EM 2008

"Das wird kein Freundschaftsspiel"

SID
Sonntag, 15.06.2008 | 00:03 Uhr
Fußball, EM, Schweiz, Portugal, Valon Behrami, Jakob "Köbi" Kuhn, Ottmar Hitzfeld
© DPA
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Feusisberg - Die Schweizer Nationalmannschaft will den EM-Abschied als Werbung für die Zukunft nutzen, Portugal möchte die gute PR-Arbeit bei der EM 2008 fortsetzen.

"Ich erwarte, dass wir den Fans noch Danke sagen und besser spielen, als in den beiden Spielen zuvor", forderte Valon Behrami vor dem letzten EM-Auftritt des Co-Gastgeber (20.30 Uhr im SPOX-TICKER).

Der Profi von Lazio Rom ist einer der wenigen Gewinner bei den eidgenössischen Verlierern, bei denen die Ära von Nationalcoach Jakob "Köbi" Kuhn zu Ende geht und die Zeit von Ottmar Hitzfeld am 1. Juli beginnt.

Hitzfeld tritt Kuhns Erbe an

"Wir wollen uns mit einer großen Leistung vom Turnier verabschieden", sagte Kuhn, der nach siebenjähriger Amtszeit als erfolgreichster "Nati"-Trainer geht. "Ich bin überzeugt, dass ich ein Team mit großem Wert übergebe", meinte der 64-Jährige.

Sein deutscher Nachfolger wird dennoch alle Hände voll zu tun haben, den Schweizern jene notwendige Entschlossenheit und Siegermentalität zu vermitteln, die beim dritten Scheitern in der EM-Vorrunde ohne Sieg nach 1996 und 2004 fehlte.

Mehr Überzeugung 2006

"Nach der WM 2006 gab es die große Euphorie, die Mannschaft war stark", stellte Abwehrchef Müller fest. Dieses Gefühl habe aber nach dem unglücklichen WM-K.o. im Elfmeterschießen gegen die Ukraine nicht zwei Jahre beibehalten werden können.

"Zur WM nach Deutschland waren wir mit mehr Überzeugung gereist als nun zur EM." Mittelfeld-Aufsteiger Behrami formuliert es so: "Wir fahren auch BMW wie die anderen. Nur die anderen haben das Gaspedal durchgetreten - wir nicht."

Neue Hoffnungsträger

Der aus dem Kosovo stammende Behrami (23) wird neben Jung-Stürmer Eren Derdiyok (20), Gelson Fernandes (21), Gökhan Inler (23) und Tranquillo Barnetta (23) die Fraktion der Hoffnungsträger anführen.

Die Stützen werden bis zur WM 2010 mit ihrer Routine Kapitän Alexander Frei (Borussia Dortmund) und Ludovic Magnin (VfB Stuttgart) sein. Offen ist, ob Patrick Müller, Hakan Yakin (beide 31) weitermachen und Marco Streller seinen Rücktritt vom Rücktritt erklärt.

Klar ist nur, dass der Ex-Leverkusener Keeper Pascal Zuberbühler (39) aus dem "Nati"-Kader ausscheidet.

Zuberbühler zum Abschied auf der Bank 

Gern würde er gegen Portugal noch einmal zum Abschied auf dem Platz stehen, doch Kuhn machte ihm wenig Hoffnung. "Ich will die bestmögliche Mannschaft aufbieten", kündigte er an.

Und dazu gehört die neue Nummer 1 Diego Benaglio vom VfL Wolfsburg. "Das Portugal-Spiel ist für die Zukunft wichtig. Da müssen wir voll da sein", sagte Müller.

"Das wird kein Freundschaftsspiel"

Der für das Viertelfinale schon qualifizierte Vizeeuropameister aus Portugal wird zwar seine Stars für ein mögliches Duell am kommenden Donnerstag in Basel gegen Deutschland schonen, will aber den positiven Eindruck nach brillanten Siegen gegen die Türkei (2:0) und Tschechien (3:1) nicht beschädigen.

"Das wird kein Freundschaftsspiel. Alle Spiele, die wir bestreiten, wollen wir gewinnen", kündigte Fernando Meira vom VfB Stuttgart an. "Ich verstehe nicht, warum wir nun relaxter in die Partie gehen sollten."

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