Samstag, 28.06.2008

EM 2008

Deutsche Mannschaft in Wien gelandet

Wien - Der Countdown läuft - Deutschland ist bereit zur größten Titelparty aller Zeiten. Als Kapitän Michael Ballack und die anderen deutschen EM-Asse aus der fußballfreien Zone im malerischen Tessin in den Trubel der EM-Metropole Wien eintauchten, war der Endspiel-Schwur längst gemacht.

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© DPA

"Jetzt wollen wir auch den letzten Schritt gehen", verkündete "Bergführer" Joachim Löw vor dem sechsten Europameisterschafts-Endspiel einer deutschen Nationalmannschaft.

"Wir müssen uns auf ein von der Taktik geprägtes Spiel einstellen. Aber es ist ein absoluter Klassiker, auf den wir uns sehr freuen können", sagte Franz Beckenbauer wenige Stunden vor dem Ernstfall.

Der geschlossene Siegeswille

Nach 42 gemeinsamen Tagen, vielen schweißtreibenden Trainingseinheiten und fünf aufwühlenden Turnier-Spielen kann sich das Team an diesem Sonntag  (So., 20 Uhr im SPOX-TICKER) im Finale gegen Spanien selbst krönen. "Wir wollen am Montag mit dem Pokal nach Berlin fliegen", verkündete Kämpfer Torsten Frings auch im Namen seiner 22 Kollegen.

Der 31 Jahre alte Bremer dürfte trotz eines Rippenanbruchs wieder von Beginn an spielen, ansonsten schickt Löw wohl die Startelf vom 3:2-Halbfinal-Sieg gegen die Türkei auf den Rasen der Arena im Wiener Prater.

"Es wird ein Geduldsspiel werden. Ein frühes Tor würde sehr helfen. Aber sie werden sich gegenseitig belauern und vielleicht auch neutralisieren", sagte Beckenbauer voraus. "Das Wichtigste ist, nicht zu verkrampfen", ergänzte Teammanager Oliver Bierhoff.

Herzlicher Abschied in Ascona

Am Samstagmittag hatte die Mannschaft ihr EM-Stammquartier im schweizerischen Ascona geräumt und die Reise in den Endspielort Wien angetreten. Beim herzlichen Abschied aus dem Hotel "Giardino", in dem der rund 60 Personen umfassende DFB-Tross seit dem 3. Juni logiert hatte, standen die Hotelangestellten nochmals mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen Spalier.

Schon am Abend zuvor hatten beim letzten Geheim-Training in Tenero Kinder Luftballone in den deutschen Nationalfarben aufsteigen lassen. Am Sonntagabend wollen Millionen von deutschen Fans Glücksraketen in den Himmel schicken und einen Tag später auf der Berliner Fanmeile den Europameister 2008 feiern.

Tausende Fans schon in Wien

Bei der Ankunft in ihrem Final-Hotel in Wien gab es für die Mannschaft allerdings nur einen "kleinen Bahnhof", nachdem das Team direkt vom Rollfeld des Wiener Flughafens weg mit dem Bus von einer Polizeieskorte in die Innenstadt geleitet worden war.

Rund 150 Fans hatten sich zur Begrüßung vor dem Hotel "NH Danube City" versammelt, das nur wenige Fahrminuten vom Endspielstadion entfernt liegt. Allerdings waren schon einige tausend deutsche Anhänger bei schönstem Wetter in der Stadt an der Donau unterwegs.

Bierhoff verteilt Vorschusslorbeeren

In dem Weltranglisten-Fünften Deutschland und dem -Vierten Spanien treffen vor 51.428 Zuschauern im Happel-Stadion zwei große Fußball-Nationen aufeinander - doch ein so bedeutendes Duell der beiden Mannschaften hat es noch nicht gegeben.

Während das DFB-Team in Wien schon den siebten großen Titel gewinnen kann, liegt der bisher einzige Turniersieg der Iberer bei der EM 1964 schon 44 Jahre zurück.

"Die Mannschaft hat durch sehr viel Disziplin, harte Arbeit und Glauben an sich selbst einiges erreicht, deshalb ist sie der große Gewinner", verteilte Bierhoff schon vor dem Anpfiff des italienischen Referees Roberto Rosetti Komplimente.

Bierhoff war mit seinem "Golden Goal" 1996 in London maßgeblich am dritten und bisher letzten EM- Triumph Deutschlands beteiligt gewesen.

Löw ist schon Sieger

Für Löw soll das 28. Länderspiel als Bundestrainer bereits die erste Krönung werden. Schon jetzt ist der 48-Jährige, der am Sonntag im Stadion auch die moralische Unterstützung seines einstigen Chefs Jürgen Klinsmann bekommt, rein nach Resultaten der beste aller bisherigen zehn DFB-Cheftrainer.

"Man muss sehen, wo wir vor vier Jahren hergekommen sind nach einer enttäuschenden EM", erinnerte Bierhoff nochmals an die Vorrunden-Pleite in Portugal.

Klinsmann und Löw haben die Nationalspieler wieder zu "Lieblingen der Nation" gemacht - der vierte EM-Titel wäre ein verdienter Lohn dafür.


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