Sieben Teams können Deutschland folgen

SID
Dienstag, 16.10.2007 | 13:19 Uhr
© Getty
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Hamburg - Selbstbewusste Schotten, nervöse Niederländer und eine russische Rekordkulisse: Auf der Zielgeraden der EM- Qualifikation geht es für viele Favoriten um Alles oder Nichts. 

Sieben Teams haben am Mittwoch (ab 16 Uhr im LIVE-TICKER) die Chance, ihr Ticket für die Endrunde in Österreich und der Schweiz zu lösen und der deutschen Nationalmannschaft zur EM 2008 zu folgen.

Hochspannung herrscht besonders in Gruppe B, in der Schottland seinen Höhenflug in Georgien fortsetzen und die WM-Finalisten Italien und Frankreich im Fernduell noch mehr unter Druck setzen will.

In Moskau kann England die EM-Fahrkarte buchen, Gegner Russland kämpft um seine letzte Chance. Mit Spannung wird in Istanbul der Emotionsgipfel zwischen den ungeliebten Nachbarn Türkei und Griechenland erwartet.

Schotten wollen "Schmerzen überwinden"

"Bei dem, was auf dem Spiel steht, bin ich überzeugt, dass meine Jungs alle Schmerzen überwinden werden", sagte Schottlands Coach Alex McLeish vor dem Gastspiel seines Teams in Georgien mit Blick auf zahlreiche verletzte Spieler.

In der ehemaligen russischen Teilrepublik können die Schotten mit ihrem siebten Sieg in Serie im Optimalfall bereits die EM-Teilnahme perfekt machen und gleichzeitig den Druck auf den Gruppenzweiten Italien maximieren. Der spielfreie Weltmeister setzt dagegen auf Schützenhilfe, die ihnen der georgische Nationaltrainer Klaus Toppmöller bereits zugesagt hat: "Jetzt werden wir Italien helfen."

Hinter den vor Selbstbewusstsein strotzenden Schotten, die erstmals seit 58 Jahren sechs Siege nacheinander eingefahren haben, ist Vizeweltmeister Frankreich im Heimspiel gegen Litauen zum Siegen verdammt. Sollte die Equipe Tricolore nicht gewinnen und Schottland in Georgien drei Punkte holen, hätten sich die "Bravehearts" erstmals seit 1996 wieder für eine EM qualifiziert und würden den Pubs in der Heimat vermutlich einen Rekordumsatz bescheren. Von den beiden WM- Finalisten Frankreich und Italien würde in diesem Fall definitiv einer auf der Strecke bleiben.

Spiel um die nationale Ehre 

Nicht nur um wichtige Qualifikationspunkte, sondern vor allem um viel Prestige und nichts weniger als die nationale Ehre geht es im Spitzenspiel der Gruppe C zwischen der Türkei und Griechenland. Während Otto Rehhagel und die Griechen mit einem Sieg beim ungeliebten Nachbarn das Erreichen der Endrunde perfekt machen können, drohen die Türken (18 Punkte) bei einer Niederlage nicht nur sämtlichen Kredit bei ihren fanatischen Fans zu verspielen, sondern auch hinter Norwegen (17) zurückzufallen.

Die Skandinavier stehen in Bosnien-Herzegowina vor einer lösbaren Aufgabe. Für die Griechen geht es auch um Revanche für die 1:4-Niederlage im Hinspiel. "Wir wollen uns für die Schmach von Piräus rehabilitieren", sagte Rehhagel.

Respekt vor Kunstrasen

Hochspannung verspricht die Toppartie der Gruppe E zwischen Russland und England. Nur bei einem Sieg haben die Russen noch eine Chance auf die EM. England will dagegen mit dem wiedergenesenen Kapitän John Terry vor der Rekordkulisse von 78.000 in Moskau die letzten Zweifel an der Qualifikation ausräumen.

Großen Respekt zeigen die "Three Lions" vor dem Moskauer Kunstrasen. Einem Bericht der englischen Tageszeitung "The Guardian" hat der englische Fußball-Verband vorsorglich die Versicherungsprämie für seine Nationalspieler erhöht. Englands Nationaltrainer Steve McClaren lässt nach zuletzt fünf Qualifikationssiegen aber keine Entschuldigungen zu.

"Es ist ein ebenes Spielfeld und es gibt überhaupt keine Ausreden." Sollte Russland nicht gewinnen, wären die spielfreien Kroaten definitiv bei der EM dabei. "Ich werde am Mittwoch ein größerer England-Fan sein als jeder andere auf der Insel", sagte Kroatiens Trainer Slaven Bilic.

Van Basten bleibt ruhig

In der Gruppe F kann Schweden mit einem Sieg gegen den Tabellendritten Nordirland die EM-Quali perfekt machen. Noch aus eigener Kraft können auch die Niederlande den Sprung zur EM schaffen. Allerdings sind die Oranje-Fans nach der Niederlage in Rumänien nervös geworden, auch wenn Bondscoach Marco van Basten vor der Begegnung gegen Slowenien versucht, die Ruhe zu bewahren. "Wir werden uns qualifizieren."

Platz eins in der Gruppe G scheint für Rumänien reserviert, das mit einem Pflichtsieg beim Tabellenletzten Luxemburg alles klar machen kann. Mit einem Erfolg in Albanien will Bulgarien den Druck auf die Niederländer erhöhen. In der Deutschland-Gruppe kann Tschechien die EM-Fahrkarte lösen. Zudem plant Portugal mit einem Erfolg in Kasachstan einen wichtigen Schritt zur EM.

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