"Türkische Totengräber stoppen Tschechien"

SID
Montag, 16.06.2008 | 17:31 Uhr
EM, Türkei
© Getty
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Hamburg - Es war das Spiel der Spiele bisher bei dieser Europameisterschaft - an Dramatik nicht zu überbieten. Die Türkei setzt sich nach tollem Schlussspurt mit 3:2 gegen Tschechien durch und sichert sich den Viertelfinal-Einzug. Die internationalen Pressestimmen im Überblick.

TÜRKEI - TSCHECHIEN 

Türkische Presse:

Fanatik: Ein solches Spiel hat es in der Geschichte des Fußballs noch nicht gegeben (...). Unglücklicherweise haben wir für die nächste Runde viele Strafen und Ausfälle zu verkraften. Unsere Verteidigung meldet SOS.

Vatan: Arda ist in die Geschichte eingegangen wie Maradona. Warte Wien. Wir kommen (...). Dieser Sieg ist ein Geschenk an die Weltfußball-Geschichte. Die verrückten Türken kommen.

Sabah: Den Türken ist ein Wunder gelungen. Wir haben den Tschechen einen Sieg entrissen.

Tschechische Presse:

Pravo: Die Türkei hat uns von der EURO 2008 nach Hause geschickt. Kollaps! Sie haben das Spiel verloren und gehen heim.

Sport: Billiges Ende - Tschechisches Team gelang es nicht, den Vorsprung zu halten - Türkei dreht das Spiel mit drei Toren.

Denik: Ende! Türkische Totengräber stoppen Tschechien. Türkischer Wirbelwind schaltet tschechisches Team aus.

Hospodarske Noviny: Türkische Todesstrafe: Ende der EURO 2008.

Blesk: Wir vergeben ihm (Torwart Cech) - Es ist nicht nur seine Schuld. (Trainer) Brückner wird lange Zeit nicht schlafen können.

Mlada Fronta Dnes: Kollaps, Tschechien verliert das Spiel gegen die Türkei. Drei Tore in 15 Minuten und die Tschechen fahren nach Hause.

Schweizer Presse:

Tages-Anzeiger: Der dramatische Sturmlauf der Türken. Es war wild, dramatisch, unglaublich, verrückt. Dieses Ende, dieses Finale in Genf, der internationalen Stadt, die gestern Abend plötzlich Istanbul wurde.

Blick: Türken-Knaller: 3:2 nach 0:2! Die Türkei steht im EM- Viertelfinale gegen Kroatien! Dazu reichte der Elf von Fatih Terim eine Viertelstunde Fußballspiel gegen oberdämliche Tschechen.

Basler Zeitung: Den Türken gelingt das Wunder von Genf. Bis vier Minuten vor Schluss lagen die Türken noch im Rückstand, dann kam Nihat und traf in der 87. und 89. Minute zu einem Sieg für das türkische Geschichtsbuch. Sie werden es in der Türkei das Wunder von Genf nennen.

Neue Zürcher Zeitung: Die Türkei schickt auch Tschechien in die Ferien. Die atemberaubende Endphase überraschte umso mehr, als eine brisante Premiere wie ein Damoklesschwert über der Partie gehangen hatte (...). Den Türken schien das Spiel unter Damokles eher zu behagen. Sie setzten sich vor der Pause öfter in den Lehnstuhl und spielten in der eigenen Platzhälfte lieber den einen Pass mehr als den einen zu wenig und danach den Ball planlos nach vorne (...).

Dänische Presse:

Jyllands-Posten: Ein fantastisches Comeback. Die Türken spielten erst völlig mutlos und erlebten dann mit drei Treffern in 20 Minuten eine wunderbare Wiedergeburt.

B.T.: Ein türkischer Totaltriumph. Kapitän Nihat und der tschechische Torwart Peter Cech ließen das EM-Klavier völlig überraschend ein Siegeslied für die Türkei spielen. Dabei sah es erst aus wie ein EM-Abschied mit Pauken und Trompeten gegen das harmonisch zusammenspielende Fußball-Orchester aus Tschechien.

Ekstra Bladet: Peter Cech sollte den EM-Titel für Tschechien sichern. Stattdessen beförderte er sein Team selbst aus dem Turnier. Aber der Chelsea-Keeper zeigte wieder das Format eines echten Weltklassespielers, als er nach den Niederlage zu den tschechischen Fans ging und winkte.

Schwedische Presse:

Aftonbladet: Eine unfassbar tapfere türkische Elf hat uns Erinnerungen für das ganze Leben geschenkt. Und Peter Cech hat einfach zu viele Fehler gemacht, um jemals wieder bester Torhüter der Welt genannt zu werden.

Expressen: Man wünscht sich, Türke zu sein. So groß kann Fußball sein. Der tschechische Trainer Karel Brückner bekam die schonungslose Quittung für seine feigen Einwechslungen.

SCHWEIZ - PORTUGAL

Portugiesische Presse:

Diario de Noticias: Das einzige, was Portugal nicht geschont hat, war sein Prestige. So sehr man dieses Spiel auch relativieren mag: Gab es bislang Grund zur Hoffnung, kommen nun erneut die Zweifel auf.

Publico: Portugal hat der Schweiz einen Trostpreis gegeben. Eigentlich hat die Nationalmannschaft gut genug gespielt, um die Schweizer zu besiegen, hat aber seine Chancen nicht genutzt und dafür dem Gegner einige gewährt. Jenen, die es vergessen haben sollten, hat das Spiel gezeigt, dass Portugal nicht unschlagbar ist.

A Bola: Leichtsinnig im Abschluss und ohne Biss hat sich die portugiesische Nationalmannschaft von einem Gegner überraschen lassen, der aus der Not eine Tugend gemacht hat, um sich als Mit- Ausrichter mit einem Sieg von dem Turnier zu verabschieden.

Schweizer Presse:

Blick: Ein großer Auftritt von Yakin, ein schöner Abschied für Köbi und Goalie Zubi.

Tages-Anzeiger: Wenigstens ein gutes Gefühl zum Ende. Als es um nichts mehr ging, gelang den Schweizern der erste Sieg an einer EM. Yakin traf, und nun gehört ihm der Titel, mit drei Toren erfolgreichster Schweizer an einer EM zu sein. Gerade viel wert ist das nicht.

Neue Zürcher Zeitung: Ein Erfolg zum Abschied. Manch einer und manch eine fragte sich im Stadion, wofür der Abend stand, und erinnerte sich vielleicht daran, wie teuer die Eintrittskarte gewesen war.

Basler Zeitung: Der am Ende verdiente, aber auch glücklich herausgespielte Erfolg über die längst als Gruppensieger feststehenden Portugiesen verlieh dem Abend eine Prise Glanz und gab den rotweißen Supportern wieder ein Stück EM-Feeling pur zurück."

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