Kroatiens EM-Abschied

Vom Himmel in die Hölle

SID
Samstag, 21.06.2008 | 13:40 Uhr
Fußball, EM, Kroatien, Ivan Klasnic, Slaven Bilic
© DPA
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Super Cup
Real Madrid -
Barcelona
Copa do Brasil
Botafogo -
Flamengo
Copa do Brasil
Gremio -
Cruzeiro
Primera División
Leganes -
Alaves
First Division A
Lüttich -
Zulte Waregem
Ligue 1
Metz -
Monaco
Championship
Burton Albion -
Birmingham
Primera División
Valencia -
Las Palmas
J1 League
Gamba -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
Premiership
Kilmarnock -
Celtic
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Premier League
Spartak Moskau -
Lok Moskau
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Montpellier -
Straßburg
Ligue 1
Nizza -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Dijon
Ligue 1
St. Etienne -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
West Ham -
FC Southampton
Serie A
Flamengo -
Goianiense
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Allsvenskan
Göteborg -
BK Häcken
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Superliga
Aarhus -
Bröndby
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
Deportivo -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia

Wien - Die Augen von Slaven Bilic waren noch trauriger als sonst, Ivan Klasnic trocknete seine Tränen im grünen Rasen, und Darijo Srna heulte in den Armen seines väterlichen Trainers wie ein Schlosshund.

Der gnadenlose Elfmeter-K.o. im EM-Viertelfinaldrama gegen die Türkei hat Kroatiens stolze Fußballer mitten ins Herz getroffen. "So ein unglaubliches Ende gibt es nur im Fußball. Das wird mich mein ganzes Leben lang verfolgen", stellte Bilic verbittert fest.

Aus der Heimat kamen nach einer Nacht von Ohnmacht und Trauer nur tröstende Worte. "Kopf hoch. Wir lieben euch trotzdem", schrieb die Tageszeitung "Vecernji List".

"Wir werden noch einige Tage weinen"

Wie ein 100-m-Sprinter war Bilic nach Führungstor bis an die Eckfahne gerast, streckte beide Arme in den Vollmond-Himmel über Wien - und landete kurz darauf doch in der Hölle.

Den Tränen nahe trauerte er zu mitternächtlicher Stunde der Chance nach, im Halbfinale für das Aus im EM-Viertelfinale 1996 an Deutschland Revanche nehmen zu können, "aber morgen ist ein neuer Tag, und die Sonne wird aufgehen. Aber wir werden noch einige Tage weinen."

Das Glück bleibt den Türken treu

Der Fußball-Himmel war so nah, als der Bremer Klasnic in der 119. Minute Kroatien in Führung geköpft hatte. Doch das Schicksal hatte kein Erbarmen mit den Balkan-Kickern. Der heiß ersehnte Schlusspfiff blieb aus.

Schiedsrichter Roberto Rosetti aus Italien verweigerte den Kroaten den letzten Spielerwechsel, der den Türken ihre letzte Chance geraubt hätte. Semih Sentürk schoss 14 Sekunden vor Ende der Verlängerung die Türkei ins Elfmeterschießen und die Kroaten ins Tal der Tränen. 

"Das Glück küsst die Türkei". Mit entsetzter Stimme berichtete der Kommentator des kroatischen Fernsehens über das unvermeidliche nationale Unglück.

Petric: "Ich habe versagt"

"Das 1:1 hat uns in ein psychologisches Loch gestürzt und den Türken Flügel verliehen. Das hat man beim Elfmeterschießen dann gesehen", erklärte Kapitän Niko Kovac nach seinem wohl letzten Länderspiel für Kroatien.

"Der Ausgleich hat uns geschockt, die Türken waren psychologisch im Vorteil", erkannte auch Bilic. Der überragende Spielmacher Luka Modric zog in der Elfmeter- Lotterie die erste Niete.

Dann versagten auch den Bundesligaprofis Ivan Rakitic (Schalke) und Mladen Petric die Nerven. "Ich habe versagt", stammelte der Dortmunder, der nach seinem Fehlschuss von Referee Rosetti tröstend in den Arm genommen wurde.

Wie die Bayern '99

Die Kroaten hätten sich den Nervenkitzel und das grausame Ende ersparen können, wenn HSV-Stürmer Ivica Olic und Co. ihre zahlreichen guten Tormöglichkeiten in der regulären Spielzeit genutzt hätten. "Wir haben es nicht verdient, auszuscheiden, und sind wahnsinnig enttäuscht, weil wir ins Finale kommen wollten", sagte Bilic, "aber ich bin stolz auf die Mannschaft."

Josip Simunic dachte an die Münchner Bayern, die beim Champions-League-Finale 1999 gegen Manchester United ein ähnliches Schicksal erlitten.

"Wir haben unser Herz auf dem Spielfeld gelassen", sagte der enttäuschte Hertha-Verteidiger, der beim bevorstehenden Umbruch des Teams dabei sein will: "Wir haben eine junge Mannschaft mit großer Zukunft."

Warnung an Deutschland

Mit drei Vorrundensiegen, darunter das 2:1 gegen Deutschland, hatte sich der WM-Dritte von 1998 berechtigte Hoffnung auf den erstmaligen Einzug in ein EM-Finale gemacht, aber nicht damit gerechnet, dass die Türken erneut nach einem Rückstand den Sieg davon tragen würden.

"Sie haben zum dritten Mal in einer extremen Art und Weise gewonnen und müssen irgendetwas Besonderes haben, was man im Fußball braucht", meinte Bilic und warnte die Deutschen.

"Wenn sie weiterhin so viel Glück haben und nie aufgeben, können die Türken ins Finale kommen." Auch der zu früh als Held gefeierte Klasnic machte sich Sorgen um die deutschen Halbfinalisten: "Wenn sie nicht aufpassen, verlieren sie."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung