Trügerisches Vertrauen

Von Florian Bogner
Donnerstag, 11.10.2007 | 15:50 Uhr
jens lehmann training nationalmannschaft deutschland dfb-team
© Getty
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München - Ein ungeschriebenes Fußball-Gesetz sagt: Wenn du dich als Nationaltrainer nicht angreifbar machen willst, stelle niemals einen Torwart ohne Spielpraxis ins Tor.

Joachim Löw ist dabei, diese Regel zu brechen. Bei den EM-Qualifikationsspielen gegen Irland (Sa., ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER) und gegen Tschechien (Mi.) wird der Bundestrainer erneut auf Jens Lehmann zurückgreifen, obwohl dieser seit knapp zwei Monaten bei seinem Verein FC Arsenal nicht mehr zum Zuge gekommen ist.

Das hängt zum einen mit einer langwierigen Ellenbogenverletzung zusammen, zum anderen aber auch damit, dass sein Vereinstrainer Arsene Wenger momentan die Dienste von Manuel Almunia vorzieht - Änderung nicht in Sicht.

Noch lässt sich Löw auf das gefährliche Spiel ein, auf lange Sicht ist Lehmann als Bankdrücker in London als deutsche Nummer eins jedoch nicht tragbar.

Bierhoff legt Lehmann Vereinswechsel nahe

"Wir brauchen zur EM einen Torwart mit Spielpraxis", rief sich der Bundestrainer das ungeschriebene Gesetz wieder ins Gedächtnis. Ein Wink mit dem Zaunpfahl an Lehmann, den Oliver Bierhoff im "Kicker" noch konkretisierte.

"Im Hinblick auf die EM ist es wichtig, dass wir einen Torhüter haben, der kontinuierlich spielt. Sollte das nicht der Fall sein, würde ich ihm raten, sich einen neuen Verein zu suchen", sagte der Teammanager.

Für die beiden anstehenden Länderspiele verlässt man sich beim DFB auf Lehmanns Erfahrung und dessen Selbsteinschätzung. "Jens selbst geht davon aus, dass er bei Arsenal-Trainer Arsene Wenger wieder spielen wird. Sollte sich Jens' Situation jedoch zu gegebener Zeit nicht ändern, müssen wir uns unterhalten", sagte Löw.

Kahn, Lehmann, Kahn

Lehmann selbst lässt sich nicht unter Druck setzen. Außer sein alter Widersacher Oliver Kahn tritt auf den Plan und lästert aus dem Off - das lässt sich der 37-Jährige nicht gefallen.

Lehmanns Retourkutsche auf Kahns Aussage, es würde in Zukunft keine Torwart-Ära wie bei Maier, Schumacher, Illgner oder Kahn mehr geben und ein deutscher Nationaltorwart ohne Spielpraxis sei sowieso nicht tragbar: "Er nimmt sich halt manchmal gerne wichtig. Ich mag es nicht, wenn sich einer glorifiziert."

Kahns Gegenschlag folgte sofort. Anstatt stillos auf frühere Kollegen loszugehen, "sollte er eher dankbar sein, dass er überhaupt die Möglichkeit bekommt, in der Nationalmannschaft spielen zu dürfen, während er im Verein nicht spielt". Denn dies habe es in dieser Art in der Geschichte des deutschen Fußballs noch nicht gegeben. Nettigkeiten unter Feinden eben.

Hildebrand meldet Ansprüche an

Sportlich muss sich Lehmann nicht mehr mit Kahn auseinandersetzen, wohl aber mit Timo Hildebrand. Der Ex-Schwabe hat sich in den letzten Wochen einen Stammplatz beim FC Valencia erkämpft und verfügt daher über Spielpraxis. Zeit um Ansprüche anzumelden.

"Ich habe in Valencia einen wichtigen Schritt gemacht, stehe im Tor, und diesen Schritt will ich irgendwann auch bei der Nationalelf folgen lassen", sagte der 28-Jährige in der "Bild".

Auftakt zu einer neuen Torwart-Fehde? Das will Hildebrand tunlichst vermeiden. "Von mir wird es keine großen Attacken gegen Jens Lehmann geben. Das ist nicht mein Ding. Ich konzentriere mich lieber auf mich selbst, will die Leistung sprechen lassen und so die Nummer eins werden. Es siegt am Ende nicht der Laute, sondern der Bessere." Oder eben im Zweifel der, der spielt.

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