Freitag, 27.06.2008

Beckenbauer vor dem Endspiel

Finale keine "unüberwindbare Hürde"

Wien - Franz Beckenbauer sieht die deutsche Nationalmannschaft im EM-Endspiel am Sonntag gegen Spanien vor einer hohen, aber nicht unüberwindbaren Hürde.

Beckenbauer
© Getty

"Es wird schwer, aber es ist machbar", sagte er am Freitag in Wien. Die Mannschaft von Joachim Löw dürfe dem Gegner "keinen Raum lassen." Eine entscheidende Rolle kommt für den Kaiser DFB-Kapitän Michael Ballack zu.

"Wenn er in seiner Position im Mittelfeld das Spiel bestimmen kann, kann er zu einem entscheidenden Spieler werden, gerade mit seiner Kopfballstärke. Man muss sicher auch versuchen, über Standardsituationen zum Erfolg zu kommen", empfahl Beckenbauer dem deutschen Team.

Gutes Zeugnis für Löw

Dem Bundestrainer stellte Beckenbauer bei dessen ersten Turnier in der Chefrolle ein gutes Zeugnis aus. "Die deutsche Mannschaft steht im Finale. Und auch wenn die Leistung nicht immer attraktiv war, was will man mehr", meinte der 62-Jährige. Unverständlich bleibt für Beckenbauer das Auf und Ab der DFB-Elf mit großen Leistungsschwankungen beim Turnier in den Alpenländern.

"Die sind nicht zu erklären. Die Leistung gegen Portugal war absolut beeindruckend, gegen die Türken haben sie sich enorm schwergetan. Es ging immer auf und ab. Eigentlich müsste jetzt am Sonntag wieder eine gute Leistung kommen", sagte er.

Großes Lob für die Organisation

Auch die EM-Organisatoren bekamen von dem Chefgestalter des deutschen WM-Sommermärchens 2006 großes Lob. "Dieses Turnier war in allen Richtungen hervorragend", betonte Beckenbauer. In den Alpenländern sei eine nicht gekannte Euphorie ausgebrochen.

"Es war ein tolles Turnier. Der Fußball hat viele neue Freunde gewonnen. Gerade in den Gastgeber-Ländern, die jetzt ja nicht unbedingt als Fußball-Länder bekannt sind, sondern eher mit Skifahren zu tun haben. Die Gastgeber waren immer herzlich", sagte Beckenbauer. Beeindruckt habe ihn die Freude der Fans, besonders beim Blick aus dem Hotelfenster auf die Basler Fanzone.

Für das Finale im Wiener Ernst-Happel-Stadion mahnte der Bayern- Präsident zu höchster Wachsamkeit vor dem spanischen Offensivspiel, dass den früheren Weltklassespieler während des gesamten Turniers begeistert hat.

"Sie können einfach unglaublich schnell spielen. Da muss man sehr genau aufpassen, gerade in der Abwehrzentrale. Ich habe sie gegen Griechenland gesehen, und da haben sie nur mit ihrer B-Elf gespielt, da war ein unglaubliches Tempo drin. Sie stehen völlig zu Recht im Finale", lobte er den Gegner vor dem "echten Fußball- Klassiker" am Sonntag.


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