Sonntag, 22.06.2008

EM 2008

Dauerläufer Altintop steigt zum EM-Star auf

Wien - Auf der Liste der möglichen EM-Stars standen vor dem Turnier viele Namen - der von Hamit Altintop aber sicher nicht. Das hat sich spätestens mit dem Galaauftritt des türkischen Dauerläufers im Viertelfinale gegen Kroatien geändert.

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© DPA

Der Allround-Profi vom FC Bayern München glänzt bei der Endrunde in Österreich und der Schweiz mit Effektivität und Einsatzbereitschaft und hat maßgeblichen Anteil am Höhenflug des Halbmond-Teams bis ins Halbfinale gegen Deutschland.

Sogar seinen hochgelobten und hochgehandelten bayerischen Vereinskollegen von Luca Toni (Italien) bis Franck Ribéry (Frankreich) hat der zurückhaltende Türke bei der EM den Rang abgelaufen.

"Wir müssen uns jetzt erst einmal erholen, denn nach einem Spiel mit Verlängerung und Elfmeterschießen sind wir sehr erschöpft", sagte Altintop nach dem dramatischen Viertelfinal-Erfolg. Keiner hätte soviel Grund zu dieser Aussage gehabt wie der 25-Jährige.

Emotionen und Leidenschaft

14,216 Kilometern hatte er im Wiener Ernst-Happel-Stadion abgespult - EM-Rekord! Ob als Aushilfe hinten rechts in der Abwehrkette oder als Antreiber im Mittelfeld - Altintop gehörte in jedem Spiel der Türken bislang zu den Besten.

Und dennoch war er froh, dass ihn Trainer Fatih Terim erhörte und gegen Kroatien wieder ins Mittelfeld beorderte. "Jeder weiß, dass ich gerne offensiver spiele."

Das Last-Minute-Rezept der Türken bei der EM ist für Altintop kein Geheimnis. "Unsere Stärke sind Emotionen und die Leidenschaft. Für beides haben wir auf dem Spielfeld viel Platz", sagte er.

Bester EM-Vorbereiter

Mit drei Tor-Vorlagen beim 3:2 gegen Tschechien liegt er in dieser EM-Wertung vorn. Gegen Kroatien verwandelte er den letzten türkischen Elfmeter eiskalt. Eine Berufung ins EM-Allstarteam der UEFA ist sehr wahrscheinlich.

Auch im Starensemble beim Double-Sieger FC Bayern setzte sich der schüchterne Türke nach seinem Wechsel vom FC Schalke 04 entgegen der Erwartungen vieler Experten durch und hatte bis zu seinem Fußbruch im März einen Stammplatz.

Altintops EM-Einsatz hing durch die Verletzung am seidenen Faden. Zusätzlich erschwerte noch eine Adduktorenblessur die Vorbereitung. Doch zum Saisonhöhepunkt ist der gebürtige Gelsenkirchner wieder 100 Prozent fit.

Halil drückt die Daumen

Zum ganz großen Glück fehlt ihm eigentlich nur sein Zwillingsbruder Halil, der von Trainer Fathi Terim kurz vor dem Turnier durchaus überraschend aus dem Kader gestrichen wurde.

Gemeinsam hatten sie vor sechs Jahren den türkischen Siegeszug bei der WM in Südkorea und Japan im heimischen Wattenscheid vor dem Fernseher verfolgt. Gegen Deutschland wird Halil nun Hamit allein die Daumen drücken müssen.


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