Samstag, 31.05.2008

Deutschland - Serbien 2:1

Ballack macht den Unterschied

München - Die deutsche Nationalmannschaft hat den letzten Test vor der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz gegen Serbien mit 2:1 (0:1) gewonnen, dabei aber nicht wirklich überzeugt.

© Getty

Acht Tage vor dem EM-Auftakt gegen Polen drehten Oliver Neuville (74.) und Michael Ballack (82.) den Pausenrückstand durch Bosko Jankovic (18.) noch in einen Sieg um.

Bundestrainer Joachim Löw ließ vor 53.951 Zuschauern in Gelsenkirchen erneut eifrig rotieren und setzte insgesamt 17 Spieler ein.

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Der letzte EM-Test im Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Löw testet den zweiten Sturm, Gomez und Kuranyi beginnen. Im Mittelfeld darf sich Clemens Fritz auf Rechts versuchen.

15.: Doppelpass Gomez und Kuranyi. Gomez flankt den Ball von der Torauslinie in den Rücken der Abwehr, Ballacks Kopfball klärt Vidic auf der Linie.

18.: 0:1, Jankovic. Nach Doppelpass mit Pantelic steckt Ilic den Ball aus zentraler Position auf den perfekt einlaufenden Jankovic durch. Metzelder steht falsch, Jankovic läuft alleine aufs Tor zu und tunnelt Lehmann zur Gäste-Führung.

26.: Ilic lässt gegen Frings im Strafraum das Bein stehen. Klarer Elfmeter, doch Schiedsrichter Fautrel pfeift nicht.

35.: Schweinsteiger flankt flach von links, Gomez säbelt in der Mitte freistehend am Ball vorbei.

Halbzeit: Löw bringt Podolski für Lahm. Podolski geht ins linke Mittelfeld, Schweinsteiger dafür auf Rechts, Fritz zurück in die Viererkette.

54.: Glück für das DFB-Team: Rukavina wird auf rechts schön freigespiellt und passt flach nach innen. Dort knallt Jankovic aus fünf Metern die Kugel an die Latte.

74.: 1:1, Neuville. Ballack steckt den Ball aus zentraler Position schön nach links durch auf Jansen. Der gewinnt den Zweikampf gegen Rukavina und passt scharf nach innen, wo der eben eingewechselte Neuville nur noch den Schlappen hin hält.

82.: 2:1, Ballack. Freistoß aus 17 Metern, zentrale Position. Ballack knallt den Ball durch die Mauer hindurch ins linke untere Toreck. Keine Chance für Stojkovic.

90.+2: Tosic plötzlich links im Strafraum frei, hebt den Ball über den deutschen Kasten.

 

Alle Daten & Statistiken

So lief das Spiel:

Deutschland hatte von Beginn an massive Probleme, die mit sieben Mann verteidigenden Gäste über die Außen auszuhebeln. Ein paar gute Doppelpässe im Zentrum, über die Flügel kam aber viel zu wenig. Flanken aus dem Halbfeld waren gefundenes Fressen für den kopfballstarken Vidic.

Das DFB-Team war nach dem frühen Rückstand bemüht und hatte deutlich mehr Ballbesitz, spielte allerdings oft zu ungenau und offenbarte teilweise technische Mängel.

Im zweiten Durchgang kam mit Podolski auch mehr Druck über links, insgesamt spielte Deutschland gegen giftige Serben aber zu behäbig und ohne Kreativität. Dank des deutlichen Chancenplus geht der Sieg für Deutschland dennoch vollkommen in Ordnung.

Der Star des Spiels:

Michael Ballack. Viele gewonnene Zweikämpfe, zwei brauchbare Kopfballchancen und der Siegtreffer per Freistoß. Ballack ist und bleibt der Hoffnungsträger im deutschen Team. Seine Präsenz im Mittelfeld ist immens wichtig.

Die Lehren des Spiels:

Die von Beginn an getesteten Fritz, Gomez und Kuranyi empfahlen sich nicht für die Startelf gegen Polen. Metzelder, der beim 0:1 Jankovic laufen ließ und innen den Passweg nicht zu machte, bleibt ein Sicherheitsrisiko. Die Enttäuschung des Spiels: die Außen. Im Tor konnte sich Lehmann nicht sonderlich auszeichnen, wird sich aber bei der EM im Vergleich zu den letzten Eindrücken steigern müssen.

Florian Bogner

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