Hintergrund: Cordoba 1978

SID
Freitag, 13.06.2008 | 17:28 Uhr
EM 2008, Fussball, Deutschland, Österreich, Cordoba, Vogts
© DPA
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Wien - Die argentinische Stadt Cordoba steht für österreichische Fans seit 30 Jahren als Inbegriff für nationalen Stolz, deutsche Anhänger denken dagegen mit Grausen an das letzte Zwischenrundenspiel der Weltmeisterschaft 1978 zurück.

Mit dem ersten Sieg gegen den großen Nachbarn seit 47 Jahren machte das Austria-Team damals die deutsche Hoffnung zunichte, nach einer verkorksten WM wenigstens noch das kleine Finale um Platz drei zu erreichen, und bereitete Helmut Schön zugleich einen bitteren Abschied als Bundestrainer.

Nach dem 3:2 durch Hans Krankl, der in der 87. Minute die deutschen Abwehrspieler wie Slalomstangen umkurvte, flippte ORF-Reporter Edi Finger beim Torjubel vor dem Mikrofon regelrecht aus. "I wear narrisch!", schrie er in den Äther und sprach damit Millionen Landsleuten aus dem Herzen.

Vogts Eigentor leitet Untergang ein

"Wartens noch ein bisserl, warten's no a bisserl, dann können wir uns vielleicht ein Vierterl genehmigen" jubelte Finger und war sich Sekunden später seiner Sache sicher: "I glaub', jetzt hammas gschlagn!"

Dabei hatte für die deutsche Mannschaft in jenem Spiel alles planmäßig begonnen. Karl-Heinz Rummenigge brachte den Favoriten in der 19. Minute in Führung und mit diesem Vorsprung ging es in die Kabine.

Doch dann unterlief ausgerechnet Berti Vogts in seinem 96. und letzten Länderspiel ein Eigentor (59.), und danach ging nichts mehr. Das 2:1 für Österreich durch Krankl (66.) beantwortete Bernd Hölzenbein zwar fast postwendend mit dem Ausgleich (68.). Aber dann folgte Krankls unwiderstehliches Solo und für die Deutschen hieß es statt Umzug nach Buenos Aires zum Spiel um Platz drei Kofferpacken.

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