EM 2008

Toni verteidigt Trainer Donadoni

SID
Mittwoch, 11.06.2008 | 16:09 Uhr
italien, toni
© Getty
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Oberwaltersdorf - Nach der Blamage von Bern brennen die "Azzurri" gegen Rumänien auf Wiedergutmachung und stellen sich schützend vor ihren Trainer.

"Wir werden auch für Roberto Donadoni siegen, der zu Unrecht massakriert wird", kündigte Luca Toni im "Casa Azzurri" in Oberwaltersdorf nach dem 0:3-Debakel gegen die Niederlande das Comeback der Weltmeister an. "Wir stehen alle zu Donadoni", betonte auch Gianluca Zambrotta.

Vor dem zweiten Gruppenspiel in Zürich brodelt es in der heftig kritisierten "Squadra Azzurra". "Wir sind richtig wütend", sagte der Stürmerstar des FC Bayern München. Wütend wegen der "vielen eigenen Fehler gegen Holland", sicher aber auch wegen der vernichtenden Kritik aus der Heimat.

Sein strahlendes Lächeln hatte der Bayern-Stürmer im "Casa Azzurri" noch nicht verloren, seine gute Laune aber schon. "Hätte ich gegen die Niederlande meine Chancen genutzt, ginge es mir besser", räumte Toni selbstkritisch ein. Er selbst fühle sich aber in guter Form.

"Das 0:3 war sicher eine Blamage, aber es ist dennoch auch zu hoch ausgefallen", bat der Hüne um eine sachlichere Kritik. Vor allem auch an Donadoni, den Italiens Reporter ins Kreuzfeuer genommen haben. "Prozess gegen Donadoni" - titelte der Corriere dello Sport. Und das Urteil ist längst gesprochen: Donadoni muss weg!

Presse wünscht sich Lippi zurück

Italiens Gazzetten gaben ihm nie eine Chance, trauerten vom ersten Tag an Weltmeistermacher Marcello Lippi hinterher. Auch Verbandspräsident Giancarlo Abete übt zwar jetzt öffentlich den Schulterschluss mit dem Trainer, hinter den Kulissen aber scheint er schon für die Nach-Donadoni-Ära zu planen. "Er denkt schon an Lippi", titelte die "La Repubblica".

Jetzt kommt es auf die "Azzurri" selbst an, bei denen Alessandro del Piero nun im Sturm Toni unterstützen und Daniele de Rossi im Mittelfeld den schwachen Gennaro Gattuso ersetzen soll.

Noch in Bern in der Kabine schlossen die Spieler anscheinend einen Pakt, um Italiens totales EM-Debakel zu verhindern. "Es gab nur ein paar Blicke, aber jeder weiß, was jetzt zu tun ist", berichtete Toni. "Gegen Rumänien geht es um alles. Wir haben eine Schlacht verloren, aber noch nicht den Krieg", betonte Toni.

Gereizte Stimmung

Die Stimmung im italienischen Lager ist gereizt, da tut Entspannung Not. Toni freute sich über die 5000-Aufmunterungsmail, die seine deutschen Fans an den Bayerischen Rundfunk gesendet haben.

"Grazie, die Aufmunterung kann ich gebrauchen", sagte Toni, der nach der Auftaktpleite erstmal mit seiner Verlobten Marta Cecchetto zum Abendessen gegangen war. Gianluigi Buffon hatte bei einem Einkaufsbummel mit seiner Frau Alena in Wien, Marco Materazzi beim Praterbesuch mit seinen Kindern versucht, den EM-Fehlstart für ein paar Stunden zu vergessen.

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