Schweini hat mich beeindruckt

SID
Alex Hleb
© Getty

Liebe Fußball-Fans,
Und? Schon Entzugserscheinungen? Nach dieser EM könnte ich das gut verstehen.

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Diese EURO hat mehr geboten als ich erwartet hatte: Der Fußball war meistens offensiv, begeisternd und auf technisch hohem Niveau. Und am Ende war ich nicht einmal sehr traurig, dass meine beiden Lieblingsteams Russland und Deutschland an Spanien gescheitert sind.

Der Grund ist ganz einfach: Wer bei einem EM-Turnier so auftrumpft, hat den Titel verdient. Deshalb auch Respekt und herzlichen Glückwunsch von meiner Seite.

Für einen freut es mich ganz besonders: meinen Freund Cesc Fabregas. Er ist mein Spieler des Turniers. Und das nicht nur, weil ich ihn für einen netten Kerl halte.

Er hat auch bewiesen, dass er ein begnadeter Fußballer ist. In einigen Partien saß er zwar beim Anpfiff auf der Bank - aber wenn er dann eingewechselt wurde, hat er dem spanischen Spiel unglaublich viel Schwung gegeben. Bestes Beispiel: sein Gala-Auftritt beim 3:0-Halbfinalsieg über Russland.

Auch sonst fällt es mir sehr schwer, bei meinen persönlichen Spielern des Turniers an den Spaniern vorbeizukommen. Mittelfeldspieler Xavi Hernandez und Rechtsverteidiger Sergio Ramos haben ebenfalls eine unglaubliche EM gespielt. Diese Laufstärke, diese Ballsicherheit und dieses Spielverständnis - einfach sensationell.

Mein Liebling: Juri Schirkow

Beim deutschen Team hat mich beeindruckt, wie sich Bastian Schweinsteiger aus der Misere gespielt hat. Zuerst den Stammplatz verloren, anschließend die Rote Karte - und dann das tolle Comeback voller Selbstvertrauen. Echt stark. Apropos DFB-Elf: Mich hat auch gefreut, dass mein Freund Jens Lehmann nach all der Kritik im Vorfeld ein gutes Turnier gespielt hat.

Auch im russischen Team habe ich natürlich einen Lieblingsspieler. Hier hat mich nicht nur Andrej Arschawin beeindruckt, sondern auch Juri Schirkow. Der Junge ist eine der großen Entdeckungen dieses Turniers. Als Linksverteidiger war er fast schon der heimliche Spielmacher der Russen, er hat mit seinem unglaublichen Vorwärtsdrang das Spiel ständig angekurbelt.

Aber eigentlich ist es fast unmöglich, nur fünf, sechs oder sieben Spieler zu nennen, die in diesem Turnier überragende Leistungen gezeigt haben. Ich könnte die Liste schon noch etwas fortführen. In meiner ersten Kolumne habe ich geschrieben, dass ich ein Feinschmecker bin. Zum Abschluss stelle ich zufrieden fest: Ich bin glänzend verköstigt worden.

Das war er also, mein letzter EM-Beitrag für SPOX.com. Ich hoffe, euch hat die Kolumne genauso viel Spaß gemacht wie mir. Vielen Dank für Euer Interesse und das positive Feedback!

Euer

Alexander Hleb

Alexander Hleb (27) kam im Jahr 2000 als 19-Jähriger nach Deutschland und spielte bis 2005 137-mal für den VfB Stuttgart in der Bundesliga. Seit drei Jahren schnürt der weißrussische Nationalspieler für den FC Arsenal in der Premier League die Schuhe. Mehr über Alexander Hleb gibt's auf www.alexander-hleb.com

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