Galatasaray im Systemcheck

Frank Rijkaard und sein neues Barca

Von Fatih Demireli
Donnerstag, 18.02.2010 | 16:16 Uhr
Voll im Prozess: Frank Rijkaard (M.) lässt bei Galatasaray keinen Stein auf dem anderen
© galatasaray
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Seit seinem Wechsel zu Galatasaray im vergangenen Sommer hat Trainer Frank Rijkaard alle Hände voll zu tun. Der Niederländer krempelt den türkischen Spitzenklub komplett um. Besonders die Umstellung des Systems hat bei Rijkaard oberste Priorität. In mehreren Phasen hat er seiner Mannschaft ein neues Gesicht verpasst. Doch die Umbauarbeiten werden auch von Problemen begleitet.

SPOX analysiert die ersten Monate von Frank Rijkaard bei Galatasaray und stellt dabei fest, dass der Niederländer sich seinen neuen FC Barcelona bastelt. Zwischen 2003 und 2008 arbeitete Rijkaard erfolgreich für die Katalanen und holte 2006 die Champions League. Seine damalige Erfolgsformel will der 48-Jährige auch bei Galatasaray anwenden.

Vor der Ära Frank Rijkaard: Die Verpflichtung, offensiven Fußball spielen zu lassen, ist in der Vereinsordnung Galatasarays zwar noch nicht niedergeschrieben worden, aber als eines der Grundgesetze beim 105-jährigen Klub kann sie allemal gelten. Die zahlreichen nationalen Titel sowie UEFA-Pokal- und Supercup-Erfolg waren geprägt von der Offensive.

Dass Mircea Lucescu 2001 trotz Meisterschaft und erstmaligem Erreichen des Viertelfinals der Champions League gehen musste, hatte nichts mit Erfolglosigkeit zu tun, sondern viel mehr mit dem sehr konservativen System des Rumänen. Nachfolger Fatih Terim war zwar weit weniger erfolgreich als Lucescu, ließ aber zumindest wieder schöneren Fußball spielen.

Keine Ordnung unter Skibbe und Korkmaz

Auch Michael Skibbe ließ in der vergangenen Saison phasenweise ansehnlich spielen, doch wie schon bei Bayer Leverkusen blieb der Erfolg auf der Strecke. Trotz namhafter Neuzugänge wie Milan Baros oder Harry Kewell (Bild 1 in der Diashow) fand Galatasaray im 4-5-1-System keine Ordnung. Das Umschalten von Defensive auf Offensive und umgekehrt klappte nicht. Zwischen den offensiven Baros, Kewell, Lincoln und Arda und dem der Rest der Mannschaft klaffte eine große Lücke.

Nach einem 2:5 zu Hause gegen den Tabellenletzten Kocaelispor musste Skibbe gehen - und mit ihm das System. Nachfolger Bülent Korkmaz versuchte es mit einer defensiven Taktik und versagte ebenso. Zu Beginn dieser Saison musste ein Fachmann ans Werk, der sowohl den offensiven Stil als auch den sportlichen Erfolg bewerkstelligen konnte. Die Wahl fiel auf Frank Rijkaard, der beim FC Barcelona genau diese Fähigkeiten unter Beweis stellte. Er sollte der neue König der Löwen werden.

Rijkaards erste Maßnahmen: "Wir wollen bei Galatasaray den schönsten Fußball spielen und die Zuschauer begeistern. Ich will ein neues System kreieren und die Spieler, die ich hierfür brauche, installieren." Die ersten Worte Rijkaards leiteten den großen Umbruch ein. Da Galatasaray schon Mitte Juli in die Qualifikation zur Europa League einsteigen musste, begann die Vorbereitung früh. Rijkaard ließ sich sämtliche Spiele der Saison 2008/2009 auf DVD geben und studierte diese fast zwei Wochen in seiner Amsterdamer Wohnung.

"Mein ersten Eindrücke sind sehr positiv, aber unsere geplante Umstellung wird Zeit in Anspruch nehmen, weil ich nicht weiß, wie die Mannschaft auf den Wandel reagieren wird", so Rijkaard damals. Der Niederländer ließ auffällig viele junge Spieler aus dem Unterbau mittrainieren. In den ersten Testspielen kamen fast nur die Junioren zum Einsatz. Rijkaard suchte nach neuen Juwelen und wurde  fündig: Mit Serdar Eylik und Emre Colak spielten sich zwei 18-Jährige ins Visier des neuen Chefs.

Kreativer mit Elano und Keita

Und auch auf dem Transfermarkt begann Galatasaray aktiv zu werden. Die Transfers von Torhüter Leo Franco, Abwehrspieler Gökhan Zan und Mittelfeldspieler Mustafa Sarp wurden schon vor der Rijkaard-Verpflichtung eingefädelt. Die ersten echten Transfers des Trainers waren Abdel Kader Keita von Olympique Lyon und Elano von Manchester City. Rijkaard erkannte bei seinem Galatasaray-Studium mangelnde Kreativität. Gerade nachdem feststand, dass Lincoln den Klub verlassen wird, waren spielerisch starke Spieler bitter nötig. Keita und Elano waren also wichtige Bausteine, die Rijkaard benötigte, um in seinem früh festgelegten 4-3-3-System viel Ballbesitz, gepflegtes Passspiel und Forechecking zu gewährleisten.

Zu einer zentralen Figur stieg dabei unerwartet Mustafa Sarp auf. Den Mittelfeldspieler, der von Bursaspor kam, hatte keiner auf dem Zettel - doch Rijkaard setzte auf den Mann, der im Mittelfeld nicht nur defensiv arbeiten konnte, sondern auch offensive Qualitäten mitbrachte. Sarp wurde auf Anhieb Rijkaards neuer Xavi. Er ist es heute noch. Neben Sarp bekam zunächst Ayhan Akman einen Platz im Mittelfeld. Wichtig war auch die Umstellung von Arda Turan von Linksaußen auf zentral offensiv (Bild 2 in der Diashow). Rijkaard erhoffte sich dadurch noch mehr Ballbesitz im Mittelfeld. Arda sollte das Bindeglied zwischen Mittelfeld und Sturm sein.

"Ich habe noch nie so viel Taktik trainiert", so Arda. Statt üblichem Konditionsbolzen setzte Rijkaard im Training gemeinsam mit seinem "Gehirn" Johan Neeskens auf das Erlernen von Automatismen im Spielaufbau. Viele kurze, genaue Pässe, viel Pressing beim gegnerischen Ballbesitz, offensiver Grundgedanke standen auf dem täglichen Trainingsplan. Bei fast jeder Übung war der Ball im Spiel. Um die Konditionsarbeit kümmerten sich ausschließlich Carlos Cuadrat und Albert Rocha Pujol. Das Duo arbeitete schon in Barcelona mit Rijkaard zusammen.

Die zweite Phase: Das neue System ging auf. Im 4-3-3-System qualifizierte sich Galatasaray für die Europa League und eilte in der Süper Lig von Sieg zu Sieg. Sieben Siege in Folge zum Saisonstart bedeuteten einen Vereinsrekord. Besonders in der Offensive brillierte das Rijkaard-Team. Keita über rechts, Kewell über links und Arda hinter der einzigen Spitze Baros verzückten die Liga. "Galatasaray hat den besten Kader der Liga und wird allen noch viel Spaß machen", so Klub-Legende Hakan Sükür im September 2009.

Die Probleme, die Galatasaray erneut in der Rückwärtsbewegung offenbarte, gerieten aufgrund der Offensivpower und der zahlreich erzielten Tore nicht gleich in den Fokus. Das änderte sich allerdings schlagartig mit dem 1:3 im Derby bei Fenerbahce: Galatasaray verlor nicht nur das Spiel, sondern wurde auch phasenweise überrannt. Christoph Daums Fener hätte auch weit höher gewinnen können.

Torgefährlicher Nonda passt nicht ins System

Doch viel bitterer als die Niederlage war die Verletzung von Stürmer Baros, der nach einem Foul von Emre Belözoglu einen Mittelfußbruch erlitt und bis heute noch nicht in den Kader zurückgekehrt ist. Das ganze System geriet durcheinander. Baros war bis dahin nicht nur wichtigster Torjäger, sondern auch erste Anspielstation im Sturmzentrum. Der Tscheche war voll eingebunden im Aufbau, wich immer wieder auf die Außen aus, um einen Angriff mit einzuleiten. So wie zu seinen Barcelona-Zeiten Samuel Eto'o.

Nach dem Ausfall von Baros fehlte eine Alternative. Shabani Nonda war zwar durchaus torgefährlich, aber ihm fehlte Dynamik und Fitness, um die taktischen Aufgaben von Baros zu übernehmen. Deswegen landete der Kongolese auch schnell wieder auf der Bank, um dem spielerisch stärkeren Harry Kewell Platz zu machen. Arda Turan musste zunächst zurück  auf die Außenposition und Elano übernahm den Part im Zentrum (Bild 3 in der Diashow).

Die dritte Phase: Im Herbst begann die schwierigste Zeit für Rijkaard. Der Ausfall von Baros und die damit verbundene Umstellung stellten den Trainer vor große Probleme. In der Offensive fehlte es an Durchschlagskraft, aber Rijkaard lehnte einen Systemwechsel ab - sein großes Idol Johan Cruyff diente ihm dabei als Vorbild: "Als er Ajax-Trainer wurde, hatte er eine Philosophie. Die hat er auch nicht verworfen, als es schlecht lief. Der Erfolg gab ihm später recht."

Die Souveränität ging bei Galatasaray zum Jahresende verloren. Nach Baros verletzte sich auch Kewell. Doch anstatt Nonda spielen zu lassen, setzte Rijkaard diesmal auf Mittelfeldspieler Arda im Sturmzentrum. Die Idee des mitspielenden Stürmers gab Rijkaard nicht auf.

Jo kommt und trifft

In der Winterpause erfolgte dann der dritte Umbruch in einer Saison. Da ein Verteidiger fehlte, der das Spiel auch aus der Defensive eröffnen kann, wurde Lucas Neill geholt. Für den Sturm verpflichtete Galatasaray auf Leihbasis Jo von Manchester City und Giovani dos Santos, ehemaliger Schüler Rijkaards zu gemeinsamen Barca-Zeiten. Gehen musste fast wie erwartet Nonda, obwohl er mit 14 Pflichtspieltoren bester Angreifer war.

Rijkaard freute sich über die Neuverpflichtungen. "Sie passen sehr gut in unser System, wir werden mit ihnen noch stärker", so der Niederländer. Jo schoss bei Denizlispor gleich das Siegtor - in der Zeit ohne Baros und Kewell schien Galatasaray wieder die richtige Mischung gefunden zu haben. (Bild 4 in der Diashow). Auch junge Spieler wie Caner und Emre wurden aufgrund ihrer Schnelligkeit und Ballsicherheit zu richtigen Verstärkungen, mit denen man zu Saisonbeginn noch nicht rechnete.

Doch erneutes Verletzungspech machte alle Pläne wieder zunichte. Im Pokalspiel erlitt Jo eine Fußgelenksverletzung und auch Giovani dos Santos ist noch nicht die erhoffte Verstärkung. Die fehlende Spielpraxis macht sich beim Mexikaner deutlich bemerkbar.

Das neue Galatasaray: Frank Rijkaard hofft auf die Rückkehr seiner verletzten Stammspieler, um wieder auf die Erfolgsspur zurückzukehren und auch um sein Wunsch-System richtig zu formen. Das Licht am Ende des Tunnels ist bereits zu sehen. Kewell und Baros kehren wohl spätestens im März zurück. Jo könnte schon im Derby bei Besiktas am Sonntag im Kader stehen.

Wenn Baros und Kewell richtig fit werden, ist das Duo im Dreierangriff mit Keita gesetzt. Wichtig werden die Umstellungen aber vor allem im Mittelfeld, wenn Arda wieder ins offensive Mittelfeld zurückkehren darf. Dahinter soll Elano mit Mustafa Sarp die Schaltzentrale bilden (Bild 5 in der Diashow).

Kader, Spiele, Fakten: Galatasaray im Steckbrief

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