Nach dem EM-Aus

Rumänien ohne Glanz am Ende

SID
Mittwoch, 18.06.2008 | 13:10 Uhr
fußball, em 2008, rumaenien, holland, kuyt
© Imago
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Bern - Für die matten Rumänen war es ein EM-Ende ohne Glanz. "Die bronzene Generation", höhnte die Sportzeitung "Prosport" nach dem 0:2 in Bern gegen die Reservisten-Elf der Niederlande.

Schließlich war die Mannschaft von Trainer Victor Piturca in die Schweiz gereist, um in Anlehnung an die glorreichen 90er Jahre mit Georghi Hagi eine neue "Goldene Ära" zu begründen.

"Wir haben dem Druck nicht stand gehalten", bekannte Linksverteidiger Razvan Rat. Nach Unentschieden gegen Frankreich (0:0) und Italien (1:1) hatte es der entzauberte EM-Geheimfavorit in der Hand, mit einem Sieg die WM-Finalisten in der Hammergruppe C abzuhängen.

Chance verpasst

"Wir sind in der Todesgruppe gestorben. Zu viel hinten, zu wenig vorne", bemängelte die rumänische Zeitung "Gazeta Sporturilor": "Wir haben vergessen, dass es im Fußball darum geht anzugreifen."

Doch selbst gegen das auf neun Positionen von Bondscoach Marco van Basten veränderte Team konnten die überforderten Rumänen keine Reserven mehr mobilisieren. "Danke Holland, aber wir konnten nicht!", schrieb die Internet-Zeitung "Hotnews.ro" treffend.

Und das Blatt "Gandul" formulierte plakativ: "Wir sind im orangenen Deich steckengeblieben."

Probleme im mentalen Bereich

Bei den fast widerstandslosen Profis aus dem Land der Karpaten fehlte es an Kraft, Moral und Wille zum Sieg. "Wir hatten weiche Knie", sagte Mittelfeldspieler Paul Codrea.

Auch Stürmer-Star Adrian Mutu fühlte sich ausgelaugt: "Wir waren sehr müde, weil wir in den ersten Spielen mehr laufen mussten als der Gegner." Trainer Victor Piturca sah die Ursache für das fehlende Aufbäumen eher im mentalen Bereich.

"Meine Spieler haben einen psychischen Knacks gekriegt nach dem 1:0 für Holland. Sie interessierten sich mehr für das Ergebnis in Zürich", analysierte er. Dort hatte Italien die Gunst der Stunde mit einem 2:0 gegen Frankreich zum Einzug ins Viertelfinale genutzt.

Mutu hatte es auf dem Schlappen

Nach dem Abpfiff fühlten sich die Rumänen zwar schlapp, aber nicht deprimiert. "Wir sind würdig ausgeschieden Es wäre mehr drin gewesen", sagte Mutu, der mit seinem verschossenen Elfmeter gegen Italien den Sprung in die erste K.o.-Runde "auf dem Gewissen" habe.

"Natürlich sind wir alle sehr traurig", meinte auch Torwart Bogdan Lobont, "aber wir können das Turnier erhobenen Hauptes verlassen." An solchen Spielen wie gegen die Niederlande werde man wachsen. "Das wird uns in der WM-Qualifikation helfen", hofft er.

Start für die Ausscheidung für Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 ist für Rumänien am 6. September gegen Litauen. Neben Serbien, Österreich und den Faröer Inseln ist in der Gruppe 7 auch Frankreich wieder Gegner im Kampf um ein WM-Ticket.

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