Montag, 16.06.2008

DFB-Team unter der Lupe

Lahm gibt den Chef

München - Die deutsche Nationalmannschaft steht zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder in einem EM-Viertelfinale und trifft dort am kommenden Donnerstag in Basel auf Portugal.

Fußball, EM 2008, Podolski, Deutschland, Österreich
© Getty

Durch das Zitter-1:0 im Bruderduell gegen Gastgeber Österreich steht die DFB-Elf als Gruppenzweiter unter den besten acht Teams in Europa.

Die offensive Taktik von Bundestrainer Joachim Löw mit Lukas Podolski im linken Mittelfeld ging nur bedingt auf, insgesamt war das Mittelfeld aber trotzdem bester deutscher Mannschaftsteil.

Die deutsche Mannschaft in der SPOX-Einzelkritik.

Jens Lehmann: Sehr aufmerksam bei zwei Anspielen der Österreicher in die Tiefe. Sicher im Herauslaufen und bei hohen Bällen. Scheint auf dem Weg zu gewohnter Souveränität. Note 3.

Arne Friedrich: Tat, wie ihm geheißen und machte die rechte Abwehrseite gegen den quirligen Korkmaz gut zu. Allerdings auch ein übler Aussetzer, bei einem schlampigen Pass ins Zentrum kurz nach der Pause. Im Tandem mit Fritz aber offensiv zu devot und fast ohne Gewinn bringende Vorstöße nach vorne. Note 4.

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Per Mertesacker: Völlig ungewohnte Stellungsfehler vom Bremer in der Anfangsphase, vor allem bei hohen Bällen, die in schöner Regelmäßigkeit über ihn hinweg segelten. In der zweiten Halbzeit sicherer und mit gewohnt ruhiger Ausstrahlung. Note 3.

Christoph Metzelder: Übernahm mal die Mertesacker-Rolle. Sicher und ruhig, so wie eigentlich sein Partner bisher. Vermied unnötige Laufduelle einfach durch sein gutes Stellungsspiel. Note 3.

Philipp Lahm: Starke Vorstellung auf der linken Seite. Defensiv gegen den flinken Harnik gewohnt sicher, in der Vorwärtsbewegung mit Podolski immer wieder mit gescheitem Zusammenspiel und guten Dribblings. Wagte entgegen seiner Gewohnheit sogar den Torabschluss. Wichtige Grätsche gegen Ivanschitz zehn Minuten vor Schluss. Bester Mann auf dem Platz. Note 1.

Clemens Fritz: Hibbelig wie gegen die Kroaten. Böser Patzer, als er bei der Abseitsfalle schlief und somit Hoffer eine dicke Möglichkeit gewährte. Bei Gegnern mit Überzahl im Mittelfeld ist der Passen-und-gehen-Spieler Fritz leider verschenkt. Note 4.

Torsten Frings: Erneut eine sehr zurückhaltende Partie. Sehr schlampiges Passspiel, wenigstens defensiv solide. Aber in der Offensive eine verschenkte Arbeitskraft, leider. Meilenweit von der Bestform entfernt. Note 4.

Michael Ballack: Ließ sich immer wieder tief fallen, um die Bälle von hinten nach vorne zu schleppen. Defensiv aufmerksam und nicht zu fahrlässig, obwohl eine Gelb-Sperre drohte. Viele Ballkontakte, aber wenige lichte Momente im Spielaufbau. Wieder viele leichte technische Mängel. Die 49. Minute aber, die 49. Minute... Note 3.

Lukas Podolski: Mit Lahm zusammen bester Deutscher. Stahl sich immer wieder auf leisen Sohlen von der linken Seite ins Zentrum und war dort immer anspielbar und brandgefährlich. War im linken Mittelfeld so gut, dass Löw ihn gar nicht für Gomez in den Sturm beordern konnte. Flick tat es dann (nach der Führung) doch. Dort verhungerte er in Ermangelung ordentlicher Anspiele. Note 2.

Mario Gomez: Was ist bloß mit dem (Noch-)Stuttgarter los? Unfassbare Nicht-Leistung nach Kloses wunderbarer Vorarbeit in der 5. Minute. Ganz schwache Vorstellung, wirkte gedanklich völlig abwesend. In dieser Form nur eine Option für die Bank. Da fand er sich ab der 60. Minute auch wieder. Note 5.

Miroslav Klose: Deutlich verbessert und sehr agil. Ging unheimlich lange Wege, war immer anspielbar. Wie immer uneigennützig, diesmal sogar mit mehr Zug zum Tor. Aber für einen Stürmer immer noch nicht eigensinnig genug. Muss öfter den eigenen Torabschluss suchen. Note 3.

Thomas Hitzlsperger: Ab der 60. Minute für Gomez im Spiel, allerdings nicht auf dessen Position, sondern im linken Mittelfeld. Erledigte defensiv die ihm gestellten Aufgaben, offensiv kaum zu sehen. Und wenn, dann in mangelhafter Ausführung. Note 4.

Oliver Neuville: Kam in der 83. Minute für Podolski und konnte keine Akzente mehr setzen. Keine Benotung.

Tim Borowski: Durfte noch 60 Sekunden EM-Luft schnuppern. Mehr aber auch nicht. Keine Benotung.

Für SPOX in Ascona: Stefan Rommel

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