Dienstag, 17.06.2008

EM 2008

Scolari entpuppt sich als Deutschland-Fan

Neuchatel - Luiz Felipe Scolari ist ein Fan der deutschen Nationalmannschaft. Nicht nur, weil er als Trainer der brasilianischen Nationalelf 2002 in Japan mit einem Endspielerfolg über die DFB-Elf Weltmeister wurde.

Fußball, EM 2008, Portugal, Scolari
© DPA

"Mir gefällt ihre Art Fußball zu spielen. In bestimmten Dingen wie Taktik und offensive Ausrichtung zählen sie auch zu den stärksten Mannschaften im Turnier", sagte der portugiesische Coach vor der Viertelfinalpartie gegen Michael Ballack und Co (Do., 20.30 Uhr im SPOX-TICKER).

Zuletzt trafen beide Teams bei der WM 2006 im Spiel um Platz drei aufeinander, das die deutsche Elf zu einem rauschenden Fußballfest machte und mit 3:1 gewann. Immerhin sieben Spieler, die damals in Stuttgart zum Einsatz kamen, werden nun in Scolaris Startelf erwartet.

Ronaldo mit großem Respekt vor Deutschland

Auch Cristiano Ronaldo sagte im Trainingscamp in Neuchatel, dass man großen Respekt vor der deutschen Mannschaft habe. "Wir haben die Partie gegen Österreich gesehen. Die Deutschen haben eine starke Mannschaft", sagte der Profi von Manchester United.

"Es wird sicherlich ein schweres Spiel. Deutschland ist die höchste Hürde. Wenn die aus dem Weg geräumt ist, haben wir gute Chancen, ins Endspiel zu kommen", sagte Ronaldo, der sich gut gelaunt und locker präsentierte.

Von seinem Mitspieler Petit erhielt er bei der Pressekonferenz einen Lollypop für ein verlorenes Trainingsspiel am Vortag.

"Wir werden intensiv reden" 

Mit von der Partie war damals auch Bundesligaprofi Fernando Meira. Der Stuttgarter zählt zwar nicht zur Stammformation, hat aber für Scolari vor dem Deutschland-Spiel eine besondere Bedeutung.

"Da bin ich für den Trainer ein wichtiger Spieler. Natürlich weiß ich, wie die deutsche Mannschaft funktioniert und kenne ihre Spieler und ihre Taktik", sagte Fernando Meira.

"Wir werden uns zusammensetzen und intensiv über das Team reden", meinte der Abwehrspieler, der im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz (0:2) in Portugals B-Elf von Beginn an zum Einsatz kam. Was genau er seinem Trainer über das deutsche Team erzählen wird, wollte er allerdings nicht verraten.

Schwache Leistung soll nicht blenden 

Scolari, der vom Sommer an beim FC Chelsea London Trainer von Michael Ballack wird, ließ sich auch von der schwachen Leistung der Deutschen in der Partie gegen Kroatien (1:2) nicht blenden.

"Das war kein typisch deutsches Spiel. Das Team hat sich in schwierigen Situationen oft bewährt und sich wieder in den Griff bekommen. Wir werden im Viertelfinale eine stärkere Mannschaft erleben", meinte der portugiesische Coach.

Neben Fernando Meiras Hilfe kann sich Scolari zudem auch bei Werder Bremens Stürmer Hugo Almeida erkundigen. Beide Bundesligaprofis sind für Donnerstag aber nur zweite Wahl.

Portugal gut erholt in die Partie 

Für das Viertelfinale hat Scolari zuletzt acht seiner Stammspieler geschont. Lediglich Torhüter Ricardo sowie die Abwehrspieler Paulo Ferreira und Pepe wurden im unbedeutenden Gruppenspiel gegen die Schweiz (0:2) eingesetzt.

Portugals Trainer verteidigte seine Maßnahme: "Wenn wir schon gute Ersatzspieler haben, sollen die auch zum Einsatz kommen."

Lehrstunde für Deutschland 

Bei einer EM standen sich beide Teams zuletzt vor acht Jahren in Rotterdam gegenüber.

Es war eine ganz bittere Lehrstunde für die deutsche Mannschaft: Die Portugiesen gewannen durch drei Treffer von Sergio Conceicao mit 3:0, die DFB-Elf schied nach der Vorrunde aus.

Damals waren schon Ballack auf deutscher Seite und Mittelstürmer Nuno Gomes bei den Portugiesen mit von der Partie.


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