Warum "Ösis" die "Piefke" nicht mögen

SID
Freitag, 13.06.2008 | 17:21 Uhr
EM 2008, Fussball, Österreich, Cordoba
© DPA
Advertisement
First Division A
Live
Genk -
Anderlecht
Serie A
Live
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Live
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
Turin – Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Serie A
AC Mailand -
Lazio
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Coppa Italia
Atalanta -
Juventus
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand – Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Coupe de la Ligue
Monaco -
Montpellier
Primeira Liga
Sporting -
Guimaraes
Premier League
Man City -
West Brom (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)
Indian Super League
Mumbai City – Jamshedpur
Premier League
Burnley -
Man City
Premiership
Kilmarnock -
Celtic
Championship
Leeds -
Cardiff
Serie A
Sampdoria -
FC Turin
Premier League
Arsenal -
Everton
Premier League
Man United -
Huddersfield
Serie A
Inter Mailand -
Crotone
Premier League
West Brom -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth – Stoke (DELAYED)
Premier League
Brighton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Leicester – Swansea (Delayed)

Wien - Wenn es für die Österreicher beim Gruppen-Finale in Wien gegen die Deutschen um Alles oder Nichts geht, ist das für Millionen Menschen in der Alpenrepublik auch eine Frage der Ehre.

Der Mythos lebt. "Noch einmal Cordoba", hallte es am Freitag durch Österreich. "Wir hauen die Piefkes weg!" Nirgendwo kommt die bald 150-jährige Rivalität zwischen Österreichern und Deutschen deutlicher und lauter zum Ausdruck als beim Fußball.

"Cordoba, Cordoba", riefen die Fans zwischen Wien und Innsbruck bereits, als die Turniergruppen ausgelost wurden. Der 3:2-Sieg der fußballerisch immer wieder geprügelten Ösis bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien ist für die Alpenrepublik zu einem geheiligten Symbol geworden.

David gegen Goliath 

Cordoba, das ist für sie der Beweis, dass der Fußball-David den Goliath eben doch schlagen kann. Umso besser, wenn dieser Riese die Deutschen sind - "die Piefkes", wie die Österreicher ihre Nachbarn oft abfällig nennen.

Die Ösis, wie wiederum die Deutschen gönnerhaft sagen, sehnen schon seit Wochen eine Wiederholung des "Wunders von Cordoba" herbei. Dieser Traum hat in der Alpenrepublik die zuvor kaum spürbare Lust an dem Turnier erst richtig geweckt. T-Shirts wurden mit der Aufschrift "Wien wird Cordoba" bedruckt, Ausstellungen zum Mythos eröffnet.

Cordoba ist allgegenwärtig

Der Schweizer Performance-Künstler Massimo Furlan lockte vor der EM mit einem Ein-Mann-Stück zu dem Thema 2000 Wiener in ein Stadion. 90 Minuten mimte er Hans Krankl, den "Helden von Cordoba", der vor 30 Jahren fast in letzter Minute den Ball zum historischen 3:2 gegen Deutschland ins Tor schubste.

Der Jubel der Zuschauer war so groß, als sei das "Wunder" soeben erst geschehen.

Die Geschichte um Käniggrätz

Dass viele Österreicher die Deutschen nicht besonders mögen, ist weidlich bekannt. Den Beinamen "Piefke" haben sie vom preußischen Militärmusiker Johann Gottfried Piefke abgeleitet.

Der schrieb den "Königgrätzer Marsch" zur Preisung der Schlacht bei Königgrätz, bei der Preußen 1866 die Sachsen und Österreicher im sogenannten Deutschen Krieg schlug.

Ein Sieg, der 1871 zur Gründung des Deutschen Reichs führte. Der "Piefke" ist ein Symbol für alle negativen Eigenschaften, die man vor allem den Preußen nachsagt.

Dabei sind viele dieser Geschichten frei erfunden, weiß der in Wien lebende deutsche "Piefkologe" und Publizist, Hubertus Godeysen: "Cordoba ist für Österreicher insgeheim die Rache für Königgrätz."

Der spießige "Piefke"

Der "Piefke" gilt in Österreich als laut, arrogant, besserwisserisch und - selbst wenn man ihn als Tourist braucht - als geizig. Er ist der Repräsentant des deutschen Spießertums, dem der österreichische Autor Felix Mitterer in den 90er Jahren die TV-Serie "Piefke-Saga" widmete.

Dabei gibt es einen typischen "Deutschenhass" nicht wirklich. Die Liebe der Österreicher zur deutschen Kultur ist stark ausgeprägt und die Beziehungen zwischen den "verfreundeten" Nationen sind nicht nur auf persönlicher und wirtschaftlicher Basis oft sehr intensiv und eng.

Österreich das "bessere Deutschland"

Das hält Journalisten und selbst Politiker manchmal aber nicht von kleinen oder großen Gehässigkeiten ab. In einem Streit um die Rückgabe österreichischen Eigentums nach dem Krieg stichelte Bundeskanzler Konrad Adenauer in den 50er Jahren gegen seinen Kollegen Bruno Kreisky: "Wissen Sie, Herr Kreisky, [...] wüsste ich, wo die Gebeine Hitlers zu finden sind, würde ich sie Ihnen liebend gern als österreichisches Eigentum zurückstellen."

Und der frühere Finanzminister Karl-Heinz Grasser ließ keine Gelegenheit ungenutzt, Österreich als "das bessere Deutschland" zu bejubeln. Seine Ausfälle gegen die deutsche Politik waren so wild, dass der damalige Finanzminister Hans Eichel den österreichischen Amtsbruder boykottierte.

Sieg nur alle Heiligen Zeiten

Beim Fußball wird die Abneigung besonders deutlich: Wenn es gegen die Piefkes geht, begleiten die Ösis die deutsche Nationalhymne mit schrillen Pfeifkonzerten.

Das "Immer wieder Österreich!" schallt dann besonders laut. Doch es gibt auch Menschen, die die Nase voll haben vom ständigen Gerede über das "Wunder von Cordoba".

Österreichs Nationaltrainer Joseph Hickersberger, vor 30 Jahren selbst dabei, warnte davor, zu intensiv von einem Sieg zu träumen. "Die Deutschen besiegt man nur alle Heiligen Zeiten einmal", sagte er im ORF-Rundfunk, "aber wir hoffen, jetzt ist es soweit."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung