Werder zwischen Glück und Unzufriedenheit

SID
Freitag, 12.03.2010 | 14:15 Uhr
Claudio Pizarro spielt seit 2008 für Werder Bremen
© Getty
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Emotional zerrissen kehrten die Spieler von Werder Bremen nach dem 1:1 (1:0) beim FC Valencia am Freitag an die Weser zurück. Glücklich war man über eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel, sauer über einen in Überzahl verschenkten Sieg.

Wäre man vor diesem Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League mit einem solchen Resultat vor 40.000 Zuschauern im Mestalla-Stadion noch einverstanden gewesen, hielt sich nun die Begeisterung in engen Grenzen.

"Wir hätten in Überzahl ein zweites Tor schießen müssen, dann hätten wir in der letzten halben Stunde Ruhe gehabt", sagte Torhüter Tim Wiese, der in der Schlussphase gleich mehrfach den wertvollen Auswärtspunkt für den deutschen Pokalsieger festhielt.

Video von ran: Valencia - Bremen: Die Highlights

Doch statt die personelle Unterlegenheit des Gegners zu nutzen - Valencias Evner Banega sah in der 55. Minute nach einer Tätlichkeit gegen Marko Marin die Rote Karte - kassierten die Bremer nur 120 Sekunden später durch Juan Manuel Mata den Ausgleich.

"Haben die Ordnung verloren"

Von wegen Ruhe! Und so hatte man in den letzten 30 Minuten eher das Gefühl, dass die Spanier einen Spieler mehr auf dem Platz hatten.

"Da hat sich wieder dieses Phänomen gezeigt, dass bei einer Mannschaft in Überzahl plötzlich weniger gelaufen wird. Nicht Valencia hat nach dem Platzverweis die Ordnung verloren, sondern wir", kritisierte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. Glück für die Hanseaten, dass sie lange von einem zweifelhaften Foulelfmeter in der 24. Minute zehren konnten.

Nach einem kaum wahrnehmbaren leichten Schubser gegen Torjäger Claudio Pizarro zeigte Schiedsrichter Martin Atkinson auf den Punkt, eine schwer nachvollziehbare Entscheidung.

Doch Kapitän Torsten Frings nahm das unerwartete Geschenk gerne an und vollstreckte eiskalt. In Valencia war man verständlicherweise empört. "Eine Erfindung des Schiedsrichters", nannte die spanische Sport-Tageszeitung "Marca" den ominösen Pfiff.

Trainer Unai Emery echauffierte sich ebenfalls mit Leidenschaft: "Unmöglich, eine solche Entscheidung zu treffen." Dennoch war dieser Strafstoß ein Treffer, der auf dem Weg ins Viertelfinale noch sehr wertvoll sein könnte. "Bei normalem Verlauf müssten wir eine Runde weiterkommen", erklärte Allofs mit Blick auf das Rückspiel am 18. März (19 Uhr auf SAT.1 und auf SKY) im Weserstadion.

Wiese neidisch auf Mentalität

Allerdings: Eine derart fanatische Unterstützung, wie sie dem FC Valencia durch sein Publikum gewährt wurde, werden die Bremer dann von ihren Besuchern kaum erwarten können. Keeper Wiese spürbar neidisch: "Diese Mentalität der Zuschauer fehlt in Deutschland völlig. Die stehen wie verrückt hinter ihrer Mannschaft."

Viel wird in der zweiten und entscheidenden Begegnung davon abhängen, ob es den Norddeutschen erneut gelingt, Valencias Superstar David Villa am Toreschießen zu hindern.

Der gefürchtete Torjäger lieferte sich ein rassiges Duell mit Per Mertesacker, konnte den langen Innenverteidiger auch das eine oder andere Mal düpieren, doch irgendwie brachte immer noch ein Bremer seinen Fuß dazwischen, wenn der 28-Jährige doch einmal abgezogen hatte.

Valencia - Bremen: Daten und Fakten

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