Domenech rotiert schon wieder

Von SPOX
Dienstag, 17.06.2008 | 12:51 Uhr
fußball, em 2008, frankreich, domenech
© Getty
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München - Siegen oder fliegen: Für die französische Nationalmannschaft geht es gegen Italien (ab 20.30 Uhr im SPOX-TICKER) um viel.

Ein Sieg gegen den Weltmeister ist Grundvoraussetzung für den Einzug ins Viertelfinale, außerdem darf Rumänien im Parallel-Spiel der Gruppe C nicht gegen die Niederlande gewinnen.

(Wer kommt in der Todesgruppe wann weiter? SPOX.com zeigt die Szenarien)

Frankreichs Trainer Raymond Domenech tüftelte eifrig, um das richtige System und die passende Aufstellung zu finden.

Ribery will seine Freiheiten

Zum Auftakt gegen Rumänien (0:0) ließ er ein 4-4-2 spielen, in dem Franck Ribery für Florent Malouda auf die ungeliebte rechte Seite ausweichen musste. Dadurch war das Offensivspiel extrem gehemmt.

Gegen die Niederlande (1:4) stellte Domenech auf 4-2-3-1 um und gab Ribery hinter der einzigen Sturmspitze Thierry Henry alle Freiheiten. Ribery und das gesamte französische Offensivspiel wirkten befreit.

"Ich mag es, wenn ich auf dem Platz viele Freiheiten habe, überall hinlaufen kann und so viele Ballkontakte wie möglich zu haben. Wenn ich in der Mitte spiele, habe ich einfach mehr Möglichkeiten", meinte auch Ribery.

Benzema stürmt neben Henry 

Doch gegen Italien wird der 24-jährige Bayern-Star wohl wieder auf die Außenbahn ausweichen müssen. Anders als gegen Rumänien darf Ribery aber auf seiner Lieblingsseite links wirbeln. Im Sturm sollen Henry und Karim Benzema für die nötigen Tore sorgen.

Den Einsatz des 20-jährigen Stürmers von Olympique Lyon hätte sich Ribery auch gegen die Niederlande gewünscht: "Jeder hätte mit einem Einsatz von Benzema statt Gomis gerechnet. Aber es ist die Wahl des Trainers..."

Domenech ist nicht unumstritten. Sein taktischer Zick-Zack-Kurs, die Nichtnominierung von Trezeguet, Mexes und Flamini sowie das Festhalten an in die Jahre gekommen Spielern werden ihm vorgeworfen. Zumindest bei letzterem scheint Domenech endlich einsichtig zu sein.

Thuram muss weichen

Die schwachen Lilian Thuram (SPOX-Durchschnittsnote 4,5) und Willy Sagnol (SPOX-Durchschnittsnote 5) müssen gegen Italien ihre Plätze für Eric Abidal und Francois Clerc räumen. Für den angeschlagenen Claude Makelele könnte Lassana Diarra im defensiven Mittelfeld auflaufen.

Der 35-jährige Thuram steht in der Heimat heftig in der Kritik. Nach Meinung vieler Zeitungen hat Thuram das Haltbarkeitsdatum deutlich überschritten. "Liberation" schrieb: "Thuram gegen Italien aufzubieten, heißt Suizid als natürlichen Tod zu tarnen." 

Für das Italien-Spiel fordert Ribery von Trainer Domenech eine offensivere Grundausrichtung. "Wir denken viel zu viel darüber nach zu verteidigen, kein Tor zu kassieren. Wir müssen uns aber befreien. Wir haben in der Offensive Spieler mit großer Qualität. Wir müssen gemeinsam angreifen und verteidigen. Das haben wir bisher noch nicht geschafft."

Falls sie es auch gegen Italien nicht schaffen, sind die Tage von Domenech gezählt. Sein Nachfolger steht mit Didier Deschamps schon bereit. 

Voraussichtliche Aufstellung: Coupet - Clerc, Gallas, Abidal, Evra - Toulalan, L. Diarra/Makelele, - Govou, Ribery - Henry, Benzema.
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