Vorschau: Deutschland gegen Polen

Fritz beginnt, Schweinsteiger auf der Bank

Von Für SPOX.com in Ascona: Stefan Rommel
Sonntag, 08.06.2008 | 11:46 Uhr
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Ascona - Das letzte Geheiminis um die deutsche Aufstellung für das Spiel gegen Polen ist gelüftet: Bundestrainer Joachim Löw setzt im rechten Mittelfeld auf Clemens Fritz, Bastian Schweinsteiger muss dafür zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Aber wie spielt Deutschlands Auftaktgegner (ab 20.30 Uhr im SPOX-TICKER) und vor allem: Wo sind seine Schwächen, die die deutsche Mannschaft finden und ausnutzen muss?

Die größte Umstellung vollführte Coach Leo Beenhakker in den Köpfen der Spieler. Der 65-Jährige ist der eigentliche Star der Mannschaft und mit seinem taktischen Geschick die Geheimwaffe der Polen.

Orientierung am Gegner 

Aus zerstrittenen Grüppchen bastelte er eine verschworene Einheit. Auf dem Platz ging er vom sturen 4-4-2 seines Vorgängers Pawel Janas weg und orientiert sich jetzt gerne am Spielsystem des Gegners.

Reagieren statt agieren, kontern statt eigene Spielgestaltung. Gegen Deutschland wird Beenhakker auf ein 4-2-3-1 setzen. Das die DFB-Elf mit diesem eher defensiven Bollwerk mit einem gestärkten Zentrum Probleme hat, zeigte zuletzt das lange Zeit zähe Testspiel gegen die Serben.

Der holländische Einfluss bleibt, bei Ballbesitz drehen die beiden Außenspieler das Spiel schnell um und kontern geradlinig nach vorne. Jacek Krzynowek (links) und Wojchiech Lobodzinski (rechts, für den verletzten Kuba) sind die Schlüsselpositionen im Offensivspiel.

"Warum sollten wir nicht gewinnen?"

Dariusz Dudka und Mariusz Lewandowski bilden das zentrale defensive Mittelfeld. Bälle verschwinden hier wie im Bermudadreieck. Nach dem Ballgewinn wird das Spiel mit dem ersten Pass sofort auf die Außen verlagert.

Vor Dudka und Lewandowski ist Kapitän Macieij Zurawski zentrale Anspielstation und hängende Spitze zugleich. Einziger nomineller Angreifer ist Ebi Smolarek. Das Offensivspiel ist variabel, aber nicht sonderlich druckvoll. Trotzdem ist Smolarek zuversichtlich.

"Wir haben viele wichtige Spiele gewonnen, warum sollten wir die Deutschen nicht besiegen? Wir haben keine Angst und das ist wichtig."

Die Abwehr mit den beiden Innenverteidigern Jacek Bak und Michal Zewlakow, sowie Marcin Wasilewski auf der rechten Verteidigerposition und Grzegorz Bronowicki auf links ist eingespielt. Torhüter Artur Boruc ist über jeden Zweifel erhaben und blieb in sechs Qualifikationsspielen ohne Gegentor.

Im Grunde erwartet die deutsche Mannschaft eine Blaupause des Serbien-Testspiels. Im Mittelfeld müssen durch enorme Laufbereitschaft Lücken gerissen und das kompakte Bollwerk der Polen dadurch auseinandergerissen werden.

Problemzone Außen

Der Schwachpunkt der Polen liegt aber auf den Außenpositionen im Mittelfeld und in der Abwehr. Deutschland muss Druck über die Außen machen, für den Lukas Podolski im linken Mittelfeld sorgen soll. Auf der rechten Seite beginnt Clemens Fritz, Bastian Schweinsteiger findet sich auf der Ersatzbank wieder.

Krzynowek und Lobodzinski haben erhebliche Defizite in der Rückwärtsbewegung, Dudka und Lewandowski müssen immer wieder auf dem Flügel mithelfen, um Löcher zu stopfen.

In der Zentrale ist dann für den schnell nach vorne stoßenden Ballack Platz. Allerdings muss im Vergleich zum Serbien-Spiel die Passgenauigkeit im DFB-Team stimmen. Probleme hat die robuste, aber ungelenkte Innenverteidigung vor allem am Boden.

Das erste Tor muss her

Die deutschen Außen sollten deswegen öfter in die Mitte ziehen und dort den Doppelpass mit den Stürmern suchen. Durch die Unterzahlsituation gegen einen Mittelfeldspieler und Außenverteidiger erscheint ein Durchdringen bis zur Grundlinie sonst aussichtslos.

Und natürlich die Standards: Dort sind die Polen anfällig. Eine große Chance - sofern die einstudierten Varianten der DFB-Elf endlich auch funktionieren.

So platt es klingen mag, aber Deutschland benötigt das erste Tor. Wenn die Polen das Spiel selbst machen müssen, stellen sie um auf 4-4-2, sind im Zentrum ohne geeigneten Spielgestalter aber nicht kreativ genug. Alles andere wird zum Geduldsspiel - wie vor zwei Jahren in Dortmund.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Lehmann - Jansen, Mertesacker, Metzelder, Lahm - Podolski, Frings, Ballack, Fritz - Gomez, Klose

Polen: Boruc - Wasilewski, J. Bak, Mi. Zewlakow, Bronowicki - Lewandowski, Dudka - Lobodzinski, Krzynowek - Zurawski - Smolarek

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