Mittwoch, 18.06.2008

EM 2008

Blatter kritisiert Kuhn

Genf - FIFA-Präsident Joseph Blatter hat in ungewöhnlich scharfer Form den nach dem EM-Aus abgetretenen Schweizer Nationaltrainer Jakob Köbi Kuhn und den Fußballverband seines Heimatlandes kritisiert.

Blatter, EM
© Getty

Seiner Meinung nach hätte Kuhn schon nach dem WM-Aus im Achtelfinale vor zwei Jahren entlassen werden müssen. "Wir hatten mit diesem Trainer das Maximum erreicht", sagte der als Weltverbandschef eigentlich zu Neutralität verpflichtete Blatter in einem Interview der Schweizer Zeitung "Le Matin".

Er habe den Schweizer Fußballverbandspräsident Ralph Zloczower den Rat zu einer Trennung von Kuhn gegeben, dieser habe jedoch darauf verwiesen, dass ihm aufgrund des Einflusses der Schweizer Liga die "Hände gebunden" seien.

Kritik an Ausbootung von Eggimann 

Laut Blatter habe sein Landsmann Kuhn zu sehr auf erfahrene Kräfte gebaut, statt jungen Spielern eine Chance zu geben. "Er hätte mutigere Entscheidungen treffen müssen", sagte Blatter. Namentlich kritisierte der Weltverbandschef das Festhalten an Stürmer Marco Streller sowie die Ausbootung von Bundesliga-Profi Mario Eggimann.

Die Schweiz war beim Heimturnier nach zwei unglücklichen Niederlagen gegen Tschechien (0:1) und die Türkei (1:2) vorzeitig ausgeschieden. Im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel gab es einen 2:0-Sieg gegen Portugal. Kuhn hat wie vorher angekündigt seinen Rücktritt erklärt. Sein Nachfolger Ottmar Hitzfeld stand schon vor Turnierbeginn fest.


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