96-Boss Kind: "Das Halbfinale ist möglich"

SID
Mittwoch, 28.03.2012 | 10:45 Uhr
Hannover-Boss Martin Kind hat das Halbfinale schon fest im Blick
© Getty
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Am Donnerstag ist mal wieder Kür. Viertelfinal-Hinspiel der Europa League, Atletico Madrid als renommierter Gegner, ein Festtag. "Wir freuen uns auf diese Herausforderung. Unsere Mannschaft kann sich mit allen Gegnern messen. Wir müssen nicht vor Ehrfurcht erstarren", sagte Klubchef Martin Kind von Hannover 96 vor dem Gastspiel im Estadio Vicente Calderon (20.50 Uhr im LIVE-TICKER).

International wird der Klub seit Monaten von einer Euphoriewelle getragen. Auch in der Runde der letzten Acht soll damit noch nicht Schluss sein. "Der Traum geht weiter, das Halbfinale ist möglich", sagte Kind.

Atletico - Hannover: Daten & Fakten zum Spiel

Die Prämien für die Mannschaft hat der Vereinsboss schon bis zum Finale am 9. Mai in Bukarest ausgehandelt. Eine leichte Übung angesichts der rund 18 Millionen Euro Umsatzplus, die der Wettbewerb bereits jetzt in die bisher so leeren Kassen der Niedersachsen gespült hat. "Das gibt uns die Möglichkeit, den Verein kontinuierlich weiterzuentwickeln", sagte Kind. Mittelfristig soll Hannover 96 zu einer europäischen "Marke" werden.

"Mannschaft hat jede Aufgabe bravourös gelöst"

Ein weiterer Triumph gegen Madrid wäre da nur zuträglich - auch wenn der Europa-League-Sieger von 2010 schon ein anderes Kaliber als der FC Brügge oder Standard Lüttich in den Runden zuvor ist. "Auf uns wartet sicherlich die bisher größte Herausforderung", sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke, bevor es am Mittwoch nach Spanien ging: "Aber die Mannschaft hat bisher jede Aufgabe bravourös gelöst. Auch gegen Sevilla standen wir vor einer Herausforderung, von der mancher gedacht hat, dass sie für uns nicht zu bewältigen wäre."

Der FC Sevilla hatte in der Qualifikationsrunde den Auftakt zu Hannovers Europa-Tour gebildet. 2:1 im Heimspiel, 1:1 in Andalusien und die Reise ging weiter. Und weiter. Und weiter.

"Wer hätte damals gedacht, dass wir jetzt immer noch dabei sind", sagte 96-Trainer Mirko Slomka, dessen Team am Donnerstag in bester Besetzung auflaufen kann: "Die Favoritenrolle in Madrid ist klar verteilt. Aber wir haben schon bewiesen, wozu wir als Außenseiter in der Lage sind."

Hannover ohne Angst vor Diego

Soll heißen: Atletico hat Stars wie den ehemaligen Bremer und Wolfsburger Diego oder Torjäger Falcao - Hannover hat aber ebenfalls Spieler wie Winterzugang Mame Diouf oder Jan Schlaudraff. Folglich will man in Madrid die eigenen Stärken sprechen lassen.

"Es bringt doch nichts, wenn wir uns allein auf jemanden wie Diego konzentrieren. Das würde nicht gut für uns ausgehen", sagte Schmadtke. Zuletzt war Diego mit einem Muskelfaserriss ausgefallen, nun kämpft er um Anschluss und will helfen, dass Madrids Saison doch noch ein gutes Ende findet.

"Wir werden sehen, wo es hingeht"

In der Primera Division belegt der neunmalige spanische Meister derzeit nur Rang acht - wie Hannover in der Bundesliga. Doch die Ansprüche sind unterschiedlich. "Wenn es für uns so bliebe, wäre es trotzdem eine erfolgreiche Saison", sagte Schmadtke: "Auch wenn das der eine oder andere vielleicht anders bewerten wird. Wir haben immer gesagt, dass wir am Ende der Saison in der oberen Tabellenhälfte stehen wollen." Für eine erneute Qualifikation für die Europa League wäre dies allerdings zu wenig.

"Auf uns warten eminent wichtige Spiele. Danach werden wir sehen, wo es hingeht", sagte Schmadtke angesichts des Bundesligaprogramms mit den nun anstehenden Partien gegen Borussia Mönchengladbach, bei Schalke 04 und gegen den VfL Wolfsburg.

Manch 96-Fan wird doppelt die Daumen drücken, um in der kommenden Saison nicht nur erfolgreich sondern auch ein wenig entspannter durch Europa reisen zu können. Zuletzt waren die Trips nicht immer unproblematisch: In Lüttich durften Hannovers Anhänger aus Sicherheitsbedenken nicht in die Innenstadt, in Madrid ruht am Donnerstag so einiges. Es ist kein Feiertag. Es ist Generalstreik.

Alle Viertelfinals im Überblick

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