Freitag, 13.06.2008

EM 2008

120.000 Fans und kaum Zwischenfälle

Klagenfurt - Überschwängliche Begeisterung und viele hängende Köpfe nach Deutschlands Niederlage, aber kaum gewalttätige Zwischenfälle: Das war die erste Bilanz der Polizei nach den zweiten Vorrundenspielen der EM am Donnerstagabend in Klagenfurt und Wien.

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© DPA

Etwa 50.000 Fans aus Kroatien und Deutschland waren allein in die Kärntner Hauptstadt gekommen, um das Spiel der Deutschen gegen Kroatien zu sehen. Doch bis zum späten Abend mussten hier die 2500 Einsatzpolizisten, darunter 300 Deutsche, nur selten eingreifen.

Während Zehntausende kroatischer Fans lautstark fast das gesamte Zentrum der Kärntner Hauptstadt besetzten, feierten die Deutschen zunächst und trauerten anschließend auf der großen Fanzone auf dem Klagenfurter Messegelände.

Tod eines 20-Jährigen

Kleinere Raufereien konnte die Polizei schlichten. Überschattet wurde das Fußball-Volksfest allerdings vom Tod eines etwa 20-jährigen Kroaten, der nach einem Herstillstand in der Nähe der Klagenfurter Zone am Nachmittag zusammenbrach.

Zur Kontrolle der Massen in der kleinen Stadt hatte die Polizei mehrere Hubschrauber eingesetzt.

"Volles Haus" auf der Wiener Fanmeile

In Wien, wo Österreich mit einem 1:1 gegen Polen in letzter Minute seine Chance auf eine Viertelfinal-Teilnahme wahrte, meldete die Einsatzpolizei am Abend erstmals ein "volles Haus".

70.000 Menschen auf der Wiener Fanmeile. Noch während des Spiels im ausverkauften Wiener Ernst-Happel-Stadion musste die Zone zwischen dem Wiener Heldenplatz und dem Rathausplatz für Neuankömmlinge geschlossen werden.

Hier hatten schon während des Spiels in Klagenfurt mehrere Zehntausend - überwiegend rot-weiß-karierte Kroaten-Fans - ausgelassen gefeiert und den Sieg ihres Teams auf der 70 Quadratmeter großen Videowand vor dem Rathaus bejubelt.

Deutsche Fans prügeln sich

Unschöne Szenen gab es allerdings am Rande der offiziellen Wiener Fanzone. Deutsche Fußballanhänger haben sich mit anderen Fans eine Prügelei geliefert. Die Polizei schritt ein, um ein Ausufern der Gewalt zu verhindern.

Zunächst war unklar, ob dabei gewalttätige Deutsche festgenommen wurden. Erstmals seit Beginn der EM war die offizielle Fanmeile in der Wiener Innenstadt voll. Die Sicherheitskräfte mussten das Gelände vor dem Rathausplatz für weitere Fußballanhänger schließen.

Nach offiziellen Angaben fasst die größte Fanmeile aller acht EM-Austragungsstädte etwa 70.000 Menschen.

Österreichischer Jubelsturm nach dem Ausgleich

Nach dem Spiel zogen die meisten von ihnen lärmend und fröhlich, aber durchaus friedlich ab und machten Platz für mehrere zehntausend Fans, die meisten aus Österreich -, die bei lauen Temperaturen einen Sieg ihrer Mannschaft bejubeln wollten.

Die Stimmung sank nach der überraschenden Führung der polnischen Gegner merklich. Doch umso lauter war dann der Jubel, als Österreich in der Verlängerung durch ein Elfmetertor doch noch seine Chance auf das Viertelfinale wahrte.

Ganz Kroatien lacht

Viele zehntausend Kroaten haben den Sieg ihrer Mannschaft in der Heimat überschwänglich gefeiert. In allen großen Städten vielen sich die Menschen in Nationaltrikots glücklich in die Arme. Ob in Split oder Rijeka an der Adria oder im Inland: Autokolonnen verstopften hupend viele Zentren.

Überall waren Freudenschüsse aus den vielen noch aus Zeiten der Bürgerkrieges stammenden Gewehren und Pistolen zu hören. Allein im Zentrum der Hauptstadt Zagreb feierten 5.000 ausgelassene Fans in einem riesigen Zelt.


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