Samstag, 31.05.2008

EM 2008

Sturm-Warnung für Europa

Gelsenkirchen - Eins der angenehmen Überbleibsel aus der Klinsmann-Ära ist das schnelle deutsche Offensivspiel.

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© Getty

Nach Jahren der Tristesse haben deutsche Stürmer in der Nationalmannschaft wieder etwas zu lachen. Nicht von ungefähr kam der Gewinn der Torjägerkanone von Miroslav Klose bei der WM 2006.

Stürmer wie Klose haben beim DFB-Team Tradition: In der Spitze hatten deutsche Nationalmannschaften schon immer herausragende Spieler in ihren Reihen.

Von Müller bis Klose

Von Gerd Müller über Karl-Heinz Rummenigge, Rudi Völler, Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff bis hin zu Klose gab es immer wieder Weltklasse-Stürmer. Vor dem EM-Turnier in Österreich und der Schweiz ist das nicht anders.

Und doch unterscheidet sich der kleine Haufen deutscher Angreifer von denen früherer Turniere. Er bietet in der Spitze und in der Breite mehr Qualität und für das Trainerteam um Joachim Löw jede Menge Variationsmöglichkeiten.

"Gut aufgestellt wie lange nicht"

"Im Sturm sind wir so gut aufgestellt wie schon lange nicht mehr. Unsere Auswahl ist groß", sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Freitag, seine Augen funkelten dabei.

Miroslav Klose ist gesetzt. Für den Bayern-Goalgetter ist es das vierte große Turnier, seine Erfahrung macht ihn zur Nummer eins im deutschen Sturm. Dahinter beginnt der große Verdrängungskampf.

Bei der WM harmonierte Klose perfekt mit Lukas Podolski, der zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gewählt wurde - noch vor Fernando Torres, Leo Messi oder Cristiano Ronaldo.

"Der perfekte Stürmer"

Löw weiß um die Qualitäten Podolskis. Im letzten Testspiel gegen Serbien (ab 17.15 Uhr im SPOX-TICKER) lässt der Bundestrainer aber wohl Mario Gomez - bester deutscher Torschütze der abgelaufenen Bundesliga-Saison - und Kevin Kuranyi bei dessen Heimspiel auf Schalke von Beginn an ran.

"Es ist eine schöne, aber auch schwierige Aufgabe, zwei von den fünf auszuwählen. Das wird für unsere Trainer schwer genug", so Bierhoff.

Gegen die Serben spielen Gomez und Kuranyi um den Platz neben Klose. Dem Stuttgarter Gomez werden im Rennen um einen Startplatz im ersten Spiel gegen die Polen beste Chancen eingeräumt.

"Mario ist der perfekte Stürmer, einfach beeindruckend. Er bringt alles mit, was ein großer Stürmer mitbringen muss. Ich traue ihm alles zu", lobte Bierhoff den 22-Jährigen.

Kuranyi lauert schon

Allerdings ist das EM-Turnier der erste Auftritt in der Nationalmannschaft auf großer europäischer Bühne. "Er muss sich dort jetzt auch beweisen", so Bierhoff weiter.

Hinter Gomez lauert schließlich Kevin Kuranyi. Der Schalker hat nicht die beste Rückrunde gespielt und gilt momentan als Stürmer Nummer vier.

"Niemand ist gesetzt", sagt Kuranyi selbst. Vielleicht will er sich seine Position damit etwas schön reden: "Der Trainer hat gesagt, alles ist völlig offen."

In der Tat stand Kuranyi in sechs von zehn Länderspielen in dieser Saison in der Startelf.

Zahlreiche Variationsmöglichkeiten

Kuranyi drückt damit genau das aus, was die DFB-Trainer im Konkurrenzkampf erwarten: "Wir haben fünf richtige gute Stürmer. Die Laufwege passen, alle bieten sich aktiv an, gehen in die Räume, sind torgefährlich. Wir sind mit allen sehr, sehr zufrieden", sagte Co-Trainer Hansi Flick auf der letzten Pressekonferenz auf Mallorca.

Während in anderen Mannschaftsteilen noch Potenzial nach oben ist, glänzt der deutsche Sturm momentan als Konstante mit zahlreichen Variationsmöglichkeiten. Im Vergleich zu anderen Topteams vielleicht ein entscheidender Faktor.

Das weiß auch Kuranyi. "Unser Vorteil ist, dass wir fünf verschiedene Typen auf Topniveau sind. Der Trainer hat immer die Möglichkeit, einen neuen Spieler mit neuen Qualitäten zu bringen und dadurch dem Spiel eine Wendung zu geben."

Für SPOX.com in Gelsenkirchen: Stefan Rommel

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