Elf Gründe für einen deutschen Sieg

Wir sind Deutschland!

Von Für SPOX.com bei der EM: Stefan Rommel
Montag, 16.06.2008 | 16:00 Uhr
fußball, em 2008, deutschland, oesterreich, flaggen
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Ascona - Das Spiel der Spiele steht an - früher schon, als es der deutschen Nationalmannschaft lieb sein konnte. Gegen Gastgeber und Erzrivale Österreich geht es heute um mehr als nur den Einzug ins EM-Viertelfinale (ab 20.30 Uhr im SPOX-TICKER). Es geht um nichts weniger als die Ehre des deutschen Fußballs.

Deutschland geht als Favorit in die Partie, bereits ein Unentschieden genügt fürs Weiterkommen. Darauf will sich im DFB-Team aber niemand verlassen. Die Devise lautet Sieg!

"Wenn wir hier unsere Normalform abrufen, wird es nur einen Sieger geben - und der heißt Deutschland", sagt Kapitän Michael Ballack.

SPOX.com sieht das genau so und hat elf Gründe gesammelt, warum Deutschland heute Abend den Rasen als Sieger verlassen und ins Viertelfinale einziehen wird.

1. Deutschland kann 90 Minuten hohes Tempo gehen. Die Österreicher hatten in beiden Spielen bisher immer wieder lange Phasen, in denen die Mannschaft völlig platt wirkte. Und das, obwohl die Vorbereitungszeit des ÖFB so lange war wie noch nie vor einem großen Turnier. Die deutsche Mannschaft ist aber topfit! Einer von drei großen Pluspunkten.

2. Deutschland ist spielerisch reifer als Österreich. Außerdem hat die DFB-Elf die besseren Einzelspieler. Österreich wartet seit 18 Jahren auf einen Sieg gegen eine große Fußballnation (3:2 gegen die Niederlande). Dem eingespielten deutschen Tempospiel im 4-4-2 haben die Österreicher nur zeitweise ein passables Flügelspiel (über Martin Harnik und Ümit Korkmaz) entgegenzusetzen. Ein echtes Spielsystem hat die Hickersberger-Truppe nicht, während des Turniers musste Hicke von 3-5-2 auf 4-4-2 umstellen.

3. Deutschland hat deutlich mehr Erfahrung. Seit 1968 ist Deutschland bei jedem Großereignis mit dabei. Österreich spielte zuletzt vor zehn Jahren eine WM (in Frankreich). Joachim Löws Mannschaft ist im Kern seit vier Jahren zusammen, die Stützen spielen bei großen Klubs im In- und Ausland. Die Startelf bringt es heute auf insgesamt 593 Länderspieleinsätze und 18 nationale und internationale Titel. Die bekanntesten und erfahrensten Spieler beim Gegner (insgesamt 268 Länderspiele) sind Rene Aufhauser (Red Bull Salzburg, 48 Lnderspiele) und Andreas Ivanschitz (Panathinaikos Athen, 39).

4. Poldi ist fit! Die Kapselverletzung im linken Fuß ist auskuriert, der dreifache Torschütze darf heute wieder auf seine Lieblingsposition im Sturm ran. Dort bildet er mit Miro Klose wieder den WM-Sturm. Bei ihren gemeinsamen Auftritten erzielten Poldi und Klose 32 Tore in 31 Spielen, macht 1,03 Tore pro Spiel.

5. Die Innenverteidigung der Österreicher ist extrem anfällig. Vor allem bei flachen Pässen in die Spitze. Im Kopfballspiel sind die Riesen Stranzl und Emanuel Pogatetz schwer zu schlagen, am Boden aber viel zu ungelenk für die flinken Podolski und Klose.

6. Ordnung ist ein Fremdwort im österreichischen Spiel. Der Gastgeber spielt vergleichsweise archaischen Hauruck-Fußball, hält aber in der Defensive dafür umso seltener die Grundordnung und offenbart enorme Lücken. Das Verschieben klappt überhaupt nicht, die Ball entfernte Seite ist häufig extrem weit offen. Schnelle Spielverlagerungen bereiten den Österreichern enorme Probleme.

7. Hitz hält Ballack den Rücken frei. Der defensiv stärkere Thomas Hitzlsperger wird immer etwas weiter von der linken Seite ins Zentrum rücken, um Torsten Frings dort zu unterstützen. Der Vorteil: Michael Ballack hat mehr Freiheiten in der Offensive, kann öfter mit nach vorne in die Spitze stoßen und seine Torgefahr ins Spiel bringen.

8. Mit Andreas Ivanschitz hat Österreich nur einen Kreativkopf. Das übrige Mittelfeld besteht nur aus Arbeitern (Aufhauser, Säumel, Fuchs, Garics). Hat Deutschland Ivanschitz im Griff, geht bei den Österreichern durch die Mitte gar nichts mehr. Setzt Hickersberger wieder auf ein 3-5-2, sind die Außen im Mittelfeld nur einfach besetzt und ohne Absicherung durch die Abwehr - die Chance für die deutschen Außenverteidiger, immer wieder mit nach vorne zu gehen und Druck über die Flügel zu machen. Ähnlich wie die Kroaten im ersten Spiel gegen Österreich.

9. Die Ösi-Spitzen Roland Linz und Harnik treffen aber das Tor nicht. Und noch ein ganz entscheidender Nachteil: Durch das frühe deutsche Pressing werden die Gastgeber immer wieder zum langen, hohen Ball aus der eigenen Hälfte gezwungen werden. Und gegen Christoph Metzelder und Per Mertesacker holen Harnik und Linz im Kopfballspiel keinen Stich.

10. Das Fachwissen der SPOX.com-User. 78 Prozent glauben an ein Weiterkommen und freuen sich schon auf das Duell mit Portugal im Viertelfinale.

11. Dreimal Weltmeister. Dreimal Europameister. 50.000 Fans in Wien. 30 Millionen vor dem Fernseher. Lehmann. Lahm. Merte. Metze. Friedrich. Boro. Lutscher. Balle. Hitz. Miro. Poldi. Wir sind Deutschland! 

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