Gastgeber in Angst vor Doppel-Knockout

SID
Montag, 09.06.2008 | 15:45 Uhr
em 2008, maskottchen
© Getty
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Zürich/Wien - Nach den schmerzhaften Niederlagen zum Start in die Heim-EM lecken die sportlich angeschlagenen Gastgeber Schweiz und Österreich ihre Wunden. Mit aller Macht soll ein historisch früher Doppel-Knockout der Hausherren verhindert werden.

Nur nicht unterkriegen lassen, lautete deshalb auch das Motto in den österreichischen Zeitungen nach dem 0:1 gegen Kroatien im Wiener Ernst-Happel-Stadion: "Applaus für die Verlierer" (Kurier) oder "Spiel verloren, Sympathien gewonnen" (Wiener Zeitung) - Österreichs Montagszeitungen reagierten mit überraschend positiven Schlagzeilen auf die bittere Auftakt-Pleite.

Die Österreicher stehen nach dem ersten EM-Schock schwer unter Druck. Nur mit einem Sieg in Wien gegen Polen können sie sich vor dem vorzeitigen Aus retten und vielleicht doch noch die EURO-Euphorie in der Alpenrepublik entfachen.

"Wir haben jetzt zwei Endspiele", brachte Abwehrchef Martin Stranzl die Situation der Österreicher auf den Punkt.

Frei-Verletzung dämpft Stimmung

Keinen Deut besser ist die Lage in der Schweiz. Auch zwei Tage nach dem unglücklichen 0:1 gegen Tschechien im Eröffnungsspiel überschattete weiter die Knieverletzung von Kapitän Alexander Frei die Stimmung im Lager der Eidgenossen. Der Dortmund-Profi fällt zwar für das gesamte Turnier aus, gab aber die mentale Marschroute vor.

"Ein Champion steht wieder auf", sagte der 29 Jahre alte Nationalstürmer in Feusisberg über sich selbst und vielleicht auch ein wenig über seine Mannschaft. Wie Österreich hilft den Schweizern im nächsten Spiel gegen die Türkei praktisch nur ein Sieg.

Doch auch bei einem Ausscheiden sieht Frei die EM-Atmosphäre im Land nicht gefährdet. "Ich glaube nicht dass es die Stimmung drückt. Es wird für eine kurze Zeit einen Dämpfer geben, doch die Schweizer können sich an der ganzen EM und an den Stars erfreuen. Deshalb wird die Stimmung bis zum Finale einfach toll sein", sagte Frei."Ich hatte Glück im Unglück. Ein paar Millimeter mehr und ich wäre sechs Monate ausgefallen", so Frei, der wegen des Teilanrisses des Innenbandes im linken Knie sechs Wochen pausieren muss.

Streller wieder fit

Gute Nachricht bekam "Nati"-Coach Jakob Kuhn hingegen von Freis Sturmkollegen Marco Streller. Der frühere Stuttgarter wird trotz Leistenbeschwerden am kommenden Mittwoch in Basel spielen können.

Ein doppeltes Vorrunden-Aus wäre ein Novum in der EM-Geschichte. Seit 1960 hatten es die Hausherren bislang immer mindestens bis ins Halbfinale geschafft.

1964 (Spanien), 1968 (Italien) und 1984 (Frankreich) holten die Gastgeber sogar den EM-Pokal. Einzig Co-Gastgeber Belgien war im Jahr 2000 bereits in der Vorrunde gescheitert, dafür war damals Mit-Ausrichter Niederlande immerhin bis ins Halbfinale gekommen.

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