Mittwoch, 14.05.2008

Besorgnis beim Kapitän

Ballack warnt vor Ausfällen bei EM

Hamburg - Kurz vor der Nominierung des EM-Aufgebots durch Bundestrainer Joachim Löw hat sich Mannschaftskapitän Michael Ballack besorgt über mögliche Ausfälle während des Turniers geäußert.

Ballack, DFB, EM
© DPA

"Wenn ein, zwei wichtige Spieler wegfallen, wird es auch für uns schwer, das zu kompensieren. Und im Kader haben wir nicht die Breite wie zum Beispiel Italien oder Frankreich", sagte Ballack in einem Interview des Magazins "Stern".

Dennoch sieht der 31-Jährige die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf das Turnier in Österreich und der Schweiz gut vorbereitet. "Wenn alle gut drauf sind, sind wir vorne mit dabei", sagte Ballack.

"Zum Glück ist Frings zurück"

Am 16. Mai wird Löw auf der Zugspitze den Europameisterschafts-Kader benennen. Unklar ist noch, ob der Bundestrainer drei Tage vor der Abreise ins Trainingslager nach Mallorca die EM-Kapazität von 23 Spielern exakt ausschöpft oder angesichts der späteren offiziellen Meldefrist (28. Mai) noch zusätzliche Streichkandidaten einlädt.

Für Ballack ist maßgeblich, dass zuletzt lange verletzte Leistungsträger mit an Bord sind. "Zum Glück ist Torsten Frings zurück, aber Bernd Schneider wird uns fehlen, mit seiner ganzen Erfahrung", sagte er.

Es fehlt die Leichtigkeit

Der Leverkusener Schneider kann wegen einer Rücken-Operation nicht an der EM teilnehmen. Die sich abzeichnende Rückkehr von Abwehrmann Christoph Metzelder wertet Ballack positiv. Allerdings müsse man "abwarten, ob er rechtzeitig fit wird".

Metzelder hatte nach einer Fußoperation erstmals in diesem Jahr für Real Madrid spielen können.

In der EM-Vorbereitung wartet auf die DFB-Auswahl nach Einschätzung von Ballack noch einige Arbeit. Man habe nach bislang nur zwei Testspielen in diesem Jahr "noch kein Gespür für unseren Leistungsstand, doch das geht anderen Nationen auch so. Wir hatten nach der WM eine Dominanz und trotzdem eine Leichtigkeit, die wir zuletzt so nicht mehr gezeigt haben. Wir alle brauchen wieder mehr Biss, aber auch Geduld", sagte der Mittelfeldmann vom FC Chelsea.

"Ich rücke keinen Zentimeter zur Seite"

Ballack warnte davor, die Gruppengegner Polen, Kroatien und Österreich zu unterschätzen.

"Für uns ist es eine komplett neue Situation, dass wir sagen, wir müssen jetzt was reißen", sagte er. Dennoch sieht er eine Entwicklung im Vergleich zur Zeit vor der WM 2006. "Damals, vor der WM, habe ich gesagt: Es wäre schön, eines Tages mal in ein Turnier zu gehen und einer der Mitfavoriten zu sein. Jetzt sieht das so aus", sagte Ballack, der zudem bestätigte, dass er im Sommer seine langjährige Lebensgefährtin heiraten werde.

Der Kapitän wird erst mit Verspätung zum DFB-Tross auf der Ferieninsel Mallorca stoßen. Mit dem FC Chelsea bestreitet er zuvor noch am 21. Mai in Moskau das Champions-League-Finale gegen Manchester United.

Die Zeit beim Londoner Starensemble habe ihn härter gemacht, gestand Ballack: "Gegen mich? Wahrscheinlich schon. Aber vor allem auch gegen die anderen. Im Training zum Beispiel, wenn du spürst, da ist dein Platz in Gefahr, musst du voll konzentriert sein. Zur Not auch mal ein Zeichen setzen um zu dokumentieren: Ich rücke keinen Zentimeter zur Seite."


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