Mittwoch, 04.06.2008

EM 2008

Rundum-Sorglos-Paket für deutsche Stars

Ascona - Yoga-Lehrer, Sternekoch - und der ewige "Adi": Die Rundum-Sorglos-Betreuung der deutschen EM-Stars wird immer moderner und aufwendiger. Nicht weniger als 35 Dienstleister kümmern sich bei der EURO um das Wohl der 23 Spieler.

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© DPA

Drei Ärzte, ein Psychologe, vier Physiotherapeuten, vier Fitmacher, ein Yoga-Trainer, zwei Spielerbeobachter, drei Organisatoren, zwei Köche, zwei Zeugwarte, vier Medien-Arbeiter, ein Übersetzer und ein Busfahrer sorgen unter anderen im Teamhotel "Giardino" und auf dem Trainingsgelände im Tessin 24 Stunden lang für möglichst optimale Bedingungen.

Am längsten dabei ist Masseur Adolf "Adi" Katzenmeier, der schon die Waden des 54er Weltmeisters Fritz Walter geknetet hat und seit 1963 permanent für das Nationalteam arbeitet.

"Wir wollen für die Spieler eine Oase der Konzentration und Entspannung", erklärte Georg Behlau, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Zuvor hatte sich das Team hinter dem Team in Mannschaftsstärke mit auf dem Trainingsplatz aufgestellt - für alle Eventualitäten gerüstet.

Beißer Buchwald

Während der EM 1992 in Schweden hatte der heute 73-jährige Katzenmeier den Stuttgarter Guido Buchwald sogar aus Lebensgefahr retten müssen: Auf dem Platz hatte Buchwald nach einem Zweikampf bewusstlos seine Zunge verschluckt - Adi griff in letzter Sekunde beherzt ein und bezahlte seine Rettungsaktion mit einem Biss von Buchwald in seinen Finger.

Legende Katzenmeier steht ein wenig für ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Das Umfeld des DFB-Teams sieht seit Bundestrainer Jürgen Klinsmann völlig anders aus.

Fitness-Spezialisten aus den USA um Mark Verstegen sorgen für das körperliche Tuning. Chefscout Urs Siegenthaler, der die eigenen Trainingseinheiten teilweise aus der Tribünen-Perspektive verfolgt, analysiert auch mit Hilfe der Sporthochschule Köln die Gegner.

Die Steigerung von Akribie

"Ich habe ein Team, dass mir viel Arbeit abnimmt", betonte Bundestrainer Joachim Löw, der Leiter des Unternehmens "EM-Titel 2008". Mit seinen engsten Vertrauten Hansi Flick und Andreas Köpke plant er jedes Detail. Für einige Yoga-Stunden fliegt sogar Spezialist Patrick Broome im Tessin ein.

Der DFB ermöglicht Chefcoach Löw mit seinem Team auch durch einen enormen finanziellen Aufwand die Konzentration auf das Wesentliche - die sportliche Aufgabe.

"Wir haben am Rande des Platzes unheimlich viel investiert. Steigerung von Sorgfalt ist Akribie. Jetzt ist es die Steigerung von Akribie", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der schon zu Beginn der langfristigen Vorbereitungen betont hatte: "Die Nationalmannschaft ist die Nummer 1, 2 und 3 im Verband. Sie ist das Aushängeschild, auch wirtschaftlich. Der Verband identifiziert sich über die Nationalmannschaft."

Top-Bedingungen nur in der Schweiz

Dass ein EM-Stammquartier weit weg von den Spielorten Klagenfurt und Wien gewählt wurde, begründete der DFB ebenfalls mit der Suche nach dem Optimalen.

"Die Top-Bedingungen waren in Österreich nicht zu erreichen. Dort waren es einfache Bezirkssport-Anlagen", sagte Niersbach zu den Trainings-Möglichkeiten.

Im Schweizer Jugendsport-Zentrum in Tenero, rund 15 Autominuten vom Teamhotel "Giardino" in Ascona entfernt, steht dem Team ein extra abgegrenzter Bereich mit zwei Rasenplätzen und Nebenanlagen zur Verfügung.

Schon 1990 bei der WM in Italien hatte DFB in Erba einen eigenen Platz ins Quartier bauen lassen. Dieses Mal sorgt der Verband mit eigenen Sicherheitskräften, die zum insgesamt 58-köpfigen Stab gehören, für ungestörtes Üben.


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