Atleticos Arda Turan im Porträt

Kleiner Botschafter mit großer Mission

Von Alexander Maack
Mittwoch, 09.05.2012 | 15:06 Uhr
Arda Turan will mit dem Gewinn der Europa League seinen Jugendtraum erfüllen
© Imago
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Für Arda Turan wäre der Gewinn der Europa League mit Atletico Madrid gegen Athletic Bilbao (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) die Erfüllung eines Traums, den er mit Galatasaray nicht verwirklichen konnte. Das Spiel im Nationalstadion von Bukarest ist der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere, die nicht ohne Hürden war.

"Ein solches Endspiel war in meiner Karriere mein größter Traum", sagt Arda Turan über das anstehende Europa-League-Finale gegen Athletic Bilbao. Die Karriere des 25-jährigen Türken wäre allerdings fast weit vor der Erfüllung seines Traums zu Ende gewesen.

Zu seinem ersten Probetraining bei Galatasaray konnte der damals Zehnjährige nicht mal antreten. Weil er einige Minuten zu spät erschienen war, wurde er umgehend wieder nach Hause geschickt - ohne die Chance sein Potenzial zu beweisen.

Dort kam er weinend an, weil er sich als Fan von Galatasaray nichts sehnlicher wünschte, als für ebenjenen Klub zu spielen.

Seine exzellente Technik und das früh erkennbare Selbstvertrauen überzeugten die Scouts von Galatasaray jedoch, ihm eine weitere Chance zu geben. Er nutzte sie. Schnell galt Arda als eines der größten Talente in der Jugendakademie von Galatasaray - und kurze später Zeit auch der Türkei.

Arda durchlief von der U 16 an sämtliche türkischen Jugendnationalmannschaften. Dabei erzielte er in 72 Spielen respektable 13 Tore und war das herausragende Talent seines Jahrgangs.

Beim Übergang zum Männerbereich hatte der Offensivspieler, trotz der Vorschusslorbeeren, Startschwierigkeiten. Zwar feierte Arda am 34. Spieltag der Saison 2004/05 sein Süper-Lig-Debüt gegen Denizli, in der Folgesaison war im Kader von Galatasaray aber kein Platz mehr für den Nachwuchsspieler.

Keine Chance unter Gerets

Der damalige Trainer Erik Gerets vertraute in der Saison 2005/06 lieber etablierten Kräften. Geringe Einsatzzeiten und eine möglicherweise stagnierende Entwicklung wären die Folge gewesen. Arda musste den Verein wechseln.

Ein halbjähriges Leihgeschäft mit Manisaspor wurde arrangiert, wo Arda in 15 Ligaspielen die nötige Einsatzzeit bekam. Allerdings musste er dafür von seiner Stammposition, der offensiven Außenbahn, meist auf den Posten des Rechtsverteidigers zurückweichen. Trotzdem überzeugte der junge Leihspieler, schoss zwei Tore und war mit zwei Torvorlagen am 30. Spieltag maßgeblich am 5:3-Sieg gegen Fenerbahce beteiligt.

Dass dadurch Fener den Titel verspielte, war für Arda quasi der erste Schritt zurück zur Galatasray, wohin er körperlich robuster zurückkehrte. Gerets sah in ihm noch immer nicht die gewünschte Verstärkung und wollte ihn erneut verleihen. Der Vorstand stellte ihm sich jedoch quer. Arda sollte unbedingt im Kader bleiben und hinter dem Argentinier Marcelo Carrusca weiter aufgebaut werden.

Als Carrusca zu Saisonbeginn jedoch maßlos enttäuschte, bekam der junge A-Nationalspieler doch seine Chance. Bereits im zweiten Pflichtspiel bewies er sein Potenzial und schoss beim 5:2 in der Champions-League-Qualifikation zwei Tore gegen Mlada Boleslav.

Von nun an war Arda nicht mehr aus der Stammelf zu verdrängen. Vom 2. bis zum 20. Spieltag stand er zu Beginn jedes Ligaspiels auf dem Platz. In der gesamten Saison erzielte er fünf Tore bei 26 Einsätzen und konnte außerdem Champions-League-Erfahrung sammeln.

Internationaler Durchbruch bei der EM 2008

Obwohl er in der Türkei schon längst ein Star war, hatten im Rest von Europa nur wenige von Arda Notiz genommen. Nachdem er mit 19 Spielen schon zum Stammpersonal der türkischen Nationalmannschaft zählte, machte er bei der EM 2008 allerdings erstmals auf großer Bühne auf sich aufmerksam.

In den Vorrundenspielen gegen die Schweiz und Tschechien erzielte er je ein Tor. Der Anschlusstreffer zum 1:2 gegen Tschechien in der 75. Minute leitete eine furiose Aufholholjagd ein, die nach zwei Treffern von Nihat Kahveci mit einem 3:2-Sieg endete.

Bei der Halbfinalniederlage gegen Deutschland musste der 21-Jährige allerdings gesperrt zugucken, da er im Viertelfinale seine zweite Gelbe Karte kassiert hatte. Er war nicht der Einzige: insgesamt neun Spieler fehlten der Türkei verletzt oder gesperrt. Fatih Terim zog alle Register und bot Ersatztorwart Tolga als Feldspieler auf. "Wir können uns nicht mehr den Luxus erlauben, dass sich die Spieler aussuchen, wo sie spielen wollen", sagte Terim.

