Dienstag, 17.06.2008

EM 2008

"Blattschuss mitten ins Herz"

Hamburg - Vor dem Brüderduell zwischen Deutschland und Österreich wurden große Töne gespuckt. Der knappe Sieg der Deutschen birgt jede Menge Anlass, Frust los zu werden.

Fußball, EM 2008, Deutschland, Ballack
© Getty

Österreichische Presse:

"Krone": Heldenhafter Kampf - aber kein Wunder! 0:1! Der EURO- Traum ist geplatzt - Wien erlebte gestern kein zweites Cordoba: Deutschlands Star Michael Ballack erledigte mit einem Raketen-Freistoß das Hicke-Team. Sie haben alles versucht, aber nichts erreicht. Mit Anstand, aber nicht mehr verabschiedet sich Österreichs Team von der Heim-EURO.

"Kurier": Game over. Ballacks Blattschuss trifft mitten ins Herz. Ohne Respekt ging Österreich zu Werke, doch die forsche Gangart konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es doch noch fehlte an Routine und Klasse.

"Kleine Zeitung": Aus mit Applaus. Die zweite Hälfte hatte noch gar nicht richtig Fahrt aufgenommen, da ließ ein Knall den großen österreichischen EURO-Traum platzen.

"Der Standard": Österreichs Viertelfinal-Traum zerschellte deutlicher am deutschen Team als es im Ergebnis zum Ausdruck kommt. Aus dem beschworenen 'Wunder von Wien' wurde aber immerhin ein Versprechen für die Zukunft

Schweizer Presse:

"Basler Zeitung": Wien 2008 ist nicht Cordoba 1978. Gegen reichlich limitierte Gastgeber traten die Deutschen erneut nicht wie ein Titelanwärter auf und konnten froh sein, dass die Österreicher in ihrem Kader nicht einen Stürmer mit internationalem Format hatten.

"Berner Zeitung": Was hatte Österreich nicht alles vorgekehrt: Es hatte seine alten Helden alle noch einmal entstaubt und sie zur Unterstützung des Nationalteams vorsprechen lassen. Genutzt hat das alles nichts. Das 'Wunder von Wien' wurde abgesagt.

"Neue Zürcher Zeitung" (NZZ): Die Austria-Equipe spielte solide, teilweise frech. Doch der deutsche Captain Ballack ließ mit seinem Freistoßtor die Träume Österreichs platzen.

Tschechische Presse:

"Mlada fronta Dnes": Österreich lebte in der Hoffnung, dass es im Falle des Sieges weiter kommen würde, und zwar zum Nachteil Deutschlands. Allerdings hätte der deutsche Kapitän Ballack nicht auf dem Platz sein dürfen.

Italienische Presse:

"Corriere dello Sport": Dies ist das schlechteste Ergebnis von zwei Organisatoren einer internationalen Meisterschaft in der Geschichte des Fußballs. Ein volles Stadion und viel guter Wille genügten Österreich nicht, um den Sieg zu schaffen, wie im Jahr 1978.

"La Stampa": Deutscher Walzer: Deutschland bedankt sich bei Ballack und bereitet sich auf das Match gegen Portugal vor. Nach den Schweizern müssen sich nun auch die Österreicher von der EURO 2008 verabschieden. Paare funktionieren oft nicht. Die UEFA soll bei der Organisation der nächsten EM daran denken.

Schwedische Presse:

"Aftonbladet": Michael Ballack erlöste sein Land mit einem Traumtor. Die EM hat lange auf einen Freistoß-Treffer gewartet, nun kam er endlich.

"Expressen": Die Tapferkeitsmedaille geht an die schlechteste Mannschaft der EM. Aber drei Punkte und das Viertelfinale an Deutschland. Wenn die deutschen Rackerer und Machomänner zusammenarbeiten, muss Portugal sich in Acht nehmen. Trainer Jogi Löw sollte Miro Klose vor diesem Spiel klarmachen, dass die EM begonnen hat.

Französische Presse:

"Le Parisien": Natürlich Deutschland. Die Deutschen brüsten sich bei ihrem Erwachen heute früh gewiss nicht. Aber sie haben zumindest die Genugtuung, das Ticket für das Viertelfinale erhalten zu haben.

Spanische Presse:

"Marca": Deutschland hielt Wort und wahrte das Gesicht. Die Österreicher probierten es bis zum Umfallen, aber sie wurden nicht belohnt. Eine wahre Rakete von Ballack reichte den Deutschen, um weiterzukommen.

"El Mundo": Deutschland kam mit einem Minimalaufwand weiter. Ballacks Freistoßtor schaufelte den schwachen Österreichern das Grab. Josef Hickersberger setzte auf ein offensiveres Konzept mit Korkmaz und Hoffer gemeinsam mit Harnik, einem jungen Stürmer, der eine interessante Generation anführt. Sie waren Halbfinalisten der U-20- WM. Die EURO kam für sie aber zu früh.

Kroatische Presse:

"24sata": Kroatien in Siegesserie - nun sind die Türken an der Reihe.

"Vecernji list": Helden: Slaven Bilic, der Trainer der alles kann, und Ivan Klasnic, der zurückgekehrte Spieler.

Polnische Presse:

"Przeglad Sportowy": 0:1 - das ist das Ende. Es hat kein Wunder gegeben. Die Weiß-Roten unterlagen einer Mannschaft, die zur Hälfte aus Ersatzspielern bestand.

"Polska": Wir fahren nach Hause. Es ist die traurige Wahrheit. Der Auftritt bei EURO 2008 hat die Schwächen des polnischen Fußballs offenbart.

"Fakt": Peinlich!

"Dziennik": Beenhakker muss bleiben. Es wäre das Schlimmste, was geschehen könnte, dass man nach dieser EM Leo Beenhakker an die Gurgel greift.


Diskutieren Drucken Startseite

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.