Samstag, 28.06.2008

EM-Erinnerungen, Teil 3

Familientherapie auf der Couch

München - Wer braucht schon teure Therapiesitzungen beim Familien-Psychologen oder grenzwertige TV-Auftritte bei der Super Nanny, wenn es König Fußball gibt?

Bierhoff, EM, 1996
© Getty

90 Minuten, wahlweise Chips oder Bier und ein goldenes Tor: So sah das familiäre Idyll in Deutschland während des EM-Finals gegen Tschechien aus - obschon das eine oder andere Elternteil wenig mit Abseits oder 4-3-3-System anzufangen wusste.

Die SPOX.com-Redaktion erinnert sich an fix und fertige Vater-Sohn-Tagteams, rigide Erziehungsmaßnahmen und Klugscheißereien.

Quatsch mit Biermann: Hier geht es zum 1. Teil der EM-Erinnerungen

Platzangst als einziger Begleiter: Hier geht es zum 2. Teil der EM-Erinnerungen

 
C. Bernhard
C. Bernhard

Es hätte ein gemütlicher Vater-und-Sohn-Fußballabend auf der Couch werden sollen. Immerhin war das  eigene Team (Italien) schon ausgeschieden. Doch ein Bierhoff-Golden-Goal-Drama später waren sogar wir Südtiroler fix und fertig. Der ungläubige Kommentar vom Vater: "Ist das Spiel jetzt wirklich schon aus?"

 
Flo Bogner
Flo Bogner

Schön zuhause mit Vattern auf der Couch. Vor dem Spiel war ich felsenfest überzeugt, dass wir das Ding holen. Ich weiß noch, dass ich mich furchtbar über den Elfer zum 0:1 und über die Auswechslung von Scholl aufgeregt habe. Aber da der Bundesbechti mit Schauma-Oli dafür den Sieg eingewechselt hat, werd' ich ihm das heute mal verzeihen.

 
Jan Böhmer
Jan Böhmer

Geburtstagsfeier meiner Mutter und ich mit einer Horde grölender früh-pubertärer Freunde auf dem heimischen Balkon. Knabbersachen, Cola, und ich höre mich sagen: "Wetten? Der Bierhoff kommt rein und macht es." Klar: Das klingt im Nachhinein total nach Klugscheißerei, aber dafür segelte mein Fernseher beim Torjubel auch fast vom Balkon.

 
Andreas Lehner
Andreas Lehner

Ich war damals erst 12 und musste Mitte der zweiten Halbzeit irgendwann ins Bett, weil am nächsten Tag Schule war. Hab die restlichen Minuten heimlich im Radio gehört. Fantastisch, diese Walkman-Technologie... Beim Golden Goal bin ich noch mal ins Wohnzimmer gespurtet, nach der Pokalübergabe dann endgültig zurück ins Bett...

 
Richard Rother
Richard Rother

Das war der erste gemeinsame Fußball-Vater-und-Sohn-Abend, gepflegt daheim auf der Couch, je zwei Becks, die Mutter ausgeflogen. Übrigens: Ich war schon 16, aber mein Vater hasst Fußball und so kam es bis dahin nie dazu. Der Skandal: Meinem Vater war Fußball auch nach Olis Doppepack egal...

Quatsch mit Biermann: Hier geht es zum 1. Teil der EM-Erinnerungen

Platzangst als einziger Begleiter: Hier geht es zum 2. Teil der EM-Erinnerungen

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