Montag, 23.06.2008

EM 2008

Verheißungsvolle Halbfinal-Bilanz für DFB-Team

Tenero - Die Generation "Ramba-Zamba" mit Beckenbauer, Netzer und Müller holte 1972 den ersten EM-Pokal - Oliver Bierhoff sorgte mit seinem Golden Goal 1996 für den bislang letzten Titel.

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© Getty

Am Mittwoch kämpft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Basel gegen die Türkei zum insgesamt sechsten Mal in einem Halbfinale um den Endspiel-Einzug.

Die Bilanz ist verheißungsvoll, denn erst ein Semifinale wurde 1988 verloren. Beim zweiten der insgesamt drei EM- Triumphe 1980 unter Jupp Derwall hatte es kein Halbfinale gegeben.

Die deutschen Halbfinal-Spiele bei EM-Endrunden:

14. Juni 1972 in Antwerpen: Belgien - Deutschland 1:2.

Nach dem historischen Wembley-Triumph gegen England (3:1) im EM- Viertelfinale war Helmut Schöns "Ramba-Zamba"-Truppe mit Beckenbauer und Netzer als Strategen sowie "Bomber" Gerd Müller nicht mehr zu stoppen.

Schon in der 24. Minute "müllerte" es in Antwerpen, in der 71. Minute erhöhte der Bayern-Stürmer auf 2:0. Im Finale hauten Beckenbauer & Co., die schon in ihren Bankett-Anzügen zum Spiel gefahren war, die UdSSR mit 3:0 weg. "Es macht Spaß, Kapitän einer so großartigen Mannschaft zu sein", schwärmte Franz Beckenbauer.

17. Juni 1976 in Belgrad: Jugoslawien - Deutschland 2:4 n.V.

Bevor Uli Hoeneß im verlorenen Finale gegen die Tschechoslowakei seinen Elfmeter in den Belgrader Nachthimmel knallte, "müllerte" es wieder im Halbfinale. Danilo Popivoda und Dragan Dzajic hatten die aufdrehenden Jugoslawen nach einer halben Stunde mit 2:0 in Führung gebracht.

Der eingewechselte Heinz Flohe traf zum 1:2. Und dann kam Dieter Müller: Der Stürmer des 1. FC Köln erzielte mit der ersten Ballberührung nach einem Eckball das 2:2. In der Schlussphase der Verlängerung schlug der 22-Jährige noch zweimal zu. "Um nervös zu sein, hatte ich gar keine Zeit", meinte der Länderspiel-Debütant.

21. Juni 1988 in Hamburg: Deutschland - Niederlande 1:2.

Der einzige Halbfinal-K.o. Jürgen Kohler gegen Marco van Basten - schon im Vorfeld galt das Duell des Stoppers mit dem genialen Stürmer als spielentscheidend.

Und so kam es auch: In der 89. Minute ging Kohlers Grätsche nach einem langen Ball in den Strafraum ins Leere, im Fallen erzielte van Basten für den späteren Europameister das Siegtor. Zuvor hatten Lothar Matthäus und Ronald Koeman jeweils per Elfmeter getroffen. Kohler bezeichnete den verlorenen Zweikampf als "Meilenstein auf dem Weg nach ganz oben". Zwei Jahre später war der eisenharte Verteidiger beim WM-Triumph in Italien auf dem Gipfel.

21. Juni 1992 in Stockholm: Schweden - Deutschland 2:3.

Im Duell Gastgeber gegen Weltmeister trumpfte ein kleiner Mann groß auf: Thomas Häßler wirbelte die Schweden durcheinander. "Icke" erzielte per Freistoß auch das 1:0.

Karl-Heinz "Air" Riedle traf anschließend doppelt zum 2:0 und zum vorentscheidenden 3:1 (89.). Häßler wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt, auch wenn ihm im Finale gegen Dänemarks "Urlauber-Spaß-Truppe" (0:2) die Krönung der eigenen Leistung mit dem Titelgewinn versagt blieb.

26. Juni 1996 in London: England - Deutschland 1:1 n.V., 6:5 i.E.

Der Krimi von Wembley! Und für England endete "Football's coming home" mit Tränen. Neben Führungsfiguren wie Klinsmann und Sammer prägten Kämpfer wie Helmer, Freund und Eilts das letzte deutsche EM-Siegerteam. Alan Shearer brachte England in der 3. Minute in Führung. Stefan Kuntz, der für den verletzten Klinsmann stürmte, glich aus (16.).

In der Verlängerung verpasste Darren Anderton mit einem Pfostentreffer das "Golden Goal". Im Elfmeterschießen hatten alle Schützen getroffen, bis Gareth Southgate an Andreas Köpke scheiterte. Andreas Möller schoss Deutschland als letzter Schütze ins Finale. Vier Tage später bekam Klinsmann nach Bierhoffs "Golden Goal" gegen Tschechien (2:1 n.V.) aus der Hand der Königin den Siegerpokal.


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