Samstag, 24.05.2008

EM 2008

Schweiz gewinnt Test gegen Slowakei mit 2:0

Lugano/Düsseldorf - Zwei Wochen vor dem Anpfiff der Europameisterschaft ist Co-Gastgeber Schweiz mit einem 2:0 gegen die Slowakei in Lugano ein Befreiungsschlag gelungen.

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© Getty

"Wir sollten nach diesem Sieg bescheiden und auf dem Teppich bleiben", warnte allerdings der eidgenössische Nationaltrainer Jakob "Köbi" Kuhn vor zu viel Überschwang. "Das war noch keine Leistung, um Europameister zu werden."

Dafür ist es ein wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen und die Stimmung im Land gewesen. Schließlich ging eine Negativserie von vier verlorenen Spielen zu Ende, die durch das blamable 0:4 gegen im März Deutschland ihren Höhepunkt hatte.

Frei kommt in Form 

Rechtzeitig zur EM findet auch der Dortmunder-Stürmer Alexander Frei immer mehr zur alter Torgefährlichkeit zurück. Mit dem Treffer zum 2:0 in der 63. Minute - die Führung hatte Valon Behrami (56.) erzielt - gelang dem lange verletzten 28-Jährigen nicht nur sein erstes Tor im Nationalteam seit Ende März 2007, sondern auch der 33. Treffer im 58. Länderspiel.

Damit ist er noch ein Tor von der Rekordmarke von Kubilay Türkyilmaz entfernt. "Der Sieg war nicht für die Moral, er war das Resultat der Trainings", kommentierte Kapitän Frei den Erfolg ebenfalls zurückhaltend.

Müller im Zwist mit Lyon 

Im Mittelpunkt stand ein anderes Sorgenkind der Eidgenossen: Der 76-malige Nationalspieler Patrick Müller (im Bild). Er reiste nach einem eskalierten Streit mit dem französischen Erstligisten Olympique Lyon auf eigene Faust nach Lugano. Lyon hatte dem lange verletzten Verteidiger wegen des parallel ausgetragenen Cup-Finales gegen Paris St. Germain die Freigabe verweigert.

Trotz des Hickhacks nutzte der 31-Jährige gegen Slowenien bis zur Auswechslung in der 77. Minute seine Chance. "Jetzt habe ich schwere Beine, aber keine Schmerzen am Knie", sagte Müller, der sich im Dezember 2007 einen Kreuzbandriss zuzog. Köbi Kuhn lobte ihn nach seinem Comeback und machte ihm Mut: "Ich will den 23-Mann-Kader noch nicht bekanntgeben, aber er hat die EURO-Chance dank seiner Routine verdient."

Noch ein weiterer Test

Die Schweiz wird am 30. Mai noch ein weiteres Testspiel gegen Liechtenstein austragen, bevor es im EM-Eröffnungsspiel am 7. Juni in Basel gegen Tschechien geht. Komplettiert wird die Gruppe A durch die Türkei und Portugal. "Der Gegner war zwar gut, aber bei der EM wird es sicher härter und der Druck viel größer sein", weiß Kuhn und fügte optimistisch hinzu: "Raum zur Steigerung ist generell noch vorhanden."

Außerdem dürften bis dahin auch Spielmacher Tranquillo Barnetta (Bänderzerrung) von Bayer 04 Leverkusen und Hertha-Profi Steve von Bergen (Mittelhandbruch), die gegen Slowenien geschont wurden, wieder fit sein.


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