Kein zweites "Zitterspiel" wie vor zwei Jahren

Völler: "Wir haben sechs Spiele Zeit"

SID
Mittwoch, 03.10.2012 | 12:47 Uhr
Der zuletzt starke Sidney Sam hofft auch in Trondheim auf drei Punkte
© Getty
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Die 20 beheizbaren Schuhe blieben daheim im Keller der BayArena. Als der Charterflieger LG 7503 am Mittwoch Trondheim erreichte, wurde die Mannschaft von Bayer Leverkusen mit frühlingshaften Temperaturen um die zwölf Grad empfangen.

"Warm anziehen" wie beim letzten Aufeinandertreffen in Norwegen vor zwei Jahren, als die Quecksilbersäule zweistellige Werte im Minusbereich anzeigte, muss sich die Werkself also nicht. Sportlich könnte es aber durchaus ungemütlich werden, sollten die Leverkusener ihr zweites Spiel in der Gruppenphase der Europa League bei Rosenborg Trondheim am Donnerstag (18.45 Uhr im LIVE-TICKER) verlieren.

Denn bei einer Niederlage wären die Norweger, die ihr erstes Spiel bei Rapid Wien gewonnen hatten, schon mit fünf Punkten enteilt. Die Leverkusener waren zum Auftakt nicht über ein mageres 0:0 gegen den ukrainischen Vertreter Metalist Charkiw hinausgekommen. "Wir hätten gerne das erste Gruppenspiel gegen Charkow gewonnen. Wir versuchen nun in Trondheim zu siegen. Das wird nicht einfach, wenn man das erste Spiel von Rosenborg gesehen hat. Wir haben sechs Spiele Zeit, die nächste Runde zu erreichen. Wir wollen aber so früh wie möglich viele Punkte einfahren", kündigte Bayer-Sportchef Rudi Völler an.

Vor zwei Jahren gab es zwei Siege

Die Erinnerungen an Trondheim sind - mal abgesehen von der Eiseskälte - jedenfalls gut. In der Saison 2010/11 hatte Bayer in der Gruppenphase zwei Siege (4:0 und 1:0) gegen den früheren Abonnement-Meister aus Norwegen eingefahren.

Einen Spaziergang erwarten die Leverkusener aber nicht. "Skandinavische Teams sind körperlich meist robust und taktisch clever. Es ist wichtig, defensiv wenig zuzulassen und sich Chancen herauszuarbeiten", sagt Kapitän Simon Rolfes. Und diese sollten möglichst auch genutzt werden. Denn die mangelhafte Chancenverwertung war in den ersten Bundesliga-Spielen das große Manko, wie auch Völler erkannt hat: "Da müssen wir unsere fußballerische Qualität effizienter nutzen."

Bayer nach zwei Siegen wieder auf Kurs

Der Stimmungsumschwung durch die zwei Siege beim FC Augsburg (3:1) und gegen die SpVgg Greuther Fürth (2:0) ist aber unverkennbar. Der Aufwärtstrend soll nun auch international fortgesetzt werden. Dabei ist das Pensum enorm. In Trondheim steht für die Werkself das fünfte Pflichtspiel innerhalb von 15 Tagen an, am Sonntag geht es dann vor der Länderspielpause noch zum VfB Stuttgart.

"Es ist wichtig in Englischen Wochen, wo die Kraft nachlässt, dass wir mit frischen Leuten noch einmal nachlegen können. Das hat uns in den letzten Jahren gefehlt", sagte Mittelfeldspieler Lars Bender und verweist auf den gesteigerten Konkurrenzkampf. So war etwa Sidney Sam am Samstag gegen Fürth eingewechselt worden und hatte beide Tore erzielt.

Sam war es auch, der vor zwei Jahren beim "Zitterspiel" in Trondheim den Siegtreffer erzielt hatte. Damals hatten Trainer Jupp Heynckes und Co. speziell angefertigte beheizbare Schuhe getragen. Dass die Refinanzierung der "Schlappen" noch aussteht, wird Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser verkraften können. Ende November wartet ja noch das Auswärtsspiel in Charkiw. Da wird es dann garantiert kälter sein.

Der Kader von Bayer Leverkusen

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