Freitag, 06.06.2008

EM 2008

Türkei gefällt die Außenseiter-Rolle

Genf - Sechs Jahre nach dem WM-Höhenflug sehnen die türkischen Fußballer das Comeback auf internationaler Bühne herbei, doch mit dem EM-Finalisten von 2004 steht gleich im Auftaktspiel eine hohe Hürde bevor.

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"Natürlich ist Portugal Favorit in unserer Gruppe, die Mannschaft hat zuletzt gute Turniere gespielt. Aber es gibt nicht viele Unterschiede zu den anderen Teams", sagte der türkische Stürmerstar Nihat vor der ersten Auftakt-Partie (Sa., 20.30 Uhr im SPOX-TICKER).

Vor Starspielern wie Cristiano Ronaldo und Deco haben die Türken Respekt, aber keine Angst. "Cristiano Ronaldo hat die Champions League gewonnen, aber nicht allein. Kein Spieler gewinnt ein Turnier alleine", meinte Nihat.

Türken fühlen sich als Außenseiter wohl

Die Außenseiterrolle gefällt dem Team von Trainer Fatih Terim, der die Türkei 1996 erstmals zu einer EM führte und die Mannschaft nun bei ihrer dritten Endrunden-Teilnahme betreut.

Dabei stellten sich jeweils ausgerechnet die Portugiesen dem WM-Dritten von 2002 in den Weg. 1996 unterlagen die Türken in der Vorrunde mit 0:1, 2000 im Viertelfinale mit 0:2. "Sie werden uns trotzdem ernst nehmen und wenn nicht, wird es schwierig für sie", sagte Nihat, der zu den routiniertesten und torgefährlichsten Spielern im Team zählt.

Altintop mit wichtiger Rolle

Auch Hamit Altintop vom FC Bayern München, nach der Nicht- Nominierung von Yildiray Bastürk und Bruder Halil einziger Bundesligaprofi im Team, sieht die türkische Elf nicht als Punktelieferant. "Wir sind sicherlich nicht chancenlos und wollen natürlich eine Runde weiter kommen", sagte der Mittelfeldspieler, der nach einem Mittelfußbruch und zuletzt muskulären Problemen rechtzeitig fit geworden ist und eine wichtige Rolle spielt.

Mit Überraschung haben die Portugiesen das Fehlen der Bundesligaprofis Bastürk und Halil Altintop registriert. "Das ist sicherlich ein Vorteil für uns", befand Defensivspezialist Fernando Meira vom VfB Stuttgart vor dem Auftaktspiel. Die Erwartungshaltung bei den Portugiesen ist vor dem ersten Auftritt enorm. Schon beim öffentlichen Training strömten über 12.000 Zuschauer ins Stadion von Neuchatel, um die Kunststücke von Cristiano Ronaldo und Co. zu bestaunen.

Portugal-Trainer Scolari noch unzufrieden

Trainer Luiz Felipe Scolari, der Brasilien 2002 zum WM-Titel und Portugal 2004 ins EM-Finale geführt hatte, beklagte allerdings zuletzt eine zu kurze Vorbereitungszeit und war noch nicht mit der Form einiger Profis zufrieden.

"Es gibt noch Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Einige Spieler haben noch nicht kapiert, dass wir eine Mannschaft und nicht 23 Einzelspieler sind", beklagte der Coach in Erinnerung an die schwachen Auftaktspiele der Portugiesen bei den letzten beiden Turnieren.

Bei der EM im eigenen Land unterlag die Seleccao Griechenland im ersten Spiel mit 1:2, bei der WM 2006 schaffte Portugal einen mühevollen 1:0-Sieg gegen Angola.

Figo glaubt an den Finaleinzug

Rekord-Nationalspieler Luis Figo, der nach der WM seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt hatte, traut seinem Team dennoch ein großes Turnier zu.

"Wir haben Spieler mit internationaler Erfahrung aus den Top-Klubs in Europa, das muss uns optimistisch stimmen", meinte Figo.

"Mit Demut, Entschlossenheit und etwas Glück können wir das Endspiel erreichen", sagte der 127-malige Auswahlspieler.


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