Samstag, 28.06.2008

EM 2008

Beckenbauer lobt und warnt

Wien - Franz Beckenbauer empfiehlt der deutschen Nationalmannschaft für das Europameisterschafts-Endspiel gegen Spanien eine besonnene Spielweise und größtmögliche Konzentration - und wünscht sich einen Sieg im Elfmeterschießen.

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© DPA

"Es wird ein Geduldsspiel werden", sagte der "Kaiser" vor dem Finale in Wien. Ginge es nach ihm, wäre im Ernst-Happel-Stadion am Sonntagabend auch nach 120 Minuten noch nicht Schluss: "Ich hoffe auf ein aufregendes und schönes Finale mit vielen Toren, Verlängerung, Elfmeterschießen und am Ende gewinnt Deutschland", sagte Beckenbauer bei einem PR-Termin in Wien.

Bis zum erhofften Showdown erwartet Beckenbauer aber ein gegenseitiges "Belauern und vielleicht auch Neutralisieren" der Endspiel-Kontrahenten. "Wir müssen uns auf ein von der Taktik geprägtes Spiel einstellen", vermutete Beckenbauer.

Dennoch blicke er gespannt auf die Partie. "Es ist ein absoluter Fußball-Klassiker, auf den wir uns sehr freuen können", sagte der 62-Jährige.

Kaiser warnt DFB-Kicker

Auf einen Favoriten wollte sich Beckenbauer nicht festlegen, warnte die deutsche Mannschaft aber vor den Spaniern. "Sie können einfach unglaublich schnell spielen. Da muss man sehr genau aufpassen, gerade in der Abwehrzentrale.

Ich habe sie gegen Griechenland gesehen, und da haben sie nur mit ihrer B-Elf gespielt, da war ein unglaubliches Tempo drin. Sie stehen völlig zu Recht im Finale", sagte Beckenbauer.

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw stehe vor einer hohen, aber nicht unüberwindbaren Hürde. "Es wird schwer, aber es ist machbar", sagte er.

Die Schlüsselfigur Ballack

Eine entscheidende Rolle kommt für den "Kaiser" DFB-Kapitän Michael Ballack zu.

"Wenn er in seiner Position im Mittelfeld das Spiel bestimmen kann, kann er zu einem entscheidenden Spieler werden, gerade mit seiner Kopfballstärke. Man muss sicher auch versuchen, über Standardsituationen zum Erfolg zu kommen", empfahl Beckenbauer dem deutschen Team.

Gutes Zeugnis für Löw

Dem Bundestrainer stellte Beckenbauer bei dessen ersten Turnier in der Chefrolle ein gutes Zeugnis aus. "Die deutsche Mannschaft steht im Finale. Und auch wenn die Leistung nicht immer attraktiv war, was will man mehr", meinte der 62-Jährige.

Unverständlich bleibt für Beckenbauer das Auf und Ab der DFB-Elf mit großen Leistungsschwankungen beim Turnier in den Alpenländern.

"Die sind nicht zu erklären. Die Leistung gegen Portugal war absolut beeindruckend, gegen die Türken haben sie sich enorm schwergetan. Es ging immer auf und ab. Eigentlich müsste jetzt am Sonntag wieder eine gute Leistung kommen", sagte er.

Großes Lob für EM-OK 

Auch die EM-Organisatoren bekamen vom Chefgestalter des deutschen WM-Sommermärchens 2006 großes Lob. "Dieses Turnier war in allen Richtungen hervorragend", betonte Beckenbauer.

In Österreich und der Schweiz sei eine nicht gekannte Euphorie ausgebrochen.

"Es war ein tolles Turnier. Der Fußball hat viele neue Freunde gewonnen. Gerade in den Gastgeber-Ländern, die jetzt ja nicht unbedingt als Fußball-Länder bekannt sind, sondern eher mit Skifahren zu tun haben. Die Gastgeber waren immer herzlich", sagte Beckenbauer.


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