Für seine guten Leistungen wurde Arda schnell belohnt. Nach der Europameisterschaft schickten die europäischen Top-Klubs Scouts nach Istanbul, darunter der FC Liverpool und Manchester United. Das Interesse ehrte Arda, ist er doch bekennender Liverpool-Fan: "Ich mag sie, weil sie die gleichen Farben wie Galatasaray haben und das Stadion überragend ist."

Auch die Lokalrivalen interessierten sich für Arda. "Gebt mir 15 Minuten und ich überzeuge ihn, dass er zu Fener kommt", tönte Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim, der eine Ablöse von 15 Millionen in Aussicht stellte. "Ich habe Angst, dass Aziz Yildirim in diesen 15 Minuten Galatasaray-Fan wird", antwortete Galas Präsident Adnan Polat hämisch und wies auf die Identifikation Ardas mit seinem Jugendverein hin.

Yildirims Plan scheiterte schließlich. Arda blieb bei Galatasaray, verlängerte seinen Vertrag und führte die Mannschaft mit sieben Toren und 17 Vorlagen als Spielgestalter souverän zur Meisterschaft.

Kritik aus den Medien

Arda rückte durch seine Leistungen immer mehr in den Fokus der türkischen Medien. Von besonderem Interesse war für die Boulevard-Journalisten sein Privatleben, speziell seine Beziehung zur Schauspielerin Sinem Kobal. Das Paar entwickelte sich zu einer türkischen Version der Beckhams. In der Öffentlichkeit wurde Arda bei schlechten Leistungen immer häufiger als Schuldiger deklariert. Die Kritik ging an ihm nicht spurlos vorbei.

Die Katastrophensaison 2010/11, in der Galatasaray lediglich den achten Platz belegte, erlebte Arda, der inzwischen die legendäre Trikotnummer 10 von Georghe Hagi und die Kaiptänsbinde trug, meist von der Tribüne aus. Mit einer Adduktorenverletzung fiel er fast die Hälfte der Spielzeit aus.

Trotzdem kamen abermals Gerüchte um einen Wechsel auf, die Gala-Präsident Adnan Polat schnell ablehnte: "Arda darf den Klub nicht verlassen, bis er einen Europapokal holt." Arda dagegen drängte auf einen Wechsel, weil vor allem der Druck immer größer wurde.

Die Fans von Galatasaray hofften dagegen, dass Arda bleiben würde, nachdem Fatih Terim zu Beginn dieser als neuer Trainer präsentiert wurde. Schließlich hatte dieser Arda im Jahr 2006 zum Nationalspieler gemacht und galt seitdem als einer seiner größten Förderer.

Die Hoffnungen sollten sich jedoch schnell als unbegründet herausstellen. Als Galas Kapitän 2011 für 13 Millionen Euro zu Atletico Madrid wechselte, waren einige Fans enttäuscht, dass Arda zuerst die Vorbereitung unter Terim mitgemacht hatte, den Verein dann aber doch verließ.

Der Wechsel zu Atletico war allerdings keinesfalls eine Kurzschlussreaktion. Schon ein Jahr zuvor hatten die Madrilenen ein offizielles Angebot über elf Millionen Euro für Galatasarays Kapitän abgegeben. Damals noch ohne Erfolg.

Transfer zum richtigen Zeitpunkt

Für Arda sollte sich der Transfer als goldrichtig erweisen. Während er bei Galatasaray irgendwann überspielt wirkte und gerade in Krisenzeiten - allen taktischen Vorgaben zum Trotz - alles selbst machen wollte, konnte er sich bei Atletico in ein Offensivkollektiv einfügen, ohne selbst der Dreh- und Angelpunkt sein zu müssen. Dass er nicht mehr unter der brutalen Erwartungshaltung steht, wirkt sich auf das Spiel aus. Arda ist in Spanien gereift, hat sich taktisch und spielerisch schnell weiter entwickelt

Zusammen mit Diego, Adrian und Falcao bildet er inzwischen ein höchst gefährliches und schwer auszurechnendes Offensivquartett. In den Halbfinalspielen gegen den FC Valencia zählte er zu den besten Spielern der Spanier.

Ein Grund dafür ist sicherlich Diego Simeone, der im Dezember das Traineramt bei Atletico übernahm, worauf Ardas Entwicklung nochmals beschleunigt wurde. Den Grund erklärt er selbst: "Er lässt uns offensiv spielen. Wir spielen auf kurzer Distanz mit vielen Pässen. Das kommt uns gelegen. Das sieht fast so aus wie bei Barcelona, wobei wir natürlich längst nicht so stark sind wie sie."

Die Chancen für einen Gewinn der Europa-League beurteilt Arda mittlerweile äußerst positiv: "Wir müssen vor niemandem Angst haben. Wir haben eine sehr gute Mannschaft." Für den Türken wäre der Titel die Erfüllung eines Traums, den er sich eigentlich mit Galatasaray erfüllen wollte.

Als Jugendlicher sah er den Europapokal-Triumph seiner Lieblingsmannschaft. "Es ist mein größer Traum, einen Europapokal in die Luft zu stemmen, wie Hakan Sükür oder Bülent Korkmaz 2000", sagte Arda.

Jetzt soll es mit Atletico Madrid klappen: "Auch, weil ich ein kleiner Botschafter meines Landes bin."

Arda Turan im Profil

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