Samstag, 07.06.2008

Rund um das erste Spiel der Österreicher

Hohn und Spott für den Gastgeber

Stegersbach - Österreich strotzt vor Optimismus, doch der unerschütterliche Glaube des EM-Gastgebers an ein Wiener Wunder jagt den Kroaten keine Angst ein.

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© Getty

"Wir sind die bessere Mannschaft und werden dominieren", tönte Trainer Slaven Bilic vor dem Auftaktspiel der deutschen Gruppengegner in Wien (Sonntag, 18 Uhr im SPOX-TICKER). EM-Neuling Österreich lässt sich von den verbalen Sticheleien des Gegners aber nicht beeindrucken.

"Das wird ein heißer Kampf. Die Kroaten sollen nicht glauben, dass sie so leicht drei Punkte abholen können", sagte Teammanager Andreas Herzog vor der Abreise nach Wien, "sie haben ein gutes Team, aber keine Wundermannschaft."

Torwartfrage intern geklärt

Bevor der Tross des ÖFB aus dem Teamquartier in Stegersbach aufbrach, präsentierte sich Teamchef Josef Hickersberger in bester Laune.

Die Torwartfrage war intern gelöst - aber erst vor dem Anpfiff will der 60-Jährige bekanntgeben, ob Jürgen Macho oder Alexander Manninger zwischen den Pfosten stehen wird.

Auf den Besuch des Gottesdienstes am Freitag in der Stegersbacher Pfarrkiche hatte Hickersberger verzichtet: "Ich brauche keine Stoßgebete."

Beim anschließenden Training im Sportzentrum der burgenländischen Gemeinde nervte ein über dem Platz kreisender Hubschrauber. Vermutungen, es habe sich um Spione der Gruppengegner aus Kroatien oder Polen gehandelt, wurden nicht bestätigt.

Hoffnungen ruhen auf Sturm

Die Österreicher, die in den vergangenen 18 Monaten nur zwei Spiele gewonnen und alle bisherigen drei Vergleiche gegen Kroatien verloren haben, gehen beim EM-Start in die Offensive - und mit dem Angriffsduo Roland Linz/Erwin Hoffer auf Torejagd.

"Wir wollen die Kroaten mit unseren aggressiven und spritzigen Stürmern unter Druck setzen, dürfen aber nicht naiv nach vorne stürmen", kündigte Kapitän Andreas Ivanschitz an.

"Wir müssen die Balance zwischen Draufgehen und kompakt Stehen finden", erklärte Co-Trainer Herzog die Taktik. Der Ex-Bundesligaprofi von Werder Bremen und Bayern München warnte aber vor "zu viel Übermut. Wir müssen auch das Hirn einschalten."

Österreich als "lächerliches Fußball-Land" verhöhnt

In Kroatien ernten die Österreicher für ihre flotten Sprüche nur Hohn und Spott. Von einem "lächerlichen Fußball-Land" war in den Medien die Rede. "Ich bin technisch besser als alle Österreicher zusammen", spottete Herthas Innenverteidiger Josip Simunic.

Mit Robert Kovac, Mladen Petric (beide Dortmund) und Ivica Olic (HSV) stehen drei weitere Bundesliga-Profis in der Startelf. Doch gerade Simunic und Robert Kovac haben die Österreicher als Schwachpunkte ausgemacht.

"Sie sind langsam geworden", mutmaßte Rene Aufhauser, "mit schnellen Spiel packen wir sie, am Boden sind sie verwundbar."

Der Kaiser warnt die Kroaten

Franz Beckenbauer traut den Kroaten, dessen Prunkstück die Offensive mit Mittelfeldstar Luca Modric ist, den EM-Titel zu, aber er warnt auch vor dem Gastgeber.

"Unterschätzt mir die Österreicher nicht. Mit dem Heimvorteil im Rücken sind sie in der Lage, dem einen oder anderen einen Strich durch die Rechnung zu machen."


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