Samstag, 07.06.2008

EM 2008

Hitzfelds semiprivate Reise

Basel - Mit dem Herzen ist Ottmar Hitzfeld immer noch ein bisschen in München, doch ab sofort richtet der frühere Bayern-Coach sein Augenmerk auf die Aufgaben der Zukunft.

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© DPA

Als semiprivater EM-Tourist beobachtet er bei dem Turnier in den Alpenländern seine künftigen Schützlinge im Schweizer Nationaltrikot.

"Natürlich schaue ich mir die Schweizer Mannschaft ganz genau an. So kann ich die Spieler besser kennenlernen, kann sehen, wie sie in Druck-Situationen reagieren. Ich erhoffe mir einige Erkenntnisse", sagte der 59-Jährige am Rande eines Sponsorentermins in Basel.

Hitzfelds "Quasi-Dienstreise"

Schon das Eröffnungsspiel zwischen den Eidgenossen und Tschechien wollte Hitzfeld aber auch ein bisschen genießen. "Ich bin ja auch Fußball-Fan. Ich freue mich über gelungene Spielzüge und tolle Aktionen", sagte er.

Die drei Gruppenpartien der Schweiz und ein deutsches Spiel will sich Hitzfeld in seinem zur Quasi-Dienstreise umfunktionierten Sommerurlaub anschauen - dazu noch mindestens eine Begegnung der Griechen.

Duell der Trainer-Oldies

Auch der Trip nach Salzburg zum EM-Titelverteidiger gilt der Vorbereitung auf die Aufgabe als Coach der Schweizer "Nati". In der Qualifikation für die WM 2010 steht für die Schweiz am 15. Oktober das erste von zwei Duellen mit den von Otto Rehhagel trainierten Griechen an.

Die Begegnung der deutschen Trainer-Oldies hat für Hitzfeld einen gewissen Reiz. "Natürlich ist das etwas Besonderes. Wir standen uns erstmals schon 1991 im Fuji-Cup gegenüber. Und wir haben mit Dortmund gewonnen", erinnert sich Hitzfeld.

Ottmar setzt auf DFB-Team

Die richtige Mischung aus Bildungsreise und schöpferischer Kurz-Erholung zu finden, falle ihm nicht schwer, berichtet Hitzfeld. Genug Zeit hat der Erfolgscoach auch noch für einige Sponsoren-Termine.

Am Freitagabend philosophierte er in der Basler Fan-Zone auf der Bühne eines Motorenölherstellers gemeinsam mit dem Trainer-Kollegen Arsene Wenger vom FC Arsenal über Gegenwart und Zukunft des Fußballs - und bekannte sich als Fan der deutschen Nationalmannschaft.

"Ich bin ja Deutscher, also lege ich mich fest und sage: Deutschland wird Europameister", meinte er zur obligatorischen Frage nach dem EM-Sieger.

Hitzfelds EM-Dilemma

Konkrete Aussagen zum Schweizer Team will der Lörracher aber nicht machen. Aus Respekt vor Amtsinhaber Köbi Kuhn ("Er ist mein Freund. Wir haben uns in diesem Jahr schon vier Mal getroffen") schweigt Hitzfeld zu Taktik und Aufstellung der Eidgenossen.

"Damit befasse ich mich erst am 1. Juli." Einen gewissen Konflikt hätte der künftige Wahl-Schweizer aber dennoch, wenn Deutschland und die Schweiz sich - wie durch den Spielplan möglich - im Viertel- oder Halbfinale gegenüberstehen würden. "Dann soll der sportlich bessere gewinnen."


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