Montag, 23.06.2008

EM 2008

Leere Plätze beim Viertelfinale

Wien - Millionen Fußballfans hofften auf die begehrten EM-Tickets, jetzt blieben in den Stadien überraschend mehr als tausend Plätze frei: Die UEFA hat Probleme bei der Ticketvergabe bei zwei Viertelfinalspielen eingeräumt und Konsequenzen für die bevorstehenden Halbfinal-Partien angekündigt.

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© DPA

"Die Vergabe hat sicherlich nicht optimal funktioniert", so Wolfgang Eichler, der Sprecher des EM-Organisationskomitees. Nun solle mit den Halbfinalisten gesprochen werden, um das System zu optimieren. Genauere Angaben über das neue Prozedere macht er aber nicht.

Bei der Begegnung zwischen Spanien und Italien im Wiener Ernst-Happel-Stadion waren mehrere hundert der bunten Plastiksitze leer geblieben. Vor dem Stadion standen vor Anpfiff auffällig viele Menschen, die ihre Tickets zu teils hohen Preisen verkaufen wollten.

"Uns interessiert das Spiel einfach nicht", sagte eine junge Frau, die zwei Karten für 500 Euro anbot. Ein anderer Fan wollte sein Ticket für den deutlich niedrigeren Originalpreis abgeben. Bereits bei der Viertelfinal-Partie zwischen Russland und den Niederlanden im Basler St. Jakob-Park waren etwa 1000 Plätze unbesetzt geblieben.

"Wir bedauern das sehr"

Nach UEFA-Angaben waren die nationalen Verbände Italiens und Russlands für die fanfreien Zonen im Stadion verantwortlich. Qualifiziert sich eine Mannschaft für die nächste EM-Runde, erhält der nationale Fußballverband 6000 Tickets zusätzlich.

"Die Russen haben ihr Karten-Kontingent nicht ausgeschöpft. Wir haben noch versucht, die Karten zu verkaufen. Dies ist leider nicht gelungen. Wir bedauern das sehr", hatte Eichler schon nach der Begegnung in Basel gesagt.

Statt wie geplant 6000 Tickets sollen die Russen für das Halbfinale in Wien gegen Spanien nun nur 4000 Karten erhalten, kündigte UEFA-Sprecher William Gaillard an.

Flexibleres System bei EM 2012

Bei dem Spiel in Wien sei es auch bei den nun ausgeschiedenen Italienern zu Problemen mit der Ticketvergabe gekommen. Alle anderen Verbände, darunter der Deutschen Fußball-Bund (DFB) hatten ihre Viertelfinal-Karten komplett an ihre Fans verkaufen können.

In den offiziellen Statistiken werden alle 31 EM-Partien als "ausverkauft" geführt, auch wenn Tickets zwar bezahlt, aber nicht abgeholt werden. Bei der Ticketverlosung im Frühling waren viele Fans europaweit leer ausgegangen, was unter anderem an den kleinen Stadien in Österreich und der Schweiz lag.

Allein beim DFB lagen nach Abschluss der einmonatigen Bestellfrist Mitte Februar 2.630.027 Bestellungen vor. Das waren mehr als doppelt so viele, als es insgesamt an Tickets für alle 31 Begegnungen gibt. Für die EM 2012 wolle die UEFA über ein flexibleres System der Ticketvergabe nachdenken, kündigte Gaillard an.


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