Freitag, 19.03.2010

Europa League

Werder: Leere Blicke, leerer Akku, leere Hände

Leere Blicke, leerer Akku, leere Hände. Nachdem das x-te Wunder von der Weser ausgeblieben war, stand Klaus Allofs der Frust ins Gesicht geschrieben.

Marko Marin (M.) erzielte das zwischenzeitliche 3:3 für Bremen
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Marko Marin (M.) erzielte das zwischenzeitliche 3:3 für Bremen

"Wir haben so viele Nackenschläge in dieser Partie hingenommen und hätten trotzdem weiterkommen müssen", schimpfte Werder Bremens Sportdirektor nach der emotionalen Achterbahnfahrt im Achtelfinale der Europa League gegen den FC Valencia. 4:4 (1:3) hieß es am Ende.

Die zwischenzeitliche Aufholjagd der Hanseaten wurde nicht belohnt, nach dem 1:1 im Hinspiel ist für den Vorjahresfinalisten die Europapokalsaison zu Ende. "Das war nicht nötig", sagte Allofs: "Aber wir haben so viele Fehler wie lange nicht mehr gemacht. Wir müssen uns in den kleinen Dingen verbessern und cleverer sein, um auf diesem Niveau bestehen zu können."

In der Tat. Besonders die Abwehr war gegen die äußerst quirlige und leichtfüßige Offensivreihe der Spanier um den dreimal erfolgreichen EM-Torschützenkönig David Villa überfordert. Für den vierten Treffer der Spanier sorgte Juan Mata (15.). "Vier Gegentore zu bekommen, ist einfach ein Unding", sagte Bremens Kapitän Torsten Frings.

Villa schießt Werder ab

Villa schien sich fast ein Spaß daraus zu machen, immer genau dann zu treffen, wenn es für die Platzherren am ungünstigsten war. Das 1:0 in der zweiten Minute war eine kalte Dusche, das 3:1 kurz vor dem Pausenpfiff (45.) schon fast der Todesstoß für die zuvor stärker werdenden Hanseaten.

Villas 4:3 fiel dann nur vier Minuten nachdem Werder zum 3:3 ausgeglichen und wieder Morgenluft gewittert hatte (66.). "Villa war eiskalt. Als wir dran waren, hat er zugeschlagen", sagte Außenverteidiger Clemens Fritz, und Frings ergänzte: "David Villa ist natürlich ein Klassestürmer. Aber wenn du so viel Platz bekommst, brauchst du nicht unbedingt Villa zu heißen, um zu treffen."

So erwies sich alles Aufbäumen, Kämpfen und Rackern der Bremer als vergebliche Liebesmüh. "Leider gab es kein Happy End", sagte Fritz nach dem erfolglosen Kraftakt.

Die Treffer von Hugo Almeida (26.), Frings (57., Foulelfmeter), Marko Marin (62.) und Claudio Pizarro (84.) blieben Makulatur. Einzig den Spannungsbogen hielten sie bei Werders Horror-Film aufrecht. Dabei wäre auch im Spiel nach vorne durchaus noch mehr drin gewesen.

Frings und Allofs beklagen fehlende Kaltschnäuzigkeit

"Wir hätten zehn Tore schießen können", sagte Frings, und auch Allofs bemängelte die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten: "Ich kann mich an kaum ein Spiel erinnern, in dem wir so viele klare Möglichkeiten hatten."

