Italien scheitert an Spanien

"Zu viel Angst vorm Verlieren"

Von Daniel Börlein
Montag, 23.06.2008 | 09:06 Uhr
EM, Donadoni, Pirlo, Cannavaro, Italien, Spanien
© Imago
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
League Cup
Live
Blackburn -
Burnley
League Cup
Live
Cheltenham -
West Ham
Copa do Brasil
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Watford -
Brighton
Premier League
Crystal Palace -
Swansea (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Superliga
Nordsjälland -
Kopenhagen
Primera División
Espanyol -
Leganes
Primera División
Eibar -
Bilbao
Premier League
Zenit -
Rostow
Super Liga
Roter Stern -
Partizan
Premier League
Tottenham -
Burnley
Primera División
Getafe -
Sevilla
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Kolumbien
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
Serie B
Empoli -
Bari
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile
WC Qualification South America
Kolumbien -
Brasilien
WC Qualification South America
Ecuador -
Peru
WC Qualification South America
Paraguay -
Uruguay
WC Qualification South America
Argentina -
Venezuela

München/Wien - Es war Zeit für den Kapitän loszuziehen. Hin zum Trainer. Eine kurze Umarmung. Ein paar Meter weiter. Tröstende Worte für die Kollegen hier, Glückwünsche an die Gegenüber da.

Fabio Cannavaro, Spielführer der italienischen Nationalmannschaft, nahm das Viertelfinal-Aus der Squaddra Azzurra gefasst hin. Denn Cannavaro konnte an der Niederlage gegen Spanien nichts ändern.

Der 34-Jährige konnte seine Mannen nicht 120 Minuten auf dem Platz nach vorne treiben, oder den entscheidenden Treffer selbst erzielen. Der Abwehrchef der Tifosi konnte auch nicht selbst zum Elfmeter antreten, oder seinen Teamkameraden vor dem Gang zum Punkt wenigstens noch Mut zusprechen. Cannavaro konnte nur zusehen.

Was hat sich getan?

Ganz anders, als zwei Jahre zuvor. Damals war Cannavaro nicht kurz vor dem Turnier durch eine Verletzung aus Italiens Kader geflogen. Damals war Cannavaro vielmehr der Garant für den Titelgewinn der Tifosi bei der WM in Deutschland.

Damals allerdings, ist eben auch längst Vergangenheit. Die Frage deshalb: Was hat sich seitdem beim Weltmeister getan? Oder besser, betrachtet man die Auftritte der Italiener bei dieser Europameisterschaft: Hat sich beim Weltmeister überhaupt etwas getan?

Donadoni zufrieden

Zu bieder war das, was die Elf von Roberto Donadoni über weite Strecken der EM präsentierte. Zu einfallslos und deshalb harmlos im Spiel nach vorne, ungewohnt unsicher in der Defensive.

Donadoni war dennoch zufrieden: "Ich bin sehr traurig über das Ergebnis, aber sportlich bin ich mit der Mannschaft sehr zufrieden, das Ergebnis ist nicht so wichtig. Wir können erhobenen Hauptes dieses Turnier verlassen."

"Zu viel Angst vor dem Verlieren"

Nach Gründen fürs Ausscheiden mochte der 44-Jährige nicht suchen. In der Heimat dagegen erkannte die "La Republica" trefflich: "Italien hatte zu viel Angst vor dem Verlieren." Denn Donadoni ließ sein Team gegen Spanien von Beginn an eigentlich nur verteidigen.

Zehn Mann hinter den Ball bringen, gerne auch mit der Viererkette bis in den eigenen Strafraum zurückziehen und vorne, ja vorne, wird es dann Luca Toni schon irgendwie richten, lautete die offensichtliche Marschroute Donadonis.

Ohne Konzept

Doch Toni richtete vorne gar nichts. Durch die Sperre von Andrea Pirlo wartete der Bayern-Angreifer im Sturmzentrum vergeblich auf brauchbare Anspiele in den Fuß oder auf die Brust. Das Mittelfeld rückte selten und wenn, dann nur zögerlich nach.

Vielmehr wurden die Bälle hoch nach vorne geschlagen. Von den Außenbahnen stets aus dem Halbfeld, aus der Abwehr einfach irgendwie. Wenig ideenreich, ohne Konzept und schon überhaupt nicht weltmeisterlich.

Donadoni denkt nicht an Rücktritt

"Es ist mir egal, ob die Mannschaft in der ersten Runde ausscheidet, im Viertelfinale oder später. Entscheidend ist, dass wir alles versucht haben. Ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen", so Donadoni, dessen Zukunft noch offen ist.

An Rücktritt denkt er allerdings nicht: "Ich denke nicht mal im Traum daran mein Amt niederzulegen", sagte der 44-Jährige auf einer Pressekonferenz am Montag. "Ich wäre dumm, wenn ich aufgrund eines verschossenen Elfmeters meine Meinung zur EM ändern würde."

Donadoni hat in seinem Vertrag allerdings eine Klausel, die es dem italienischen Fußballverband (FIGC) ermöglicht, den Vertrag bei Nicht-Erreichen des EM-Halbfinals innerhalb von zehn Tagen zu kündigen.

Spieler pro Donadoni 

Verbandspräsident Giancarlo Abete sagte nach dem Aus: "In den nächsten Tagen werden wir uns in Ruhe mit Donadoni zusammensetzen und gemeinsam über die Zukunft sprechen."

Donadonis Spieler machten sich für einen Verbleib ihres Trainers stark. "Ich hoffe nicht, dass er wegen der Niederlage im Elfmeterschießen jetzt gehen muss", sagte Daniele De Rossi.

"Wir waren mit dem Teamchef immer im selben Boot, egal ob wir verloren oder gewonnen haben. Aus meiner Sicht waren es jedenfalls zwei gute Jahre", so Toni.

Fluch gebrochen

Während in Italien noch offen ist, was mit Donadoni wird, ist bei den Spaniern längst klar, dass sich Coach Luis Aragones nach der EM verabschiedet, nun womöglich sogar mit dem Titel.

Im Halbfinale am Donnerstag treffen die Iberer erneut auf Russland, nachdem gegen Italien der erste Pflichtspielsieg seit 88 Jahren gelang.

"Endlich bricht Spanien den Fluch", titelte die "As" und feierte einen "heldenhaften Casillas", der die Strafstöße von De Rossi und Antonio Di Natale parierte. Spaniens Kapitän war damit der Garant des Erfolgs, ehe er loszog, um ein paar tröstende Worte zu finden - für Cannavaro.

So diskutierten die mySPOX-User nach Spielende

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung