EM 2008

Luis Aragones: "Bin absolut glücklich"

SID
Montag, 30.06.2008 | 13:55 Uhr
em 2008, spanien, aragones, trainer
© DPA
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
Fr23:00
Die Highlights des Eröffnungsspiels: FCB-B04
Primera División
Leganes -
Alaves
First Division A
Lüttich -
Zulte Waregem
Ligue 1
Metz -
Monaco
Championship
Burton Albion -
Birmingham
Primera División
Valencia -
Las Palmas
Bundesliga
FC Bayern München -
Bayer 04 Leverkusen (Highlights)
J1 League
Gamba Osaka -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Bundesliga
Hamburger SV -
FC Augsburg (Highlights)
Bundesliga
TSG Hoffenheim -
SV Werder Bremen (Highlights)
Serie A
Juventus -
Cagliari
Bundesliga
1. FSV Mainz 05 -
Hannover 96 (Highlights)
Bundesliga
VfL Wolfsburg -
Borussia Dortmund (Highlights)
Bundesliga
Hertha BSC -
VfB Stuttgart (Highlights)
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Bundesliga
6 um 6 (1. Spieltag)
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Bundesliga
FC Schalke 04 -
RB Leipzig (Highlights)
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Bundesliga
SC Freiburg – Eintracht Frankfurt (Highlights)
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Bundesliga
Borussia M’gladbach -
1. FC Köln (Highlights)
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Bundesliga
Bayer 04 Leverkusen -
TSG Hoffenheim
Bundesliga
Eintracht Frankfurt -
VfL Wolfsburg
Bundesliga
FC Augsburg -
Borussia M’gladbach
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia

Wien - Am Ende hat er es allen bewiesen. Als Luis Aragones mit seinen Spielern, die seine Enkel sein könnten, ausgelassen über den Rasen tanzte, war der 69 Jahre alte Trainer am Ziel seiner Träume.

Seine Schützlinge warfen ihn sogar hoch in die Luft, aber schon kurz darauf hatte der älteste Coach, der je einen EM-Titel gewonnen hat, seine Bodenhaftung wieder.

Und die Glückseligkeit sah ihm niemand an. Mit gewohnt grießgrämiger Miene saß der weißhaarige Spanier vor Hunderten von Journalisten und mühte sich redlich, seine Gefühle in Worte zu kleiden.

"Ich bin eigentlich nicht emotional, zeige meine Gefühle nicht gern nach außen. Doch glauben sie mir: In mir drin sind große Emotionen."

Torres widmet Aragones den Titel

Ganz Spanien liegt dem "Weisen aus Hortaleza" (Stadtteil von Madrid) zu Füßen. Aragones ist der Architekt des Erfolges. Er hat die Ansammlung von Fußball-Künstlern zu einer Einheit zusammengeschweißt, sie zum ersten großen Titel nach 44 Jahren geführt.

Es war ein langer und beschwerlicher Weg für den keineswegs allseits beliebten Coach, der in seiner vierjährigen Amtszeit mit großen Widerständen zu kämpfen hatte. Nun ist er mit sich und der Welt im Reinen. "Es ist ein glücklicher Tag für Spanien, auch ich bin absolut glücklich."

Siegtorschütze Fernando Torres, der Spanien mit dem Treffer in der 33. Minute in den Fußball-Himmel geschossen hatte, widmete den Sieg dem Coach.

"Wir freuen uns für den Trainer"

"Er ist wie ein Vater für uns, die wichtigste Person. Er hat uns Spielern immer vertraut", schwärmte der 24 Jahre alte Stürmer vom FC Liverpool. "Wir freuen uns für den Trainer. Mit diesem Sieg ist er in die Geschichte des spanischen Fußballs eingegangen."

Daheim werden sie Aragones nun wohl ein Denkmal setzen, dabei hatten sie ihn vorher teilweise verflucht. Auch, weil er Real Madrids Ikone Raúl, mit 44 Toren erfolgreichster Schütze der Seleccion, vor der EM aussortierte.

Jetzt sind Kritiker und Besserwisser verstummt. Mehr noch: Als Spanien mit dem historischen Sieg gegen Italien sein Viertelfinal-Trauma überwunden hatte, drehte sich der Wind endgültig: Die Fans flehten "Quedate Luis!" (bleib Luis), der Verbandspräsident bettelte, seine Spieler, und die von ihm wenig geschätzten spanischen Medien unternahmen fast verzweifelte Versuche, ihn umzustimmen.

"Bin ich vielleicht eine Frau?"

Doch der prinzipientreue Aragones hielt an seinem Entschluss fest, nach der EM als Nationalcoach aufzuhören: "Es ehrt mich, dass meine Arbeit so geschätzt wird", sagte er vor dem Halbfinale gegen Russland.

"Aber es bleibt dabei. Punktum! Ich bin wie Milch. Wenn das Verfallsdatum einmal abgelaufen ist, kann man sie nicht mehr trinken."

Der Dickschädel trug stets viel zu seinem schlechten Image bei. Er gilt als Griesgram und Grantler. Als ihm einmal bei einem Empfang ein Blumenstrauß überreicht wurde, soll er diesen direkt im Mülleimer entsorgt und gezischt haben: "Bin ich vielleicht eine Frau?".

Zukunft weiterhin unsicher

Enorm geschadet hat ihm seine rassistische Entgleisung im Oktober 2004, als er seinen Stürmer José Antonio Reyes motivieren wollte mit dem Satz: "Du bist besser als dieser beschissene Schwarze" - gemeint war Reyes' Konkurrent bei Arsenal London, Thierry Henry. Spaniens Fußballverband (RFEF) brummte Aragones eine Geldstrafe von 3000 Euro auf, musste sie später aber wieder zurücknehmen.

Über seine Zukunft verlor Aragonés nach dem Finalsieg kein Wort. Als eine Frage in dieser Richtung auftauchte, verfinsterte sich seine Miene. Der UEFA-Mitarbeiter neben ihm reagierte prompt: "Herr Aragoneés möchte dazu nichts sagen. Bitte nur Fragen zum Turnier."

Das Geheimnis wird sicher bald gelüftet. Fenerbahce Istanbul hatte schon am vorigen Mittwoch verbreitet, Aragonés habe einen Vorvertrag unterzeichnet. Doch das Dementi des Spaniers folgte sogleich. "Ich verstehe das nicht. Ich habe nichts unterschrieben."

Fest steht: Der Seleccion sagt Aragones "Adios". Und dann begibt sich der fast 70-Jährige in seiner Heimat auf einen ganz neuen Pfad. Denn er muss noch ein Versprechen einlösen, das er vor der EM gab: "Wenn wir Europameister werden, pilgere ich auf dem Jakobsweg."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung