Montag, 26.05.2008

EM 2008

Schweinsteiger besser als Matthäus

Palma de Mallorca - Rudi Völler holte ihn, Jürgen Klinsmann förderte ihn - und auch Joachim Löw steht auf Bastian Schweinsteiger.

EM 2008, Deutschland, Schweinsteiger
© DPA

Unmittelbar vor der Europameisterschaft 2004 debütierte der Meister-Spieler des FC Bayern in der Nationalmannschaft, im vorletzten Test für die EM 2008 soll er in Kaiserslautern gegen Weißrussland sein 50. Länderspiel bestreiten - und das mit gerade einmal 23 Jahren.

"Ich bin auch sehr überrascht, wie schnell das ging mit den 50 Länderspielen", kommentierte der Münchner.

Überholt er Matthäus?

Wenn er in diesem Tempo weitermacht, könnte er mit Anfang 30 sogar Lothar Matthäus als Rekord-Nationalspieler ablösen.

Der Weltmeister von 1990 hatte ebenfalls im Alter von 19 Jahren in der DFB-Auswahl debütiert, aber im Schweinsteiger-Alter von 23 Jahren hatte Matthäus erst 29 seiner am Ende 150 Länderspiele absolviert.

Besonderer Ort

Schweinsteigers Jubiläumsspiel findet an einem besonderen Ort statt. Bei der missglückten Generalprobe für die verkorkste EM 2004 in Portugal debütierte der damals 19-Jährige im Fritz-Walter-Stadion beim 0:2 gegen Ungarn, die damals von Trainer Matthäus betreut wurden.

"Für mich ist der Kreis mit der Rückkehr nach Kaiserslautern vollständig. Da habe ich mein erstes Länderspiel gemacht, jetzt kommt das 50. Vielleicht schaffe ich das 100. dann auch wieder dort."

Routinier mit 23

EM 2004, Confed-Cup 2005, WM 2006 und jetzt die zweite EM - Schweinsteiger zählt bereits zu den alten Hasen im DFB-Team.

Zwar sind nur sechs Akteure im vorläufigen 26-Mann-Kader jünger als er, trotzdem haben auch nur sechs mehr Länderspiele bestritten: die Ü 30-Akteure Jens Lehmann, Michael Ballack, Torsten Frings und Oliver Neuville sowie die beiden 29-jährigen Miroslav Klose und Arne Friedrich.

Schweinsteiger nimmt die Rolle des Routiniers an: "Ich versuche, den jungen und neuen Spielern zu helfen."

Feste Größe

Im Mittelfeld ist er neben Ballack und Frings die dritte feste Größe, auch wenn er bei Bayern München keine Super-Saison gespielt hat und seine Entwicklung seit der Weltmeisterschaft 2006 stagniert.

Das Sommermärchen wirkte lange nach, wie Schweinsteiger auf Mallorca gestand: "Ein so großes Turnier ist enorm kräfteraubend. Die erfahrenen Spieler können damit besser umgehen als junge Spieler."

Zukunft offen

Besonders augenfällig ist der Verlust der Torgefahr. Nur ein Saisontreffer gelang dem schussgewaltigen Mittelfeldspieler beim FC Bayern, in der Nationalelf glückte ihm sein 13. und bislang letzter erfolgreicher Torschuss am 11. Oktober 2006 gegen die Slowakei (4:1).

In München musste er zudem den Stammplatz auf dem linken Flügel für Franck Ribery räumen. Trotzdem kann bei 51 Pflichtspielen im EM-Jahr inklusive Nationalmannschaft von geringer Spielpraxis keine Rede sein.

Dass Bayern den 2009 auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängern will, ist auch ein Zeichen. Zur Zukunftsplanung will Schweinsteiger allerdings "in den EM-Tagen nichts sagen".

Ziel: EM-Titel

Alle Konzentration gilt dem Ziel des Titelgewinns.

Dafür erwägt Löw nach dem Ausfall von Bernd Schneider eine mögliche Versetzung Schweinsteigers von der linken auf die rechte Seite.

"Ich fühle mich links sehr wohl, da habe ich meine meisten Länderspiele gemacht, das bin ich gewohnt." Aber sperren würde er sich nicht: "Wenn ich nach rechts soll, dann spiele ich auch da."


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