Samstag, 31.05.2008

EM 2008

Frei neuer Rekordschütze der Schweiz

Düsseldorf - Borussia Dortmunds Torjäger Alexander Frei ist mit seinem Doppelpack im letzten EM-Testspiel gegen Liechtenstein (3:0) zum neuen Rekordschützen der Schweizer Nationalmannschaft avanciert.

Frei, EM 2008,
© DPA

"Es war ein großartiger Moment. Ich habe Schweizer Fußball-Geschichte geschrieben, aber jetzt gilt es, nach vorne zu schauen", sagte der 28-Jährige nach der gelungenen Generalprobe des Gastgebers der EURO in St. Gallen.

Bundesliga-Legionär Frei übertraf im 59. Länderspiel mit seinen beiden Toren (24./31. Minute) die alte Rekordmarke von Kubilay Türkyilmaz (35 Treffer). {component:Ad]

Liechstenstein-Spiel ohne Aussagekraft 

"Ich gönne es Alex Frei von ganzem Herzen. Es ging in seiner Karriere in letzter Zeit ja nicht nur gut wegen der Verletzungen", sagte der Schweizer Nationaltrainer Jakob Köbi Kuhn, "aber er ist ein großer Kämpfer mit einem großen Herzen.Das tut der ganzen Mannschaft gut."

Vor allem aber Kuhns Kapitän, der nach Hüft- und Waden-Operationen neun Monate pausieren und um die EM-Teilnahme bangen musste.

"Das ist eine Saison gewesen, die ich nie wieder erleben möchte. Ich habe mich immer an der EM hochgezogen", meinte Frei. "Ich hoffe nun, es geht am 7. Juni so weiter wie heute."

Allerdings gab die Begegnung gegen die biederen Liechtensteiner, die in der Weltrangliste Platz 130 belegen, nicht wirklich Aufschluss über die Leistungsstärke der Schweiz vor dem EM-Eröffnungsspiel gegen Tschechien.

"Mehr oder weniger bin ich mit dem Spiel zufrieden", resümierte Kuhn und fügte ehrlich an: "Wir wurden eigentlich eingeladen, die ersten beiden Tore zu schießen."

Bangen um Barnetta

Treffer Nummer drei erzielte der bei Red Bull Salzburg spielende Johan Vonlanthen (68.). "Es ist klar, dass im Hinblick auf das Spiel gegen die Tschechen noch einiges zu verbessern ist. Aber es ist ja auch gut, dass wir noch Dinge zu kritisieren haben", so Kuhn, dessen Team in der Gruppe A zudem auf die Türkei und Portugal trifft.

Bangen muss der Nationalcoach weiter um seinen Spielmacher Tranquillo Barnetta, der nach einer Knöchelverletzung pausierte.

"Ich möchte jetzt eigentlich noch nicht über die Aufstellung vom nächsten Samstag reden. Es wird sich zeigen, ob er am 7. Juni schon bereit ist", sagte Kuhn.

Der 23-jährige Mittelfeldakteur von Bayer 04 Leverkusen freute sich "über den sehr kontrollierten Auftritt" seines Teams und vor allem über Freis Rekord: "Wir sind stolz, ihn bei uns im Team zu haben. Die Tore kamen für uns zum richtigen Zeitpunkt."

Pfiffe gegen Streller 

Zufrieden zeigte sich Kuhn über die Leistung seines Abwehrchefs Patrick Müller, der einen Tag vor dem Testspiel eine Woche zuvor gegen Slowenien (2:0) ohne Genehmigung den französischen Erstligisten Olympique Lyon verlassen hatte.

"Er bewegt sich auf dem Niveau, dass wir gegen die Tschechen erwarten können", so Kuhn. "Ich hoffe, dass er der Abwehr die nötige Sicherheit geben kann. Er machte in den beiden Spielen wenig Fehler."

Keine Freude hatte dagegen der frühere Stuttgarter Marco Streller, der an der Seite von Frei stürmte, in der Partie gegen den Fußball- Zwerg: Bei seiner Auswechselung in der 59. Minuten gegen Hakan Yakin war er vom Publikum ausgepfiffen worden.

"Ich lasse die Mannschaft jetzt nicht im Stich, aber wenn diese Pfiffe gegen mich nicht aufhören, muss ich meine Situation nach der EM überdenken", drohte der 26 Jahre alte Angreifer indirekt mit Rücktritt. "So kann es nicht weitergehen."


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