Samstag, 07.06.2008

EM 2008

Löw lobt Frings für dessen Energie

Tenero - Beim WM-Eröffnungsspiel trat Torsten Frings noch als frecher Balldieb in Erscheinung, zum EM-Auftakt will er nur den Polen die Punkte stibitzen.

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© Getty

"Wir hatten immer den Turnier-Start im Blick und werden zum richtigen Zeitpunkt fit sein. Und ich hoffe, wir werden drei Punkte mitnehmen", sagte der Mittelfeldkämpfer vor dem ersten Gruppenspiel in Klagenfurt gegen Polen.

Bundestrainer Joachim Löw machte seinem Vorarbeiter schon vor dem Start der Europameisterschaft ein Kompliment, und auch Kapitän Michael Ballack setzt große Stücke auf seinen ersten Offizier.

"So viel trainiert wie noch nie"

"Torsten ist ein ganz wichtiger Mann. Es ist ganz wichtig, dass er rechtzeitig wieder fit geworden ist", sagte Ballack über eines der großen Sorgenkinder der vergangenen Saison.

Eine Innenbandverletzung am rechten Knie hatte Frings über Monate außer Gefecht gesetzt; nach einem speziellen Aufbauprogramm ist der 72-malige Führungsspieler von Werder Bremen rechtzeitig vor dem Turnier-Auftakt wieder in Form - ob es die Top-Form der Weltmeisterschaft 2006 ist, muss sich zeigen.

"Ich habe sehr viel trainiert, so viel wie noch nie in meinem Leben, weil ich so eine schwere Verletzung noch nicht hatte. Ich fühle mich gut und frisch", sagte der 31-Jährige, der verbissen um seine Turnier-Teilnahme gekämpft hatte.

Löw lobt den Bremer 

"Ich muss Torsten Frings ein Kompliment aussprechen, mit welcher Energie er die Einheiten bewältigt, wie er sich herangekämpft hat", lobte Löw den erfahrenen Profi. Lange musste der Bundestrainer um den Mittelfeldstrategen bangen, so richtig gelüftet wurde das Geheimnis um die Schwere der Knieblessur nie. Der Vorfall war immerhin so schwerwiegend, dass Frings nur zu elf Bundesliga-Einsätzen kam und von Oktober bis März pausieren musste.

Nach der EM 2004 sowie den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 läuft Frings zu seinem vierten großen Turnier auf. Der Stellenwert des Mannes mit den kurzen, dafür aber klaren Ansagen ist enorm. Viele glauben noch heute, dass es 2006 ohne die Sperre für Frings im WM-Halbfinale gegen Italien zum Weiterkommen gereicht hätte. Nach dem Argentinien-Viertelfinale hatte ihn die FIFA wegen einer angeblichen Tätlichkeit an dem Argentinier Julio Cruz beim allgemeinen Handgemenge nach dem Elfmeterschießen aus dem Verkehr gezogen.

Frings ist sich seiner Führungsrolle bewusst

Vielleicht war es aber auch nur eine verspätete Retourkutsche der FIFA-Oberen gegen den Tattoo-Liebhaber. Nach dem mit 4:2 gewonnenen Eröffnungsspiel gegen Costa Rica hatte sich Frings nämlich listig über die strengen FIFA-Regeln hinweggesetzt und den Spielball unter dem Trikot versteckt vom Platz geschmuggelt.

Wo der Ball mittlerweile ist, wisse er nicht genau, behauptete Frings bei der Pressekonferenz in Tenero. "Ich weiß nur, dass er keine Luft mehr hat. Wenn ich nach Hause komme, werde ich suchen, wo er ist und mich drum kümmern. Wahrscheinlich hat der Hund ihn kaputt gemacht", sagte der Schelm aus Bremen.

Bevor er sich aber um den WM-Ball kümmern kann, hat er mit dem neuen EM-Ball eine ganz andere Mission zu erfüllen. Als einer der Leitwölfe soll Frings Deutschland ins Finale leiten - allerdings mag er den Begriff Führungsspieler nicht.

"Ich glaube, ich muss nicht mehr erzählen, dass ich länger dabei bin und eine Führungsrolle habe. Das ist kalter Kaffee, den muss man nicht jedes Mal aufwärmen", bemerkte Frings.


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