Roberto Donadoni muss improvisieren

Italien auf der Suche nach Plan B

Von Florian Bogner
Mittwoch, 04.06.2008 | 12:00 Uhr
© Imago
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
SaJetzt
Die Highlights vom Samstag mit S04-RBL, BVB & HSV
Ligue 1
Live
Troyes -
Nantes
Primera División
Live
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Live
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Live
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

München - Ein Zweikampf, ein Schrei und 7000 Italien-Fans auf den Rängen schlugen kollektiv die Hände über dem Kopf zusammen.

Beim ersten Training im EM-Land Österreich, genauer auf dem perfekt rasierten Trainingsplatz in Maria Enzersdorf, waren am Montagabend Giorgio Chiellini und Fabio Cannavaro zusammengerasselt - mit unglücklichem Ausgang für Letzteren.

Italiens Teamarzt Paolo Zeppilli kam herbei geeilt und meinte alsbald: "Die EM kann Fabio vergessen." Die niederschmetternde Diagnose für Italiens Kapitän, 2006 Weltfußballer und Weltmeister: Doppelter Bänderriss im linken Knöchel, mindestens zwei Monate Pause.

Trainer Roberto Donadoni (im Bild) dürften in dem Moment, als Cannavaro vom Platz getragen wurde, schon die Gedanken kreuz und quer durch den Schädel galoppiert sein. Sein Problem: In einem homogenen, vor Selbstvertrauen nur so strotzenden Team war der Kapitän eigentlich unersetzlich. Und jetzt fällt er aus.

Materazzi als Cannavaro-Ersatz?

In fünf Tagen muss Donadoni nun einen Plan B für die Innenverteidigung ausarbeiten, während das Vertrauen in der Heimat in die Squadra Azzurra minütlich sinkt. "Addio EM", schrieb "Corriere dello Sport" am Dienstag, die "Gazzetta dello Sport" wertete Cannavaros Ausfall sogar als "tödlich".

Mit dem 34-jährigen Kapitän und Andrea Barzagli, sowie Christian Panucci (rechts) und Gianluca Zambrotta (links) stand die Abwehr eigentlich schon.

Variante A von Plan B sieht nun den zuletzt arg schwächelnden Marco Materazzi neben Barzagli vor. "In den vergangenen zwei Jahren haben Barzagli und Materazzi gute Leistungen gezeigt. Jetzt werde ich mir ihre Verfassung und ihr Zusammenspiel anschauen und dann entscheiden", meinte Donadoni. Am Dienstag ließ er im Training bereits so spielen.

Keine Zeit für Spielereien

Als zweite Alternative steht ausgerechnet Chiellini parat. "Es war ein ganz normaler Zweikampf, ich schwöre es", meinte der Juve-Spieler nach dem Trainingsunfall sichtlich geschockt. Cannavaro selbst nahm Druck von dem 23-Jährigen: "Ihn trifft absolut keine Schuld." Panucci in die Mitte zu ziehen wäre die Variante C.

Als absolute Notlösung für den Cannavaro-Ersatz gilt Mittelfeld-Spieler Massimo Ambrosini. Für Ambrosini würden Alberto Aquilani oder Daniele De Rossi ins Mittelfeld rücken.

Cannavaro wurde am Mittwoch in Wien operiert und wird in den nächsten Tagen wieder zur Mannschaft stoßen, "um ihr in den entscheidenden Momenten zu helfen". Eine Art Kahn-Effekt, quasi.

Viel Zeit für Planungsspielchen bleibt den Italienern nicht mehr. In der EM Gruppe C warten am Montag die Niederlande auf den Weltmeister und am folgenden Freitag geht es gegen unangenehme Rumänen, die Donadoni nach eigenen Angaben Kopfschmerzen bereiten. Zum Abschluss der Gruppe gibt es dann noch die Neuauflage des WM-Finals gegen Frankreich.

Offensive läuft auf Hochtouren

Von seinem 4-3-3-System will der Italien-Coach allerdings trotz des Ausfalls des Kapitäns nicht abrücken: "Es gibt keinen Grund dazu. Es wäre schlichtweg dumm, das komplette Team deswegen umzukrempeln."

Erstmals seit langem drückt Italien der Schuh in der Abwehr, während Mittelfeld und Angriff überzeugen. Das bekamen am Freitag die Belgier zu spüren, die der Squadra Azzurra beim 1:3 nicht viel entgegen zu setzen hatten.

Der Motor des Weltmeisters läuft also, nur im Getriebe hakt es. Fraglich ist nur noch, ob Donadoni den Milan-Block im Mittelfeld (Ambrosini, Pirlo, Gattuso) zu Gunsten von Aquilani oder De Rossi sprengt.

Im Angriff sind die quirligen Halbstürmer Antonio Di Natale und Mauro Camoranesi neben Bundesliga-Torschützenkönig Luca Toni gesetzt. Und in der Hinterhand hat Donadoni ja noch Italiens besten Torjäger Alessandro Del Piero sowie Antonio Cassano.

Der legte sich am Dienstagabend im Training gleich mal lautstark mit Buh-Mann Chiellini an und rauschte danach übermotiviert in Barzaglis Beine. Donadoni wieß den Heißsporn darauf hin lautstark zurecht.

Gattuso: "Mit dem Rücken zur Wand sind wir am besten"

Auf der To-Do-Liste hat Donadoni neben dem Finden des Cannavaro-Ersatzes nur noch das Feintuning stehen.

"Mehr Präzision, Konzentration und eine noch bessere Chancenverwertung", wünschte er sich nach dem Belgien-Spiel.

Und vielleicht ist der Ausfall des Kapitäns doch gar nicht so schlimm. Fast schon zu ruhig, zu beschaulich, zu perfekt lief die EM-Vorbereitung ab.

Ganz anders als noch 2006, als der Manipulations-Skandal im Vorfeld der WM für eine "Jetzt-erst-recht"-Einstellung der Italiener sorgte. Das Ende ist bekannt.

"Ohne dieses Trotzgefühl hätten wir wahrscheinlich nie die WM gewonnen", erinnerte sich Gennaro Gattuso zurück. "Denn mit dem Rücken zur Wand holen wir Italiener immer das Beste aus uns heraus." Vielleicht ja auch diesmal.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung