Samstag, 28.06.2008

EM 2008

Bringt Zapatero Spanien Pech?

Madrid - Abergläubische spanische Fans haben Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero aufgerufen, nicht zum Finale der Europameisterschaft nach Wien zu reisen.

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© Getty

Sie begründeten ihren im Internet verbreiteten Appell damit, dass der sozialistische Regierungschef der "Seleccion" im Endspiel gegen Deutschland Pech bringe. Mehr als 1000 Fans schlossen sich dem Aufruf an, berichtete die Madrider Zeitung "El Mundo".

Der Aberglaube stützt sich darauf, dass die Elf von Trainer Luis Aragones bei der EM ohne die Präsenz von Zapatero alle Spiele gewonnen habe. Der Regierungschef drohe nun zum "gafe" zu werden. "El gafe" bezeichnet im Spanischen eine Figur, die anderen Pech bringt oder bei Feiern die Stimmung verdirbt.

Falscher Aberglaube

Die Initiatoren der Kampagne wiesen ferner darauf hin, dass Spanien im vorigen Jahr im Beisein von Zapatero das Endspiel der Basketball-EM gegen Russland mit einem Punkt Unterschied verloren hatte. Dabei war der Weltmeister Spanien als haushoher Favorit in das Finale gegangen.

Zapatero habe ferner im Ausland Politiker unterstützt, die später bei Wahlen verloren, heißt es in der Kampagne weiter.

Als Beispiele werden Gerhard Schröder in Deutschland, Segolene Royal in Frankreich und John Kerry in den USA genannt.

Die abergläubischen Fans verschwiegen allerdings, dass Zapatero 2006 das Finale der Champions League miterlebte, das sein Lieblingsclub FC Barcelona mit 2:1 gegen Arsenal London gewann. Der Regierungschef äußerte sich nicht zu der Internet-Kampagne. Er wird sich dadurch nicht von seiner Reise nach Wien abhalten lassen.


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