Dienstag, 03.06.2008

EM 2008

BL-Legionäre einig: Deutschland ein Favorit

Basel - Bundestrainer Joachim Löw und Kapitän Michael Ballack äußern sich eher moderat über die Titel-Chancen bei der Europameisterschaft, doch für die Bundesliga-Legionäre ist das DFB-Team ein großer Favorit auf den Turniersieg in Österreich und der Schweiz.

em 2008, meira, portugal
© Getty

Die Rekordmarke von insgesamt 57 Spielern der deutschen Eliteklasse ist bei der EM im Einsatz. 38 davon spielen nicht für Deutschland, sondern für ihr Heimatland - und sind sich überwiegend einig, dass der vierte EM-Titel für Schwarz-Rot-Gold greifbar ist.

"Deutschland war die beste Mannschaft, gegen die wir in den letzten vier, fünf Jahren gespielt haben. Deutschland gehört zu den Favoriten", sagte der Schweizer Ludovic Magnin vom VfB Stuttgart.

Sein portugiesischer Klubkollege Fernando Meira möchte der DFB-Elf auch so lange wie möglich aus dem Weg gehen. "Die WM hat gezeigt, dass es eine junge Mannschaft mit Super-Potenzial ist. Und jetzt wird sie noch stärker sein."

Legionäre glauben an Bundesliga

Auch Hamburgs Niederländer Rafael van der Vaart traut dem Rivalen Deutschland den großen Wurf zu und reiht sich in die Schar der höflichen Komplimente-Macher ein. "Die deutsche Mannschaft hat eine sehr beeindruckende Qualifikation gespielt. Sie rechnen sich bestimmt einiges aus."

Die Bundesliga wird der EM den Stempel aufdrücken, glauben die "Legionäre" - und das nicht nur durch die deutschen Spieler: Ganz oben auf der Liste des potenziellen EM-Torschützenkönigs steht Bundesliga-Goalgetter Luca Toni vom FC Bayern München.

Nur die Schweizer Bundesliga-Spieler hoffen nahezu geschlossen auf ihren Teamkollegen Alexander Frei von Borussia Dortmund als besten EM- Stürmer. "Darüber zu sprechen bringt kein Glück", sagte der wieder erstarkte BVB-Angreifer selbst eher zurückhaltend.

Alle tippen auf Ronaldo

Einzig Magnin schert aus der Schweizer Riege aus und hält seinen deutschen Stuttgart-Kollegen Mario Gomez für den kommenden EM- Trefferkönig. Das Prognose-Spiel versteht der Defensiv-Mann aber eher als fröhliche Raterei: "Ich werde es auf keinen Fall."

Bei der Frage nach dem großen EM-Star bekommt die Bundesliga Konkurrenz. Unumstritten sind die Erwartungen an Portugals Cristiano Ronaldo von Champions-League-Sieger Manchester United die größten.

Franck Ribéry vom FC Bayern wird aber ebenfalls ein großes Turnier zugetraut. "Er ist sehr stark. Man sieht, dass alle Respekt vor ihm haben und er hat keinen Respekt vor keinem. Er ist eine Klasse besser als der Rest der Liga", sagte Polens Jacek Krzynowek vom VfL Wolfsburg über den pfiffigen Franzosen.

Gleichgültiger Frei

Ein Finale gegen ihr Gastland Deutschland ist für die meisten Bundesliga-Profis der große Endspiel-Traum. Der Spielkalender verhindert diesen aber für alle Teams der Gruppen A und B, darunter die Schweiz, Tschechien und Kroatien, die mit je sechs Akteuren die meisten deutschen Gastarbeiter in ihren Reihen haben.

Alexander Frei ist der Zeitpunkt des Aufeinandertreffens egal. "Sollten wir im Viertelfinale aufeinandertreffen, wollen wir dem großen Nachbarn eins auswischen."


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