EL-Achtelfinale: Der komplette Wahnsinn in Europa
Werder Bremen - FC Valencia 4:4: Ein Bild als Synonym für einen unfassbaren, enttäuschenden Abend
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Werder Bremen - FC Valencia 4:4: Ein Bild als Synonym für einen unfassbaren, enttäuschenden Abend
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Werder lag schnell hinten, Marko Marin (r., gegen Miguel) spielten sich aber in der Offensive in einen Rausch
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Werder lag schnell hinten, Marko Marin (r., gegen Miguel) spielten sich aber in der Offensive in einen Rausch
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Nachdem Bremen nach dem 1:3 quasi schon weg vomn Fenster war, brachte Torsten Frings Werder per Foulelfmeter wieder heran
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Nachdem Bremen nach dem 1:3 quasi schon weg vomn Fenster war, brachte Torsten Frings Werder per Foulelfmeter wieder heran
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Sechs Minuten vor dem Ende schaffte Claudio Pizarro (M.) per Kopf den Ausgleich zum 4:4
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Sechs Minuten vor dem Ende schaffte Claudio Pizarro (M.) per Kopf den Ausgleich zum 4:4
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Bremen warf in den Schlussminuten alles nach vorne...
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Bremen warf in den Schlussminuten alles nach vorne...
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...wurde aber nicht mehr für seinen enormen Aufwand belohnt. Der letztjährige Finalist um Per Mertesacker ist raus
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...wurde aber nicht mehr für seinen enormen Aufwand belohnt. Der letztjährige Finalist um Per Mertesacker ist raus
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FC Fulham - Juventus Turin 4:1: Hammer-Spiel im Craven Cottage! Juve kam mit einem 3:1 im Gepäck an, verlor aber Cannavaro schon nach 27 Minuten durch Platzverwies
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FC Fulham - Juventus Turin 4:1: Hammer-Spiel im Craven Cottage! Juve kam mit einem 3:1 im Gepäck an, verlor aber Cannavaro schon nach 27 Minuten durch Platzverwies
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Und ging die wilde Fahrt ab. Nach zwei frühen Toren durch Trezeguet und Zamora besorgte Zoltan Gera (l.) per Doppelpack das 3:1
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Und ging die wilde Fahrt ab. Nach zwei frühen Toren durch Trezeguet und Zamora besorgte Zoltan Gera (l.) per Doppelpack das 3:1
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Juve wehrte sich mit einem Mann weniger nach Kräften...
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Juve wehrte sich mit einem Mann weniger nach Kräften...
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...aber vier Minuten vor dem Ende versetzte Clint Dempsey (l.) Juve mit dem 4:1 den Todesstoß. In der Nachspielzeit flog dann auch noch Juves Zebina mit Rot vom Platz
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...aber vier Minuten vor dem Ende versetzte Clint Dempsey (l.) Juve mit dem 4:1 den Todesstoß. In der Nachspielzeit flog dann auch noch Juves Zebina mit Rot vom Platz
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Anderlecht - Hamburger SV: Die Partie war ein ständiges Hin und Her, David Jarolim (r.) und Co. mussten bis zum Schlusspfiff zittern
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Anderlecht - Hamburger SV: Die Partie war ein ständiges Hin und Her, David Jarolim (r.) und Co. mussten bis zum Schlusspfiff zittern
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Und da ist es passiert! Marcell Jansen (l.) traf zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich
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Und da ist es passiert! Marcell Jansen (l.) traf zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich
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Nach dem Spiel ließ Ruud van Nistelrooy seiner Freude freien Lauf. Die Erleichterung beim Abpfiff war unwahrscheinlich groß
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Nach dem Spiel ließ Ruud van Nistelrooy seiner Freude freien Lauf. Die Erleichterung beim Abpfiff war unwahrscheinlich groß
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Wolfsburg - Rubin Kasan: Obafemi Martins (l.) erzielte per Kopfball den 1:1-Ausgleich und leitete damit die Wende im Spiel ein
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Wolfsburg - Rubin Kasan: Obafemi Martins (l.) erzielte per Kopfball den 1:1-Ausgleich und leitete damit die Wende im Spiel ein
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In der 119. Minute ließ Christian Gentner (l.) schließlich die Emotionen explodieren. Mit einem überlegten Flachschuss traf er kurz vor Schluss zum 2:1 für die Wöfle
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In der 119. Minute ließ Christian Gentner (l.) schließlich die Emotionen explodieren. Mit einem überlegten Flachschuss traf er kurz vor Schluss zum 2:1 für die Wöfle
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Anschließend kannte der Wolfsburger Jubel keine Grenzen. Der VfL steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs
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Anschließend kannte der Wolfsburger Jubel keine Grenzen. Der VfL steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs
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Geholfen hat es nichts. Der Traum von einer Endspielteilnahme am 12. Mai im Stadion des Erzrivalen Hamburger SV zerplatzte irgendwo zwischen Abwehr- und Abschlussschwäche. Gehofft wurde vor 24.200 Zuschauern trotzdem bis zum Schluss.

"Im Grunde habe ich erst nach dem Abpfiff gedacht, dass es nichts mehr wird", sagte Allofs, dessen Team allerdings nur 43 Stunden bleiben, um Enttäuschung und Ausscheiden zu verarbeiten.

Bereits am Samstagnachmittag steht das Bundesliga-Spiel gegen den VfL Bochum auf dem Programm. Am Dienstag geht es dann im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den Zweitligisten FC Augsburg. "Natürlich wird das nicht einfach. Aber wir müssen den inneren Schweinehund überwinden", sagte Allofs.

Bremen scheidet nach wildem Spiel aus


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